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FK-Präsident zum 11.11. in Köln: „Sicherheitskonzept hat nicht ausgereicht“

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Von: Johanna Werning

Am 11.11. gab es auf der Zülpicher Straße in Köln unschöne Bilder. Christoph Kuckelkorn warnt: „Es wird Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung gerecht wird“.

Köln – Es war der Auftakt für eine ganz besondere Session: Immerhin feiert der Kölner Karneval im Jahr 2023 sein 200-jähriges Jubiläum. Doch während rund um Heumarkt und Tanzbrunnen friedlich gefeiert und geschunkelt worden ist, sah es im sogenannten Kwartier Latäng anders aus.

Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, während eines Interviews mit der Deutschen Presse-Agentur in seinem Büro. Im Hintergrund die Zülpicher Straße voll mit Feiernden.
Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn warnt: „Es wird Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung im öffentlichen Raum gerecht wird“ (IDZRW-Montage). © Future Image/Imago & Marius Becker/dpa

11.11. in Köln: Festkomitee-Präsident alarmiert: „Das Sicherheitskonzept hat nicht ausgereicht“

„Für die Anwohner der Zülpicher Straße und für den Inneren Grüngürtel war der Tag leider wieder einmal ein Desaster“, sagt Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn gegenüber 24RHEIN. „Wenn Sperren durchbrochen und Wiesen als Partymeilen missbraucht werden, dann zeigt das, dass einfach zu viele Menschen vor Ort sind. Auch wenn die Stimmung nicht aggressiv war, entstehen durch diese Massen schnell Situationen, die für die Beteiligten gefährlich werden können.“

Kuckelkorns Fazit ist deutlich: „Für diese hohe Anzahl an Feiernden hat das Sicherheitskonzept sichtbar nicht ausgereicht.“ Dabei hat die Stadt extra eine externe Sicherheitsfirma mit ins Boot geholt. Der Plan: Unschöne Szenen wie in den letzten Jahren sollten verhindert und Anwohner besser vor Chaos, Müll und Verschmutzung geschützt werden – doch offenbar mit wenig Erfolg.

Bereits vor dem Sessionsauftakt am 11.11. gab es zahlreiche Befürchtungen aufgrund des Sicherheitskonzeptes. Die Kritiker fühlen sich nach chaotischen Szenen am Eingang, Müllbergen auf der Zülpicher Straße und im Grüngürtel sowie dem Zusammenbruch der KVB nun bestärkt.

Kuckelkorn mit hartem Fazit zum 11.11. in Köln: „Wird Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung gerecht wird“

Auch Kuckelkorn als Präsident des Festkomitees Kölner Karneval ist von den Entwicklungen am 11.11. wenig überrascht – leider. „Wir haben seit Monaten darauf hingewiesen, dass es diesmal ein Freitag und damit ein besonders anziehender Tag sein würde. 2023 fällt der 11.11 übrigens auf einen Samstag, da werden im nächsten Jahr noch mehr Menschen Plätze zum Feiern suchen.“ Darum müsse die Stadt dringend handeln.

„Es wird Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung im öffentlichen Raum gerecht wird – so wie an Silvester, wo sie entsprechende Ressourcen zur Verfügung stellt, um das Treiben in der Altstadt und auf den Rheinbrücken erfolgreich zu kanalisieren“, sagt Kuckelkorn.

Nach Chaos am 11.11.: Wie geht es mit dem Karneval in Köln weiter?

Aber wie genau? „Aus unserer Sicht kann das nur heißen, dass eine Ausweichfläche gefunden und so bespielt werden muss, dass sie auch für sehr junge Menschen eine echte Alternative zum Viertel rund um die Zülpicher Straße wird – die Deutzer Werft wäre möglicherweise eine solche Location.“ Damit ist Kuckelkorn nicht allein. Auch FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite sieht das als einzige Möglichkeit, um Herr über das Chaos zu werden.

Die Forderung dabei: Die Stadt muss einen privaten Veranstalter mit ins Boot holen. Das Festkomitee will dafür seinen Teil beitragen, betont aber auch, dass es als ehrenamtlicher Verein kein Veranstalter in dieser Größenordnung sein kann. „Wenn wir aber helfen können, einen alternativen Ort zu suchen und mit einem karnevalistischen Partyformat attraktiv für junge Menschen zu machen, bringen wir unser Know-how gerne ein.“

Die Stadt müsse dabei allerdings mitmachen – und genau das sei für den diesjährigen 11.11. leider nicht passiert, betont Kuckelkorn weiter. Damit ist Kuckelkorn nicht allein. Der Kölner FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite spricht von einem „Desaster mit Ansage“. „Das war haarscharf an einer Katastrophe vorbei.“ Bezirksbürgermeister Andreas Hupke zeigte sich bereits am Vormittag des 11.11. entsetzt: „Es geht um Feiern wie aus den härtesten Bildern, die ich aus dem TV kenne: Mallorca, Ballermann.“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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