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Emotionales Video zeigt, was der Karneval in Köln bedeutet – und macht auf ein großes Problem aufmerksam

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Von: Johanna Werning

Karnevalisten in Uniformen der Garde tanzen in Köln vor dem Dom.
Kölner Karneval will mit Spendenaktion den kleinen Leuten helfen © Oliver Berg/dpa

Jecken stehen für einander ein: Das macht den Kölner Karneval aus. Mit einem Hilfsfonds werden diejenigen finanziell unterstützt, die seit März 2020 kaum noch finanzielle Einnahmen haben.

Köln – Die Stadt am Rhein ist das Herz des Karnevals. Nirgendwo wird so schön geschunkelt und gesungen wie in Köln. In der 5. Jahreszeit gibt es kein „du“ oder „ich“, sondern nur ein „WIR“. Gerade diese Verbundenheit macht den Kölner Karneval aus. Doch diese traditionsreiche Veranstaltung, dieses großartige Lebensgefühl steht vor einer enormen Herausforderung. Aufgrund des Coronavirus und des Lockdowns gibt es in dieser Session keine Veranstaltungen und Sitzungen wie sonst, fast alles findet nur virtuell statt. Das ist nicht nur traurig für das Jeckenherz – besonders Kneipenbesitzer, Köbes und Künstler leiden.

Coronavirus in Köln: Der Kölner Karneval hält zusammen – und will helfen

Für die Narren ist klar: In schwierigen Zeit hält man zusammen. Es muss etwas unternommen werden, um die Karnevalsbranche zu unterstützen. Aber wie? Im Dezember hatte das Festkomitee Kölner Karneval dann die Idee: Mit einer Spendenaktion soll schnell und unbürokratisch Hilfe geboten werden.

„Viele haben nun wegen der Pandemie seit März kein Einkommen mehr, staatliche Hilfen reichen leider nicht immer aus. Das ist für viele Menschen existenzbedrohend geworden. Genau bei solchen Härtefällen soll die Aktion ‚Mer looße üch nit allein’ ansetzen”, erklärt Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval auf der Seite der Spendenaktion.

Karneval in Köln: Emotionales Video zeigt, was Karneval bedeutet – auch während Corona

Mit dem Video „Nur zesamme sin mer Fastelovend –  Mer looße üch nit allein“ macht die „Initiative zur Förderung von Kulturschaffenden im Karneval“ auf die Aktion aufmerksam – mit ganz viel Kölsch Jeföhl.

Das Video zum Cat Ballou-Song „DU BES NIT ALLEIN“ versprüht 5 Minuten lang pure Emotion Aufnahmen von vergangenen Umzügen, Sitzungen und Konzerten, dazu singen und schunkeln Karnevalisten und kölsche Prominenz für den guten Zweck: von Kölner Dreigestirn über Henning Krautmacher bis zu Lukas Podolski.

„Nur zesamme sin mer Fastelovend“ und darum ist keiner allein. Passender hätte ein Karnevalsmotto wohl kaum sein können. Spätestens in der Songmitte rollt einem echten Jecken eine Träne über die Wange. Mit einer emotionalen Botschaft ruft die Aktion dazu auf, was den Karneval wirklich ausmacht: eben nicht nur Party und Feiern, sondern viel mehr das Gefühl von Gemeinschaft. Mit der karnevalistischen Hilfsaktion sollen nun die unterstützt werden, die aufgrund der Corona-Pandemie auf Einnahmen verzichten müssen.

Spendenaktion des Kölner Karnevals soll schnell und unbürokratisch helfen

Bereits über 55.000 Euro (Stand 26. Januar 2021) sind dank der Unterstützung von zahlreichen bekannten Gesichtern wie den Bläck Fööss, Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie, oder Sänger Giovanni Zarella eingegangen. Doch wer genau soll die Spendengelder erhalten?

Damit möglichst jeder eine Chance auf die finanzielle Unterstützung hat, können sich ab dem 8. Februar Künstler, Bands, deren Crews und Techniker sowie karnevalistische Freiberufler und/oder Soloselbstständige, Tanztrainer, musikalische Leitungen von Tanzgruppen und Spielmannszügen sowie Tanzgruppen und Spielmannszüge um Gelder aus dem Karnevalshilfsfonds bewerben.

An wen genau das Geld (bis zu 2000 €) geht, wird von einem Beirat rund um Matthias Becker (Manager Bläck Fööss), Bernhard Conin (Geschäftsführer KölnKongress), Barbara Förster (Leiterin Kulturamt der Stadt Köln), Stefan Löcher (Geschäftsführer Lanxess arena) und Norbert Minwegen (Geschäftsführer SK Stiftung Kultur). Prominente Schirmherren der Spendenaktion sind neben Oberbürgermeisterin Henriette Reker auch Wolfgang Bosbach, Bettina Böttinger, Guido Cantz, Christoph Kuckelkorn und Cat Ballou. (jw)

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