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Karneval Köln: „Kölsche Kippa Köpp“ hospitieren beim Festkomitee

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Von: Mick Oberbusch

Der erste jüdische Karnevalsverein „Kölsche Kippa Köpp“ e.V. wurde zur hospitierenden Mitgliedgesellschaft im Feskomitee Kölner Karneval ernannt.

Köln – Der Kölner Karneval steht seit jeher nicht nur für Kölsch, den Rosenmontagszug und eine volle Zülpicher Straße, sondern auch für Vielfalt und Toleranz. Weshalb es Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, besonders gefreut haben dürfte, als er auf der Jahreshauptversammlung des FK am Montagabend (24. Oktober) in Köln verkünden durfte: „Der Fastelovend besteht aus vielen Steinen, die zusammen ein buntes Mosaik ergeben. Der jüdische Karneval ist einer dieser Steine. Mit ihm kehrt ein lange vermisstes Familienmitglied zurück.“

Kölsche Kippa Köpp e.V.
gegründet2017 (Nachfolger des nach des in den zwanziger Jahren gegründeten Kleinen Kölner Klubs)
Mitglieder100
PräsidentAaron Knappstein
Homepagewww.kippakoepp.koeln

„Kölsche Kippa Köpp e.V.“ – erster jüdischer Karnevalsverein hospitiert beim Fesktkomitee

Mann mit Kippa, Frau beim Karneval feiern
Die „Kölschen Kippa Köpp“ gehören nun zum Festkomitee Kölner Karneval (Symbolbild/Montage). © Chai von der Laage/Imago & Emmanuele Contini/Imago

Der Anlass dieser Äußerung: Mit dem 2017 gegründeten Verein „Kölsche Kippa Köpp e.V.“ wurde an diesem Abend der erste jüdische Karnevalsverein Kölns zur hospitierenden Mitgliedsgesellschaft im Festkomitee ernannt. Die „Kölschen Kippa Köpp“ gründeten sich natürlich in der Domstadt und verzeichnen inzwischen über 100 Mitglieder. Präsident Aaron Knappstein: „Wir wollen das Jüdische wieder in den Karneval bringen, denn Jüdinnen und Juden haben in Köln immer Karneval gefeiert“, sagte er am Montagabend.

Kölsche Kippa Köpp e.V. – der erste jüdischer Karnevalsverein

► Der Verein „Kölsche Kippa Köpp e.V.“ wurde 2017 ins Leben gerufen.

► Man wollte mit diesem Schritt bewusst an die Tradition des früheren jüdischen Karnevalsvereins „Kleiner Kölner Klub“ anknüpfen.

► „In diesem hatten sich in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts jüdische Kölner zusammengefunden, um gemeinsam Fastelovend zu feiern“, heißt es auf der Vereins-Homepage.

► Mit Beginn der Verfolgung durch das Naziregime hatten die Aktivitäten des „Kleinen Kölner Klubs“ ein jähes Ende gefunden. Einigen Mitgliedern gelang die Flucht ins Ausland, andere kamen in Ghettos und Lagern um.

Quelle: www.kippakoepp.koeln

Präsident der „Kölschen Kippa Köpp“: „Wollen den Karneval in die jüdische Gemeinde bringen“

Und weiter: „Aber wir wollen auch andersrum den Karneval in die jüdische Gemeinde bringen, denn vielen unserer Mitglieder fehlt noch der Bezug zu diesem Stück Brauchtum“, so der Präsident Knappstein. Da dürfte der 11.11. in Köln in einigen Wochen gerade Recht kommen.

Karneval in Köln: „Kölschen Kippa Köpp“ hospitieren beim Festkomitee – große Pläne bei Traditionskorps

Auch die anderen Karnevalsgesellschaften im Festkomitee sehen die Hospitanz als wichtigen Meilenstein. „Wir freuen uns über die Aufnahme der Kölsche Kippa Köpp e.V. ins Festkomitee des Kölner Karnevals“, teilen die Blauen Funken mit. „Historische Daten der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. und der Blauen Funken belegen, dass gerade im 19. Jahrhundert viele jüdische Karnevalisten auch Mitglieder der beiden Traditionskorps waren. In Verantwortung dieser gemeinsamen Geschichte möchten die Roten Funken und die Blauen Funken die Kölsche Kippa Köpp auch heute im Karneval begleiten und diese Freundschaft weiter ausbauen.“

Wie genau, ist noch nicht klar. Aber: „Erste Gespräche dazu fanden bereits zwischen den drei Präsidenten Heinz Günther Hunold, Björn Griesemann und Aaron Knappstein in der Synagoge am Rathenauplatz statt“, so die beiden Traditionskorps. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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