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„Weihnachten in der Uniklinik“: Böhmermann kritisiert Menschenmassen in Köln

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Von: Benjamin Stroka

Karnevalisten auf der Zülpicher Straße an Weiberfastnacht 2019.
Dicht an dicht feierten viele Menschen den 11.11. in Köln – und das sorgte für heftige Kritik. (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

In Köln feiern Tausende den Auftakt in den Karneval. Angesichts steigender Corona-Zahlen gibt es scharfe Kritik – auch von Jan Böhmermann.

Köln – In Köln ist der Karneval in die neue Session gestartet. Tausende Jecken feiern den 11.11. teils dicht gedrängt auf dem Heumarkt in der Altstadt, im Zülpicher Viertel oder in den Kneipen. Und das an einem Tag, an dem die Corona-Zahlen in Köln und NRW erneut stark angestiegen sind. Wird der Kölner Karneval zum Superspreader-Event? Zumindest in den sozialen Medien wird nicht mit Kritik gespart. Viele werfen den Karnevalisten vor, die Infektionszahlen noch weiter in die Höhe zu treiben.

Karneval Köln: Böhmermann-Kritik zum 11.11.

„Alaaf! Heute als ‚Sexy Krankenschwester‘ auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als ‚Sexy Intubierte‘ in der Uniklinik“, twitterte Jan Böhmermann zu einem häufig geteilten Twittervideo der Zeitung Kölner Stadt-Anzeiger, das dicht gedrängte Menschenmassen im Zülpicher Viertel zeigt. Die 7-Tage-Inzidenz in Köln ist am 11. November auf 212,5 (Quelle: RKI) gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Ende April. Laut Robert-Koch-Institut sind in den Kölner Krankenhäusern am 11. November nur noch 22 Intensivbetten frei, das entspricht 6,85 Prozent des gesamten Kontingents.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte bereits vor einigen Tagen gewarnt, dass der Karneval „zum Superspreader-Event“ werden könnte. Allerdings bezieht sich Lauterbach dabei vor allem auf Veranstaltungen in Innenräumen. Am 11.11. twitterte der Bundestagsabgeordnete aus Köln: „Habe den Jecken eine gute Zeit gewünscht, aber auch von allen Innenraum-Veranstaltungen abgeraten. Diesmal feiern wir Karneval draußen.“

11.11. in Köln: Scharfe Kritik im Netz – Reker verteidigt Feiern

Die Stadt Köln wollte mit strengen 2G-Regeln dagegen steuern. Vielerorts, vor allem an den Hotspots, gelten strenge Corona-Regeln. Wer nicht geimpft oder genesen ist, erhält keinen Zutritt. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Doch in den sozialen Medien hagelt es dennoch harsche Kritik. „Was momentan in Köln beim Karneval passiert, das fällt schon unter organisierten und staatlich tolerierten Wahnsinn“, schreibt ein aufgebrachter User. „Heute ist Karnevalsauftakt! Die 18 fährt dieses Jahr nicht nach Istanbul, sondern zur Uniklinik“, twitterte beispielsweise die satirische ZDF-Heute-Show.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die Karnevalsfeiern am 11.11. noch am gleichen Tag bei einer Pressekonferenz verteidigt. Demnach war es „richtig, heute zu feiern“. Reker sagte weiter: „Ich bin der festen Überzeugung, dass uns eine Absage wie im vergangenen Jahr diesmal nicht gelungen wäre. Der 11.11. ist ein wichtiger Bestandteil von Köln. Die Menschen hätten sich ein vollständiges Verbot nicht mehr gefallen lassen, das wäre auch rechtlich nicht mehr möglich gewesen.“ (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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