1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Karneval

Chaos am 11.11.: Reker gibt Fehler zu – „haben uns verschätzt“

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Wie geht es nach dem Chaos am 11.11. mit dem Kölner Karneval weiter? Die Stadt soll jetzt bestimmte Maßnahmen prüfen, um neue Konzepte zu erstellen.

Köln – Rund einen Monat nach der Sessionseröffnung 2023 ist der 11.11. Thema im Kölner Stadtrat: Bei der Ratssitzung wurden neue Vorschläge und Ideen diskutiert, wie der Kölner Karneval sicherer gefeiert werden kann. „Es herrschte Chaos und Anarchie in einer Art und Weise, die Anwohner noch nie erlebt haben. Das muss sich ändern“, fasst SPD-Fraktionschef Christian Joisten zusammen.

Reker über Karneval-Chaos am 11.11.: „Haben uns sicherlich verschätzt“

Ähnlich sehen es auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die Stadtverwaltung. Der Grund für die unschönen Szenen sei aber nicht das Sicherheitskonzept für den 11.11. „Natürlich waren wir alle über die Bilder nach dem 11.11. betroffen. Das ist völlig klar. Aber es waren genug Müllgefäße da, die Menschen haben den Müll daneben geworfen. Es waren genug Toiletten da, die wurden aber auch nicht so angenommen, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Einem Kritikpunkt an die Verwaltung stimmt Reker dann aber doch zu: „Wir haben uns sicherlich verschätzt in der Anzahl der Jugendlichen, die dann schließlich doch gekommen sind. Wir haben schon ganz hoch geschätzt und trotzdem sind noch mehr gekommen. Davor sind wir auch beim nächsten 11.11. nicht sicher“, so die Oberbürgermeisterin „Wir werden mit den Realitäten leben müssen.“ Darum sei es umso wichtiger, dass man für Weiberfastnacht und für die kommenden Sessionseröffnungen Lösungen findet. „Das heißt für uns, alles zu prüfen, was dazu beiträgt, viel zu viele Menschen auf viel zu kleinem Platz entlasten kann – und zwar mit erstem Blick auf die Sicherheit.“

Wie geht es nach dem 11.11. mit dem Karneval in Köln weiter? Stadt prüft diese Maßnahmen

Wie die konkreten Maßnahmen allerdings aussehen könnten, ist noch unklar. Der aktuelle Plan nach der Ratssitzung: Die Stadtverwaltung soll verschiedene Maßnahmen und Konzepte auf ihre Machbarkeit, Umsetzung und Erfolgschancen überprüfen. Vor allem eine Idee steht dabei im Fokus: Statt Chaos auf der Zülpicher Straße soll es einen Karnevalsumzug in der Kölner Innenstadt geben. Der Vorschlag stammt vom Festkomitee Kölner Karneval. Beim Runden Tisch Karneval hat der Festkomitee-Präsidenten Christoph Kuckelkorn die Idee erstmals vorgestellt.

Kölner Karneval: Das wurde im Stadtrat festgelegt

► Die Stadtverwaltung soll prüfen, welche vorgeschlagenen Konzepte – darunter auch die Zoch-Idee – für ein sicheres Karnevalsfeiern umsetzbar sind. Das Ziel dabei: Die Besuchermassen besser kontrollieren und die Zülpicher Straße entlasten. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob folgende Ideen umgesetzt werden können:

Gibt es Alternativflächen im Rechtsrheinischen oder in der Kölner Innenstadt? Wo könnten außerdem Parallelveranstaltungen stattfinden?

Inwieweit ist ein Ausbau des Glasverbots möglich?

Inwieweit muss das Müllkonzept ausgebaut werden? Sind Aktionen wie „Gutscheine für Müllsammeln“ möglich?

Wie könnten Werbungen und Imagekampagnen für ein respektvolles Miteinander aussehen?

Wie kann der KVB-Betrieb während Karneval gewährleistet werden?

► Bereits an Weiberfastnacht sollen die Maßnahmen umgesetzt werden.

Karnevalsumzug statt Chaos auf der Zülpicher Straße: „Ganz, ganz tolle Chance“

Genaue Details wie zum Beispiel Strecke, Finanzierung und genaue Organisation sind noch unklar. Aber schon jetzt gibt es viele Befürworter. „In der Idee vom Festkomitee gibt es eine ganz, ganz tolle Chance. Diese Chance sollten wir beherzt begreifen“, sagt Volker Görzel von der FDP. Und auch SPD-Fraktionschef Christian Joisten sieht in Kuckelkorns Vorschlag als „ein tolles Angebot“.

Nicht ganz so begeistert ist offenbar Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Ich finde die Idee zwar charmant, aber die hilft uns an Weiberfastnacht nicht weiter“, erklärt sie im Rahmen der Aktuellen Stunde. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant