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Rosenmontagszug in Köln: Erste Entscheidung? Stadt sieht Verschiebung „sehr kritisch“

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Von: Johanna Werning

Menschen feiern beim Rosenmontagszug in Köln den Karneval.
Corona könnte dem Rosenmontagsumzug in Köln einen Strich durch die Rechnung machen. © Noah Wedel/Imago

In Düsseldorf wird der Rosenmontagszug wegen Corona verschoben. Aber wie sieht es beim Kölner Karneval aus? Ist der Rosenmontagsumzug in Köln in Gefahr?

Köln – Eigentlich hat die Session im Kölner Karneval gerade erst begonnen, da droht bereits das Aus. Denn die Corona-Lage in Köln und NRW spitzt sich zu. Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus. Auch den designierten Karnevalsprinzen Sven I. hat es bereits erwischt. Darum ziehen erste Karnevalsgesellschaften und Städte bereits Konsequenzen: In Düsseldorf wird der Rosenmontagszug in den Mai verschoben. Aber wie sieht es in Köln aus?

Karneval Köln: Rosenmontagszug in Gefahr – Session 2022 trotz Corona möglich?

Beim Festkomitee Kölner Karneval sorgt die Düsseldorfer Entscheidung für Überraschung: „Wir sind von der gestrigen Entscheidung Düsseldorfs extrem überrascht und irritiert.“ Das sei im Vorhinein nicht abgesprochen gewesen, so die Pressesprecherin des Festkomitees.

Noch hält die Domstadt und das Festkomitee an ihrem Karneval fest. Jedoch „geht es und nicht ums Feiern um jeden Preis“, so die Pressesprecherin weiter. Die Session 2022 unter dem Motto „Alles hät sing Zick“ soll größtenteils wie geplant stattfinden. Doch ob das so bleibt, ist fraglich. Am Donnerstag treffen sich die rheinischen Karnevalshochburgen gemeinsam mit Vertretern der Landesregierung, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Möglich ist, dass dann auch in Köln einzelne Termine abgesagt oder verschoben werden. Auch der Rosenmontagszug steht zur Debatte. Das planmäßige Treffen werde „sicherlich mehr Klarheit für den Kölner Zoch bringen“, heißt es weiter.

Karneval Köln: Findet der Rosenmontagszug 2022 statt?

„Aus Sicht des Festkomitees Kölner Karneval ist es noch zu früh, um finale Aussagen über die Durchführung des Zuges in drei Monaten zu treffen“, teilt das Festkomitee am Donnerstagabend mit. Heißt? Die Städte Köln, Bonn und Aachen planen ihre Züge „nach wie vor unter den geltenden Corona-Schutzbedingungen“. Die Planungen sollen den jeweils aktuell gültigen Regeln angepasst werden.

Grundsätzlich will das Festkomitee die Corona-Lage und die Inzidenz-Entwicklungen genau im Blick behalten. „Wir haben in der letzten Session schon gezeigt, dass wir flexibel agieren“, heißt es. „Das gilt natürlich auch für diese Session und besonders für wichtige Ereignisse wie die Proklamation, die als Auftakt in die Session extrem wichtig für die Dramaturgie ist.“

Karneval Köln: Rosenmontagszug in Gefahr – Stadt gegen Terminverschiebung

Und auch die Stadt sieht eine mögliche Terminverschiebung wie in Düsseldorf „sehr kritisch“. „Karneval kann man nicht einfach an einem beliebigen Datum feiern“, teilte ein Stadtsprecher auf dpa-Anfrage mit. „Zumal für eine Großstadt wie Köln ein Rosenmontagszug mit Tribünen und allem, was dazugehört, an einem Frühlings- oder Sommerwochenende kaum durchführbar ist.“

Doch auch die Stadt will weiterhin genau auf die Pandemie-Lage schauen. Dafür arbeite man eng mit dem Festkomitee Kölner Karneval zusammen. „Beide blicken mit großer Verantwortung auf die kommende Session.“

Karneval Köln: Session mit besonderen Corona-Regeln

Klar ist allerdings schon jetzt: Auch 2022 werden besondere Corona-Regeln für den Karneval gelten. Immerhin stehen den Jecken und dem noch designierten Kölner Dreigestirn unzählige Auftritte und Veranstaltungen bevor – und die sollen coronakonform sein. Bisher geht man davon aus, dass die Veranstaltungen mit dem 2G-Prinzip möglich sind.

Konkret heißt das, dass nur Geimpfte und Genesene erlaubt sind – und zwar innen und außen. Einzelne Karnevalsgesellschaften gehen sogar noch weiter: „Für alle unsere kommenden Veranstaltungen setzen wir konsequent auf die 2G-Plus-Regel“, so die Traditionsgesellschaft Treuer Husar zuletzt.

Karneval in Köln: Diese Corona-Regeln gelten

Karneval trotz Corona: Erste Absagen und Verschiebungen in NRW

Rund um Köln haben die Karnevalshochburgen schon erste Konsequenzen gezogen. Hier wurde der Karneval bereits verschoben oder komplett abgesagt. In Düsseldorf findet der Rosenmontagszug kurzerhand im Mai statt. Auch Bonn entscheidet sich für den drastischen Schritt – und verschiebt die Godesberger Prinzenproklamation. In Leverkusen geht man sogar einen Schritt weiter: Die Umzüge werden komplett abgesagt.

Karneval/Köln: Was passiert, wenn das Dreigestirn positiv getestet wird?

Wie gefährdet der Kölner Karneval trotz Hygiene-Konzept und strengen Corona-Regeln ist, hat sich bereits am 11.11. gezeigt. Einen Tag vor der Sessionseröffnung erkrankte Sven Oleff, der designierte Karnevalsprinz, an Corona. Kurzerhand musste die Sessionseröffnung am Heumarkt ohne das Jecken-Oberhaupt auskommen. Und auch auf Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie musste das Narrenvolk verzichten. Kurzerhand musste das designierte Kinderdreigestirn einspringen.

Doch nicht nur der 11.11. ist im Karneval ein wichtiger Termin. In der ganzen Session gibt es Termine, die ohne Dreigestirn eigentlich nicht möglich sind. Ganz vorne dabei: Die Prinzenproklamation und der Rosenmontagszug. Während das Trifolium bei der Prinzenproklamation die Insignien von OB Henriette Reker bekommen, bilden Prinz, Bauer und Jungfrau mit ihren Wagen beim Rosenmontagsumzug das Highlight.

Was passiert, wenn einer der drei Regenten positiv auf das Coronavirus getestet wird, ist im Hygienekonzept des Festkomitees festgelegt. Bereits in der letzten Session wurden so besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen, erklärt das Festkomitee. „Zudem wird das Dreigestirn über die gesetzlichen Vorgaben hinaus eng medizinisch betreut.“ (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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