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„Alles andere als eine Malle-Tour“ – Rote Funken reagieren auf Dubai-Kritik

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Von: Johanna Werning

Die Mitglieder der Roten Funken in Dubai.
Die Rote Funken sind als Kulturverterter in Dubai © Rote Funken

Die Roten Funken sind in Dubai. Das Karnevalskorps tritt als offizieller Kulturvertreter auf – doch dafür gibt es jede Menge Kritik. Für die Jecken aus Köln unverständlich.

Köln / Dubai – Die Roten Funken haben den ungemütlichen Herbst gegen jede Menge Sonnenschein eingetauscht. Das Traditionskorps aus Köln hat es nämlich nach Dubai verschlagen – genauer gesagt zur Expo 2020. Dort treten sie als offizielle Kulturvertreter des „kölschen Brauchtums“ auf. Eingeladen wurden sie von der Bundesrepublik. Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der deutsche Botschafter sind dabei. Für die Jecken des Kölner Karnevals eine absolute Ehre. Für viele andere offenbar ein echtes No-Go.

Die Kritikpunkte: Dubai verletzt Menschenrechte und auch das Reisen während der Corona-Pandemie sehen viele kritisch. Im Interview mit 24RHEIN erklärt Günther Ebert, Pressesprecher der Roten Funken, wieso der kulturelle Austausch wichtig ist – auch wenn der ein oder andere offenbar damit ein Problem hat.

Dubai-Kritik für Rote Funken: Brings-Schlagzeuger teilt aus

Denn unter den Dubai-Facebookposts der Roten Funken gibt es jede Menge Vorwürfe. „Dubai? Da kann man mindestens geteilter Meinung sein. Oder ne, eindeutig: ich finde es einfach ein falsches Signal. Bei allem Respekt vor und aller Sympathie für euch. Auch wenn es eine Expo ist, und das bei euch Tradition hat“, heißt es unter anderem.

Auch Brings-Schlagzeuger Christian Blüm sieht die Rote Funken-Reise mehr als kritisch: „Unterirdisch! Fahrt doch im Anschluss noch nach Katar und nennt das ganze ‚Rote-Funke-scheiss-auf-Menschenrechte-Tour-2021‘. Schlimm ignorant! Ach und nur für den Hinterkopf: Ihr repräsentiert da nicht das rheinische Brauchtum! Dem fühle ich mich nämlich auch verpflichtet. Macht diesen Scheiß bitte unter eurem Label! Hätzliche Jröß!“

Nach Dubai-Kritik für Rote Funken – „alles andere als eine Malle-Tour“

Und die Rote Funken? Die können die ganze Kritik zum Expo-Auftritt nur bedingt verstehen. „Ein kultureller Austausch ist immer wichtig“, erklärt der Pressesprecher der Roten Funken. Gemeinsam mit Reker und dem deutschen Botschafter vertreten sie Deutschland auf der Weltausstellung. Auch Ebert selbst ist aktuell im arabischen Emirat. „Wir stellen uns der Kritik“, erklärt Ebert weiter. Aber dennoch: „Es ist alles andere als eine Malle-Reise.“

Etwas enttäuscht von den Vorwürfen sind die Karnevalisten jedoch trotzdem. „Kritik ist immer legitim, aber es kommt ja auch auf den Ton an.“ Gerade der Vorwurf vom Brings-Schlagzeuger trifft. „Wir unterstützen die Band wirklich vom ersten Tag an. Da ist das schon befremdlich“, so der Rote Funken-Sprecher weiter. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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