1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Karneval

„Situation in unserem Umfeld ist dramatisch“: Kasalla-Sänger über Corona und Tour-Absage

Erstellt:

Von: Mick Oberbusch

Kasalla-Sänger Bastian Campmann guckt nach unten, im Hintergrund eine leere Halle (Montage)
Stehen die Arenen und Hallen im Herbst wieder leer? Wenn es nach Kasalla-Frontmann Bastian Campmann geht, könnte dies sehr gut der Fall sein (IDZRW-Montage). © Future Image/Imago & Georg Wendt/dpa

Kasalla-Frontmann Bastian Campmann hat in einem Interview mit Sorge auf den kommenden Herbst geblickt – und über die Tour-Absage gesprochen.

Köln – Ein ausverkauftes Stadion-Konzert wie beispielsweise das der Rolling Stones Ende Juli in Gelsenkirchen hier, diverse Spitzen-Events in der Lanxess Arena und dem Bonner Hofgarten (z.B. Robbie Williams) da – man könnte mit Blick auf wieder stattfindende Großveranstaltungen in 2022 meinen, die Eventbranche hätte sich nach zwei harten Pandemie-Jahren inzwischen wieder vollständig erholt. Dass dem allerdings nicht so ist, darüber hat Bastian Campmann, Sänger der aus dem Kölner Karneval bekannten Band Kasalla, in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesprochen.

Kasalla (Band)
MitgliederBastian Campmann, Sebastian Wagner, Florian Peil, Nils Plum, Rene Schwiers
gegründet2011

Kasalla-Sänger Bastian Campmann über Konzert-Situation: „Wenn Coldplay kommt, läuft‘s“

„Wenn Coldplay (nach Deutschland zu einem Konzert, Anm. d. Red.) kommt, läuft‘s. Deshalb gibt es jetzt auch überall diese großen, bunten Bilder von vollen Konzerten. Aber die spiegeln leider überhaupt nicht den Querschnitt der Kulturlandschaft wieder“, sagt Campmann, der mit Kasalla selbst eine geplante Europa-Tournee absagen musste. Und das, obwohl die kölschen Rocker mit ihrem Album „Rudeldiere“ in den Top Ten der deutschen Albumcharts stehen und jüngst erst ein Konzert im RheinEnergie-Stadion vor 41.000 Menschen gespielt haben. Der Grund für die Absage: Schleppende Ticketverkäufe – und vieles mehr.

Kasalla sagt geplante Tour ab – welche Rolle spielte die Corona-Pandemie dabei

„Zum einen ist Corona noch nicht vorbei, so gerne wir das auch alle hätten. Und ich glaube, dass es noch immer einen gewissen Anteil an Menschen gibt, die vorsichtig sind, was Indoorveranstaltungen im Herbst angeht. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Zweitens ist das Geld aktuell weniger wert. Und drittens sind einfach die Kühlschränke noch vollgepinnt mit alten Konzerttickets und Einladungen für verschobene Hochzeiten und runde Geburtstage. All das spielt eine Rolle“, sagt der Kasalla-Frontmann, der befürchtet, dass sich das Freizeitverhalten der Menschen durch die Pandemie langfristig verändert hat.

Kasalla in Sorge um Band-Kolleginnen und -Kollegen – „Die Situation in unserem Umfeld ist dramatisch“

Deshalb blickt er auch mit Sorge auf seine Band-Kolleginnen und -Kollegen, die vielleicht noch nicht die Popularität wie Kasalla erreicht haben. „Die Situation in unserem Umfeld ist dramatisch. Wir selbst sind glücklich und dankbar, dass wir vor der Pandemie schon stabilen Erfolg hatten. Aber wir haben viele Freundinnen und Freunde, denen es nicht so geht. Die gerade ihre Jobs gekündigt hatten, um Musik zu machen. Die hofften: ‚Jetzt ist Sommer, der Impfstoff ist da, jetzt geht‘s los, Heidewitzka! Voll auf die Zwölf!‘ Aber diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt“, so Campmann.

Kasalla-Frontmann Bastian Campmann hat Angst vor „hartem Corona-Herbst und -Winter“

Deshalb prophezeit er: „Der Herbst und der Winter, die jetzt kommen, werden sehr hart. Ich fürchte, der dritte Corona-Winter wird noch schlimmer als die ersten beiden. Im ersten Winter waren wir in Schockstarre, aber viele hatten noch etwas Speck um die Hüften und konnten von Rücklagen leben. Im zweiten Winter halfen die Förderprogramme. Jetzt steht der Kaiser nackt da“, so Campmann. Eine nicht nur für die kölsche Band düstere Aussicht. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant