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Mann will Karnevalsorden verkaufen – Kölner verstehen den Grund sofort

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Von: Mick Oberbusch

Kandidaten stehen bei Horst Lichter im „Bares für Rares“-Studio, eingeklinkt der Düsseldorfer Karnevalsorden, der verkauft werden soll (Screenshots, Montage).
Mit einem Düsseldofer Karnevalsorden schlugen zwei Kölner bei „Bares für Rares“ auf – mit Erfolg? (IDZRW-Montage). © Screenshot ZDF Mediathek, „Bares für Rares“ vom 24. Mai 2022

Ein Vater und seine Tochter aus Hennef bei Köln waren bei „Bares für Rares“ im ZDF, um einen Karnevalsorden aus Düsseldorf zu verkaufen. Eine Rarität?

Köln – Die jahrhundertelange Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf hat viele Facetten – weshalb auch das Thema Karneval ein echter Streitpunkt der Nachbarstädte ist. Alaaf oder Helau, Kölsch oder Alt – hier scheiden sich die Geister, doch eines ist klar: Nur in der eigenen Stadt wird der „Fastelovend“ richtig zelebriert, mit den Feierlichkeiten des ungeliebten Nachbarns möchte man in der Regel nicht allzu viel zu tun haben. So geht es auch Jürgen Monz und seiner Tochter Nina aus Hennef im Rhein-Sieg-Kreis, als sie am 24. Mai bei Horst Lichter am „Bares für Rares“-Set aufschlagen – mit einem Karnevalsorden aus Düsseldorf, den sie dringend loswerden möchten.

Bares für Rares
SenderZDF
Erstausstrahlung3. August 2013
ModeratorHorst Lichter

Düsseldorfer Karnevalsorden bei „Bares für Rares“: Expertin macht Hoffnung

„Wir haben einen Orden dabei, der für den Rheinländer nur leider einen Nachteil hat: Der Orden kommt aus Düsseldorf“, erklärt Vater Jürgen, selbst spürbar eher dem Kölner Karneval zugewandt, bevor er sich mit seiner Tochter zur Bewertung aufmacht. „Eine Hochzeit steht an, ein Haus wurde gekauft – alles Sachen, für die man gerne Geld braucht.“ Besagtes Geld soll der Orden des Düsseldorfer Amazonenkorps einbringen – und die Chancen dafür stehen, glaubt man Expertin Friederike Werner, gar nicht so schlecht.

„Bares für Rares“ (ZDF): Seltener Karnevalsorden – „Das kam uns wie eine Rarität vor“

Der Orden ist aus Porzellan und stammt aus den späten 50er Jahren. „Das kam uns wie eine Rarität vor“, erklärt Tochter Nina, ihres Zeichens Pharmaberaterin im Außendienst. Auch Papa Jürgen, Brandschutzbeauftragter in Köln, ist optimistisch. „Es ist ein kleiner, hübscher Orden des Amazonenkorps Düsseldorf. Das ist ein karnevalistischer Verein von Damen, die das einzige Reiterkorps im Karneval darstellen, wo es nur Frauen gibt“, erklärt Werner und teilt den beiden Rheinländern ihre Preiseinschätzung mit: 30 bis 50 Euro könnten für Papa und Tochter Monz für den Orden herausspringen, was dem Wunschpreis der Verkäufer entspricht.

Der Amazonenkorps Düsseldorf

Der 1934 in Düsseldorf gegründete Amazonenkorps ist ein karnevalistischer Verein ausschließlich für Frauen. Auch stellt der Amazonenkorps das einzige Reiterkorps im Karneval, an dem nur Frauen beteiligt sind. Die Amazonen erklären ihre Entstehungsgeschichte selbst wie folgt: „Es waren einmal ein paar lebenslustige Düsseldorferinnen, die den Entschluss fassten, nicht mehr zu Hause zu sitzen, während ihre Göttergatten, die rot-weißen Prinzgardisten, zum Stammtisch oder zu fröhlichen Karnevalsveranstaltungen gingen. Unsere Gründungsmitglieder hatten wie man so schön sagt „ den Papp auf“. Für die damalige Zeit außergewöhnlich selbstbestimmt, entschieden sie sich daher am Aschermittwoch 1934 heimlich das erste karnevalistische Damenreiterkorps zu gründen. Noch im gleichen Jahr wurde das Amazonenkorps der Stadt Düsseldorf e.V. in das Vereinsregister eingetragen.“ Den Verein gibt es noch heute. Quelle: www.amazonenkorps-duesseldorf.de

Kölner feilschen mit Händlern bei „Bares für Rares“ um Karnevalsorden aus Düsseldorf

Mit der Händlerkarte werfen sich beide in die Händler-Manege – zuvor nehmen eben jene das Schmuckstück jedoch noch einmal genauer unter die Lupe. Besonders genau hinschaut dabei Händler Markus Wildhagen, der gebürtig aus Düsseldorf stammt. Ein Vorteil für die beiden Verkäufer fühlt sich der Händler emotional für das Schmuckstück aus seiner Heimat verantwortlich fühlt. „Sie kommen also aus Köln, dann kann ich verstehen, warum sie den Orden verkaufen wollen“, erklärt eine andere Händlerin und lacht. Im vergangenen Jahr übrigens stellten sich auch Giovanni und Jana Ina Zarella den „Bares für Rares“-Händlern.

Düsseldofer Karnevalsorden bringt bei „Bares für Rares“ 60 Euro ein – Kölner freuen sich

Nach einer kurzen Gesprächsrunde holen Vater und Tochter Monz dann noch mehr raus, als ursprünglich gehofft – obwohl die Gebotsrunde mit gerade einmal fünf Euro startet. In der Folge lässt sich Wildhagen jedoch noch einige Male überbieten – und muss für den Orden letztlich satte 60 Euro auf den Tisch legen. Ob das für das neue Haus oder die Hochzeit reicht, sei dahingestellt – wenigstens sind die beiden Rheinländer den Orden aus der ungeliebten Stadt aber jetzt los. Und da ist es doch fast egal, zu welchem Preis. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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