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Drama um Karneval in Köln geht weiter – Ausgang ungewiss

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Von: Johanna Werning

Ein Miniaturkarnevalswagen, der einen Narren mit einem Trömmelchen und einem Schild mit der Aufschrift «Einsamkeit ist so scheiße» zeigt, steht im Hänneschen-Theater.
Der Kölner Karneval soll 2022 gefeiert werden – jedoch „nicht um jeden Preis“ © Costa Belibasakis/dpa

Kann der Karneval in Köln trotz Corona gefeiert werden? Stadt und Festkomitee halten an den Plänen fest – noch. Die „Seele des Karnevals“ spielt dabei eine Rolle.

Köln – Nachdem der Kölner Karneval in der vergangenen Session aufgrund des Coronavirus größtenteils ausfallen musste, hatten die Jecken in diesem Jahr wieder Hoffnung, ihr Kölner Dreigestirn und die 5. Jahreszeit zu feiern. Doch wieder könnten Inzidenz und Hospitalisierungsrate den Jecken in Köln einen Strich durch die Rechnung machen. Und das schlägt nun offenbar aufs Gemüt. Während zwischen Köln, Bonn und Aachen Einheit herrscht, gibt es Ärger mit der Hochburg Düsseldorf. Denn der Düsseldorfer Plan, den Rosenmontagszug auf Mai zu verschieben, stößt auf Kritik. Alle Infos zum Karnevalsdrama im Rheinland:

Karneval in Köln: Festkomitee hält an Plänen für Session 2022 fest

Obwohl Städte wie Düsseldorf, Leverkusen und Bonn schon jetzt die ersten Konsequenzen ziehen und einzelne Veranstaltungen absagen oder verschieben, hält man in Köln am Karneval fest. Man lehne eine „willkürliche Verschiebung der Session strikt ab“, heißt es seitens des Festkomitees.

„Wir beobachten natürlich weiterhin genau die Entwicklungen. Denn es geht uns nicht um Feiern um jeden Preis. Wir haben in der letzten Session schon gezeigt, dass wir flexibel agieren und uns mit kreativen Lösungen auch immer wieder der aktuellen Entwicklung anpassen können“, so Festkomitee-Sprecherin Tanja Holthaus gegenüber 24RHEIN. „Das gilt natürlich auch für diese Session.“

Eine Verschiebung der Session auf einen späteren Termin kommt jedoch nicht infrage: „Als Träger des Immateriellen Kulturerbes der Bundesrepublik Deutschland sieht sich das Festkomitee Kölner Karneval zur Einhaltung der zeitlichen Abläufe verpflichtet und stellt damit den kulturellen Aspekt des Festes klar über wirtschaftliche Interessen“, so das Festkomitee.

Karneval in Köln: „Kleine kreative Lösungen“ statt Verschiebungen und Ausfälle

Zuspruch für diese Entscheidung gibt es auch von der Stadt Köln. Den Düsseldorfer Weg sieht man „sehr kritisch“. „Karneval kann man nicht einfach an einem beliebigen Datum feiern“, teilte ein Stadtsprecher auf dpa-Anfrage mit. Aber wie soll der Kölner Karneval trotz Coronavirus dann aussehen?

„Wir haben in Köln im vergangenen Jahr zeigen können, dass Karneval mehr sein kann als bunte Partys und kommerzielle Events. Wenn die Pandemie es nicht anders zulässt, werden wir auch in diesem Jahr notfalls wieder kleine kreative Lösungen finden müssen“, erklärt Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. „Das entspricht aber viel mehr der Seele des Karnevals, als einfach alle Sitzungen und Züge ins Frühjahr zu verlegen.“ Stattdessen plant man nach aktueller Corona-Schutzverordnung die Session „Alles hät sing Zick in Köln.

Karneval im Rheinland

Zu den Karnevalshochburgen im Rheinland gehören die Städte Bonn, Aachen, Düsseldorf und Köln. Der Rheinische Karneval wurde 2014 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe ernannt.

Karneval in Köln: So soll Corona-Karneval 2022 gefeiert werden – Überblick

Karneval im Rheinland: Treffen mit Land NRW und Ärger zwischen den Hochburgen

Wie die tatsächliche Karnevalssession 2022 aussehen soll, ist also weiterhin ungewiss und wird sich noch zeigen: Trotz Treffen mit Vertretern des Landes und der einzelnen Karnevalshochburgen. Am Donnerstag, 25. November, kamen sie in Düsseldorf zusammen. Thema: Wie ist die Session trotz Corona-Pandemie möglich? Doch ganz rosig dürfte das gemeinsame Treffen nicht abgelaufen sein. Bereits im Vorfeld krachte es zwischen Düsseldorf und den anderen Hochburgen.

Kurzerhand fand der Termin offenbar ohne Düsseldorfer Dachorganisation „Comitee Düsseldorfer Carneval“ statt. Ob es einen Zusammenhang zu der Rosenmontagszug-Verschiebung gibt, ist nicht klar. Jedoch legen Köln, Bonn und Aachen mit einer gemeinsamen Presseerklärung nach dem Treffen nach: „Die Vertreter der drei anderen rheinischen Karnevalsstädte zeigten sich überrascht und irritiert über diese Entscheidung und lehnen eine solche Verschiebung klar ab. Der Karneval ist kein reines Partyevent, das man beliebig planen und verschieben kann. Er ist ein jahrhundertealtes Brauchtum und bewegt sich als solches in einem festen zeitlichen Rahmen.“

Wann das nächste Treffen stattfindet und ob Düsseldorf dann dabei ist, ist noch nicht klar(jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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