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Eine Frau als Karnevalsprinz? OB Reker „fände es gut“

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Von: Johanna Werning

Viele Kölner träumen davon, einmal Prinz zu sein. Für Frauen ist das aber nicht möglich. OB Reker hofft, dass es bald ein weibliches Dreigestirn geben wird.

Köln – Seit Freitag ist es wieder so weit: Köln wird von den Jecken regiert – genauer gesagt vom Kölner Dreigestirn. Das sogenannte Trifolium besteht dabei neben Karnevalsprinz und Bauern auch aus der Kölner Jungfrau. Frauen im Kölner Dreigestirn gibt es jedoch dennoch nicht. Das kritisiert auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Denn alle drei Posten werden immer von Männern übernommen, mit Ausnahme der 1930-er Jahre.

Links: OB Reker an Weiberfastnacht in ihrer Funken-Uniform. Rechts: Das Kölner Dreigestirn 2023.
OB Reker spricht sich für ein weibliches Dreigestirn aus (IDZRW-Montage) ©  Oliver Berg/dpa & NurPhoto/Imago

Henriette Reker für weibliches Dreigestirn: „Hoffe, dass dies in den kommenden Jahren Realität wird“

Dass viele Gesellschaften im Kölner Karneval nur Männer aufnehmen und auch das Kölner Dreigestirn nur von Männern verkörpert wird, sorgt immer wieder für Kritik. Auch Carolin Kebekus und die Karnevalsgesellschaft KG Ponyhof sprachen sich bereits für eine längst überfällige Änderung aus. „Trau Dich Köln, es ist an der Zeit“, so die Gesellschaft im Sommer.

Ähnlich sieht es auch Reker. „Ich fände gut, wenn es mindestens einen weiblichen Prinzen geben würde – aber noch besser fände ich ein weibliches Dreigestirn. Und hoffe, dass dies in den kommenden Jahren Realität wird“, sagt die Oberbürgermeisterin gegenüber dem KStA.

Prinz, Bauer und Jungfrau im Kölner Karneval

► Das Kölner Dreigestirn 2023 wird von den Roten Funken gestellt.

► Karnevalsprinz: Boris Müller ist Prinz Boris I.

► Bauer: Bauer Marco ist Marco Schneefeld

► Jungfrau: Jungfrau Agrippina André Fahnenbruck

Weibliches Kölner Dreigestirn: „Würde Köln gut zu Gesicht stehen“

Für die KG Ponyhof ist es ganz einfach: „Wenn der fünfjährige Tim und der dreijährige Luca schon als Kind davon träumen dürfen, irgendwann mit dem Dreigestirn durch die wunderschönen Kölner Säle zu ziehen und alle zu verzaubern, dann muss das für die vierjährige Marie und die sechsjährige Layla auch möglich sein.“

„Köln würde es gut zu Gesicht stehen, wenn es eine Bäuerin gibt oder eine Prinzessin im Prinzengewand. Und irgendwann vielleicht ja sogar eine diverse Jungfrau“, heißt es in dem Statement weiter. Einen ersten Schritt in diese Richtung gab es vor rund einem Jahr. Im 200-jährigen Jubiläumsjahr hat Die Grosse von 1823 ihre Satzung geändert. Nun können auch Frauen der Mutter aller Gesellschaften beitreten – ohne Tanzmarie zu sein. (jw mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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