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Kölner Karneval: Nach Party-Eskapaden am Zülpicher Platz – 6,3 Millionen für Sicherheitskonzept

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Von: Johanna Werning

Montage: Henriette Reker (parteilos), Oberbürgermeisterin von Köln, steht vor Tausenden auf dem Zülpicher Platz.
Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die Stadt Köln wollen Millionen für ein neues Sicherheitskonzept für den Karneval zahlen (24RHEIN-Montage) © Oliver Berg/dpa & Thomas Banneyer/dpa

Für das Zülpicher Viertel sollen künftig private Sicherheitsfirmen an Karneval zuständig sein – zumindest, wenn es nach OB Reker und der Stadt Köln geht. Doch das wäre teuer.

Köln – Rund zwei Monate sind seit dem Sessionsende 2022 im Kölner Karneval vergangen. Zwar wurde aufgrund des Coronavirus und des Ukraine-Kriegs vergleichsweise still und leise gefeiert, zu Ausschreitungen rund um den Zülpicher Platz kam es jedoch trotzdem – und genau das beschäftigt nun den Stadtrat.

Karneval in Köln: Ausschreitungen am Zülpicher Platz – Stadt plant neue Maßnahmen

Weiberfastnacht, 24. Februar 2022: Bereits um 13 Uhr strömen Tausende Feierwütige auf die Zülpicher Straße in Köln. Ihr Ziel: Feiern – und das offenbar ohne Rücksicht auf Verluste. Denn die Zugangsbeschränkungen sind für viele kein Hindernis. Stattdessen stürmen sie den abgesperrten Bereich und verletzen dabei sogar Ordnungsamt-Mitarbeiter der Stadt.

Leider kein Einzelfall. Seit Jahren ist das Kwartier Latäng (Kölner Innenstadt) für Party-Eskapaden bekannt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Stattdessen soll ein neues Sicherheitskonzept her – zumindest wenn es nach der Stadt Köln und Oberbürgermeisterin Henriette Reker geht. „Der Trend vieler vornehmlich junger Menschen zum Feiern unter freiem Himmel und auf öffentlichen Flächen abseits der traditionellen Veranstaltungen ist ungebrochen, sodass die dafür im öffentlichen Raum notwendigen sicherheitstechnischen und logistischen Maßnahmen zukünftig ausgebaut und verstärkt werden müssen“, heißt es in einer neuen Beschlussvorlage.

Kölner Karneval: Zülpicher Platz – 6,3 Millionen für Sicherheitskonzept

Neben zusätzlichen öffentlichen Toiletten soll es künftig eine private Sicherheitsfirma geben, die im Zülpicher Viertel zuständig ist. Denn die „Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ könne nicht länger von der Stadt geleistet werden, so die Verwaltung im Beschluss.

„Aus diesem Grund sollen die erforderlichen Leistungen für die Eröffnung der Karnevalssession am 11.11.2022 und den Straßenkarneval 2023 sowie die Folgejahre finanziell eingeplant, europaweit ausgeschrieben und durch ein externes Unternehmen erbracht werden“, heißt es weiter. Doch das ist teuer: allein für die Session 2023, also den 11.11. und die tollen Tage, sind 1,5 Millionen Euro fällig. Bis 2026 entstehen laut Beschluss Gesamtkosten in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro.

Kosten für das Sicherheitskonzept für den Straßenkarneval
Session 20231.535.100 Euro
Session 20241.565.802 Euro
Session 20251.597.118 Euro
Session 2026974.996 Euro

Karneval in Köln: 6,3 Millionen für Zülpi-Sicherheitskonzept – SPD dagegen

Bevor die Stadt Köln jedoch ihr externes Sicherheitskonzept für den Straßenkarneval bekommt, muss der Stadtrat zustimmen. Geplant ist das für den 5. Mai. Ob sich jedoch die Mehrheit für das teure Unterfangen entscheidet, ist fraglich. Denn die Kölner SPD hat bereits jetzt Kritik geäußert.

„Das ist der sicherheitspolitische Offenbarungseid von Frau Reker und der Stadtverwaltung“, so Christian Joisten, SPD-Fraktionsvorsitzender in Köln. „Mit diesem Beschluss würde die Sicherheit in einigen Veedeln unserer Stadt an den Karnevalstagen vollständig privatisiert. Die Stadt muss aber selbst in der Lage sein, Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit zu garantieren und die Bürgerinnen und Bürger zu schützen – nicht nur an Karneval.“

Joisten fordert daher, dass die Stadt mehr Kräfte für das Ordnungsamt einstellt, anstatt sechs Millionen Euro für das Sicherheitskonzept einer privaten Sicherheitsfirma zu zahlen. „Diese können dann auch das ganze Jahr über helfen, unsere Stadt sicherer und sauberer zu machen“, so das SPD-Ratsmitglied. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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