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„Darf nicht neuer Normalzustand werden“: 11.11. soll Thema in „Aktueller Stunde“ werden

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Von: Mick Oberbusch

Chaos, Müll und überfüllte Straßen: Das Chaos rund um den 11.11. in Köln soll jetzt Thema in verschiedenen Ausschüssen sein.

Köln – Exakt eine Woche nach dem Start in die Jubiläumssession des Kölner Karnevals bestimmt der 11.11. in Köln noch immer die Schlagzeilen. Während sich beispielsweise Oberbürgermeisterin Henriette Reker noch mit einer finalen Bewertung der Ereignisse zurückhält, ziehen andere bereits Konsequenzen: Die beliebte Gaststätte „Bei Oma Kleinmann“ will künftig nicht mehr Karneval feiern, weil sie Angst um die Sicherheit der Menschen hat. Zudem korrigierte die Polizei ihre Kriminalstatistik nochmals nach oben.

Köln: Nach Chaos am 11.11. – Grüne, Volt und CDU beantragen Aktuelle Stunde zum Thema Karneval

Bei einer Sache sind sich die Kölner Ratsparteien Grüne, CDU und Volt jedoch bereits einig: So wie vor einer Woche darf es im Kölner Karneval nicht weitergehen. „Ein solches Gedränge im Kwartier Latäng darf nicht der neue Normalzustand an Karneval werden, die Sicherheitsrisiken und Folgen für das Veedel sind dafür zu groß“, erklärt Manfred Richter, Stellvertrtetender Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Kölner Rat. Deshalb wollen die beteiligten Parteien im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung am 28. November im Rahmen einer Aktuellen Stunde über den 11.11. diskutieren. Auch, um konkrete Pläne zu fassen, wie der Kölner Straßenkarneval in Zukunft aussehen soll.

Aktuelle Stunde nach dem 11.11.2022 in Köln – darum soll‘s am 28. November gehen

► Austausch über den aktuellen Sachstand der Evaluation des Sicherheitskonzeptes

► Unterrichtung über weitere Planungen der Verwaltung für die Karnevalstage 2023

► offene Fragen beantworten: Auf wie viele Personen war das Sicherheitskonzept ausgelegt, wie viele waren tatsächlich vor Ort?

► Prüfung, ob und welche Ausgleichsflächen genutzt werden können, um die Überlastung der betroffenen Straßen zu verhindern und eine mögliche Dezentralisierung durch Ersatzveranstaltungen zu ermöglichen

Karneval Köln: Wie entzerrt man die Lage am 11.11.? „Es muss großräumiger gedacht werden“

Vor allem der Riesenandrang an Feiernden im „Kwartier Latäng“ kommt dann sicher noch einmal zur Sprache. „Wir brauchen neue Konzepte, um derartig große Besucherzuströme noch besser zu kanalisieren. Ein Quartier alleine kann solch einen Andrang unmöglich bewältigen. Deshalb muss hier großräumiger gedacht werden“, fordert der Kölner CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Petelkau und ergänzt, auch die KVB, die am 11.11. Mittags den Betrieb einstellte, müsse sich neue Konzepte überlegen, um dem Ansturm standzuhalten.

Feiernde hinter Zaun auf der Zülpicher Straße
Dicht an dicht gedrängt standen die Feiernden am 11.11. auf der Zülpicher Straße in Köln – Szenen, die sich so nicht noch einmal wiederholen sollen. © Thomas Banneyer/dpa

Großes Karnevals-Chaos am 11.11. in Köln – „Können von Glück reden, dass nichts Schlimmeres passiert ist“

Das sieht auch Isabella Venturini, Stadtentwicklungspolitische Sprecherin und Ratsmitglied der Volt Fraktion, so: „Die Szenen auf der Zülpicher Straße dürfen sich nicht wiederholen. Wir können von Glück reden, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“ Nun ist die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Auch von der SPD gibt es bereits Statements. Zudem beantragt „die SPD-Ratsfraktion zwei Aktuelle Stunden im Verkehrsausschuss sowie im Ausschuss für Klima, Umwelt und Grün“, heißt es in einer Mitteilung. So erklärt etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Joisten: „Es kann nicht sein, dass in Köln wegen eines fehlerhaften Sicherheitskonzeptes der öffentliche Nahverkehr zusammenbricht und ein Veedel im Müll versinkt“, erklärt er, und weiter: „Besonders wichtig ist dabei, Ausweichflächen für die Feiernden Im Kwatier Latäng zu etablieren, die von Profis organisiert und bespielt werden.“ (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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