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Revolution im Kölner Karneval: Die KG „Grosse von 1823“ erlaubt jetzt auch Frauen

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Von: Johanna Werning

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker in einer Karnevalsuniform.
Henriette Reker darf als einzige Frau die Uniform der „Roten Funken“ tragen und das auch nur, weil sie Kölns Oberbürgermeisterin ist. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Das Herrenregime bei „Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft“ ist beendet. Pünktlich zum 200. Jubiläum des Karnevals in Köln dürfen auch Frauen Mitglieder werden.

Köln – Der Kölner Karneval steht für die bunte Vielfalt der Domstadt. Doch auf den Sitzungen der einzelnen Karnevalsgesellschaften sieht das häufig anders aus: Hier ist der Karneval häufig reine Männersache. Laut einigen Vereinssatzungen in Köln können nur Männer über 18 Mitglied werden. Auch beim Verein „Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft“ galt das lange Zeit. Doch damit ist jetzt Schluss. Nach 200 Jahren reine Herrengesellschaft dürfen künftig auch Frauen ein offizielles Mitglied werden. Eine echte Revolution im Kölner Karneval.

Karneval in Köln: „Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft“ – Herrenregime beendet

„Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft“

„Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft“ ist eine der Gesellschaften im Kölner Karneval. Sie wurde 1823 gegründet. Joachim E. Zöller ist der Präsident und der erste Vorsitzende. Die Karnevalsgesellschaft hat ihren Sitz im Belgischem Viertel.

Zum Sessionsauftakt organisiert die Karnevalsgesellschaft traditionell den „Kölschen Countdown“ am Tanzbrunnen.

„Mit der Eintragung der Satzungsänderung spielt das Geschlecht für eine Mitgliedschaft nun keine Rolle mehr“, teilt die Karnevalsgesellschaft nach ihrer Jahreshauptversammlung mit. „Willkommen sind alle Menschen ab einem Alter von 16 Jahren, die das Leitbild der ‚Grossen‘ verkörpern möchten und den gesellschaftlichen Wandel im Kölner Karneval ausgewogen zwischen Tradition und Moderne – auch weit über 2023 hinaus – unterstützen und fördern möchten“, heißt es weiter.

Damit gilt das Herrenregime der Karnevalsgesellschaft als beendet. Bisher konnten Frauen lediglich Teil des „Damenkomitees“ werden oder bei festlichen Anlässen feiern, um das Vereinsleben auszuleben. Senatsabende, Mitgliederversammlungen, Mitgliedschaftsrechte und das Tragen des Fracks war jedoch Männersache. Und das seit rund 200 Jahren. „Das ist historisch und gesellschaftspolitisch begründet“, so der Karnevalsverein weiter.

Kölner Karneval: Gesellschaft erlaubt Frauen als Mitglieder

Doch damit ist jetzt Schluss. Auf Antrag des Vorstandes wurde bei der Jahreshauptversammlung am 24. September die Mitgliedervoraussetzung „mit sehr großer Mehrheit geändert“, so die Gesellschaft. „Zur Tradition gehört zwar auch die Weitergabe von Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuchen oder Sitten. Eine Tradition ist jedoch kein starres Gebilde, sondern sie darf nicht nur, sie muss sich den geänderten Lebensbedingungen und Gesellschaftsformen stellen.“

Darum ist es für die „Grosse“ allerhöchste Zeit, die veralteten Mitgliedervoraussetzungen an die Moderne anzupassen und auch Frauen in ihren Reihen aufzunehmen. „Das im kommenden Jahr bevorstehende 200-jährige Jubiläumsjahr war ein willkommener Anlass für diesen überfälligen Schritt“, heißt es weiter. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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