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Karnevalsmüll liegt noch immer im Grüngürtel: Zusatz-Reinigung nötig

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Von: Johanna Werning

Noch immer liegen Glas und Kronkorken vom 11.11. im Grüngürtel in Köln. Darum ist sogar eine weitere Zusatz-Reinigung nötig.

Köln – Mehr als sechs Wochen sind seit dem Sessionsauftakt im Kölner Karneval vergangen – die Auswirkungen sind jedoch auch rund um die Weihnachtstage in Köln noch immer sichtbar. Zehntausende feierten am 11.11. rund um die Zülpicher Straße und im sogenannten Kwartier Latäng. Da der Platz nicht ausreichte, zog es die Massen auch in den Grüngürtel – und das hat Folgen.

Menschenmassen feiern im Grüngürtel den Start in den Kölner Karneval 2023.
Nach dem 11.11. muss der Grüngürtel weiterhin von Müll und Verschmutzung gesäubert werden (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

Zusatz-Reinigung nötig: Noch immer liegen Glas und Kronkorken vom 11.11. im Grüngürtel

„Wir haben in der Stadt insgesamt rund 100 Tonnen Müll eingesammelt, davon allein 15 Tonnen in den Grünanlagen“, sagte AWB-Sprecherin Cordula Beckmann kurz nach dem 11.11. gegenüber 24RHEIN. „Die Müllmengen und das Ausmaß haben selbst Kollegen mit 30-jähriger Betriebszugehörigkeit und viel Erfahrung so noch nicht gesehen und erlebt.“

Und auch jetzt – Wochen nach der Karnevalseröffnung – ist das damalige „Herr an Scherben“ teilweise noch immer sichtbar. Trotz Großreinigung und mehrerer Einsätze der AWB liegen im Grüngürtel weiterhin Glas und Kronkorken vom 11.11. „Diese werden in der ersten Januarwoche in einer gemeinsamen abschließenden Reinigung in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt entfernt“, teilt Beckmann nun mit.

Kölner Karneval: Besserer Schutz für den Grüngürtel – aber wie?

Genau aus diesem Grund wollen viele Kölnerinnen und Kölner den Grüngürtel künftig an Karneval besser schützen. Dabei ist der Innere Grüngürtel sogar schon ein Landschaftsschutzgebiet – „wegen der Eigenart und Schönheit“, heißt es im Landschaftsplan der Stadt Köln. „Rechtlich ist es eigentlich ganz einfach: Partys und Veranstaltung, das ist alles verboten“, sagt Dr. Helmut Röscheisen, Vorstand im BUND Köln, gegenüber 24RHEIN. Nur im Einzelfall und mit entsprechendem Antrag sind Ausnahmen möglich.

Doch nicht alle sehen in dem Veranstaltungsverbot den richtigen Weg: Nur wenn sich die Stadt von vornherein darauf einstellt, dass im Grüngürtel gefeiert wird, können Tiere, Wiese und Aachener Weiher geschützt werden, heißt es unter anderem. Ähnlich sieht es auch Claudia Wecker, Inhaberin des Studentenclubs „Das Ding“. „Wir müssen viel stattfinden lassen.“ Und genau da kommt auch der Grüngürtel ins Gespräch, so die Club-Betreiberin. „Es wird der Grüngürtel werden! Da bin ich ganz sicher!“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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