1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Karneval

Karneval feiern im Grüngürtel – weil „Ringe einfach zu gefährlich“ sind

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Um Köln zu entlasten, sollen mehrere Feierhotspots an Karneval entstehen – auch im Grüngürtel. Doch dafür braucht es besondere Schutzmaßnahmen.

Köln – In weniger als zehn Wochen ist es so weit und der Straßenkarneval im Kölner Karneval ist im vollen Gange. Damit es allerdings nicht wieder zum KVB-Zusammenbruch, zur Überfüllung des Kwartier Latängs oder zu 100 Tonnen Müll in ganz Köln kommt, müssen dringend neue Konzepte für die Tollen Tage und auch für den 11.11. im nächsten Jahr her. Da sind sich Stadt, Politik, Anwohner und Gastronomen einig.

Konzepte für Karneval in Köln: Ringe sind keine Alternative – „es wird der Grüngürtel“

Menschenmassen im Kwartier Latäng beim Auftakt des Kölner Karnevals nahe der Zülpicher Straße im Grüngürtel.
Um Köln zu entlasten, soll auch der Grüngürtel zum Karnevalshotspot werden (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

Beim Runden Tisch Karneval, der Anfang Dezember stattgefunden hat, wurde nun ein wichtiger Schritt dafür gemacht. „Es wurden einmal alle Ideen auf den Tisch gepackt und diskutiert“, sagt Claudia Wecker, Inhaberin des Studentenclubs „Das Ding“, im Interview mit 24RHEIN. Sie war bei dem Treffen dabei. An dem Abend wurden auch die Konzepte angesprochen, die eigentlich schon vom Tisch waren. Wie zum Beispiel die Lösung der Kölner Ringe als Alternativveranstaltung oder aber die Grünfläche als Parallelveranstaltung. Aber auch neue Konzepte wie die Idee von Christoph Kuckelkorn mit dem Zoch am 11.11. wurden vorgeschlagen.

Das erste Fazit: „Die Ringe gehen nicht, weil man die U-Bahnen nicht schützten kann. Das ist einfach zu gefährlich“, erklärt Wecker. Bereits am 11.11. mussten die Tunnel gesperrt werden, weil Menschen in dem Bereich geklettert sind. Aber welche Bereiche kommen dann infrage? Laut Wecker ist klar: Ein Ansatz allein reicht nicht.

„Wir waren uns beim Runden Tisch einig. Es muss einfach mehr Angebote in der Stadt geben. Eine Lösung reicht nicht. Wir müssen viel stattfinden lassen.“ Und genau da kommt auch der Grüngürtel ins Gespräch, so die Club-Betreiberin. „Es wird der Grüngürtel werden! Da bin ich ganz sicher!“ Infrage komme der gesamte Bereich des Inneren Grüngürtel zwischen Luxemburger Straße und Bachemer Straße. „Je mehr Platz, desto besser.“

Anders als beim 11.11. in diesem Jahr soll es künftig jedoch besondere Maßnahmen geben. „Nur so kann man ihn schützen.“ Darunter zählen für die Clubbetreiberin:

Grüngürtel als Karnevalslösung in Köln – allerdings nur am 11.11.

Nur so könne der Grüngürtel einerseits geschützt und anderseits sicher in ganz Köln gefeiert werden, ist sich Wecker sicher. Wichtig ist jedoch, die Grüngürtel-Lösung würde zwar am 11.11. helfen, ob das Konzept jedoch auch während des Straßenkarnevals greift, ist fraglich. „Man muss differenzieren zwischen Karneval in diesem Jahr und dem 11.11. im nächsten Jahr. Für dieses Jahr wird es schwierig, aber am 11.11. haben wir eine gute Chance, es in den Griff zu bekommen.“

Lösungen für Karneval in Köln: Nicht alle sind rechtlich umsetzbar

„Wir sind immer am Reden, was so schlecht gelaufen ist. Aber man muss auch mal schauen, wie es besser laufen kann“, sagt Wecker. Doch genau dafür bleibt nicht mehr viel Zeit. Bereits am 16. Februar ist Weiberfastnacht. Wie die konkreten Lösungen für den Kölner Karneval 2023 in wenigen Wochen aussehen, ist trotzdem noch nicht klar. Eine Entscheidung soll es wohl im Hauptausschuss im Januar 2023 geben.

Klar ist aber schon jetzt: Viele Ideen und Vorschläge, die derzeit in Köln rumgeistern, sind rechtlich nicht oder nur sehr schwer umsetzbar. Das gilt zum Beispiel für die Idee, das komplette Kwartier Latäng zur privaten Veranstaltungsfläche zu machen. Hier müsste jeder einzelne Gastronom zustimmen. Und auch der Vorschlag, ein Alkoholverkaufsverbot im öffentlichen Raum durchzusetzen, ist eigentlich nicht rechtlich umsetzbar. Eine Ausnahme besteht nur, wenn es sich um eine Gefahrenabwehr handelt und das Land NRW mitmacht. Wie es also mit dem Karneval in Köln weitergeht, bleibt spannend. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant