1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Karneval

Bessere Party-Verteilung für den Kölner Karneval ist „zwingend erforderlich“

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Wie geht es nach dem 11.11. in Köln mit dem Karneval weiter? Eigentlich war der Vorschlag, die Ringe zu nutzten, bereits vom Tisch. Doch das ändert sich jetzt.

Köln – Es ist der aktuelle Aufreger in Köln: Wie können die anströmenden Menschenmassen beim Kölner Karneval besser gelenkt, geschützt und kontrolliert werden? Wie geht es nach dem 11.11. in Köln mit dem Karneval weiter? Welche Alternativflächen gibt es für die Zülpicher Straße, wo Massen feiern können? Immerhin kam es auch bei der Sessionseröffnung 2023 am 11.11. erneut zu Chaos, Müll und Verschmutzung. Es muss dringend eine Lösung her. Ein Vorschlag: Alternativveranstaltungen in der Kölner Innenstadt – zum Beispiel auf den Ringen. Eigentlich war die Idee bereits vom Tisch – doch das könnte sich jetzt ändern.

Ringe als neuer Karneval-Hotspot in Köln wurden bereits vorgeschlagen – doch im Rat abgelehnt

Bereits im September haben FDP, SPD und Linke in einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag gefordert, dass die Stadtverwaltung „zum Zwecke der Entlastung der Karnevalsfeierlichkeiten auf der Zülpicher Straße (...) eine Entlastungsveranstaltung“ planen und umsetzen muss, hieß es damals im Antrag. Doch der wurde abgelehnt – vom regierenden Bündnis aus Grüne, CDU und Volt. Vor allem die CDU soll sich dabei gegen die Ringe als Alternative ausgesprochen haben – auch weil die Stadtverwaltung wiederholt betonte, dass es für den Bereich „enorme Sicherheitsbedenken“ gäbe.

Links: Zahlreiche Karnevalisten stehen an einer Absperrung, da Polizeibeamte den Zugang zur Zülpicher Straße wegen Überfüllung abgeriegelt haben. Rechts: Der Hohenzollernring am Rudolfplatz in Köln.
Wie geht es nach dem 11.11. in Köln mit dem Karneval weiter? (IDZRW-Montage). © Thomas Banneyer/dpa & Beautiful Sports/Imago

Für Ulrich Breite, Kölns FDP-Fraktionsgeschäftsführer, und Christian Joisten, SPD-Fraktionsvorsitzender, schon damals unverständlich. Immerhin würden es Konzepte wie beim CSD und ein buntes Bühnenprogramm bei der Gamescom vormachen, betonte Breite. „Und da gibt es keine Probleme, obwohl auch da nicht nur Wasser getrunken wird.“

Im zweiten Anlauf: Kölner Ringe als Alternative für das Karneval-Chaos auf der Zülpicher?

Nun lenken offenbar auch CDU und Co ein. Denn nach dem KVB-Zusammenbruch, den überlaufenden Eingängen im Kwartier Latäng und den 100 Tonnen Müll nach dem 11.11. fordert jetzt auch das Ratsbündnis eine Entwicklung – und setzten dabei unter anderem auf die Ringe als Entlastungsfläche. Die Parteien haben für die Ratssitzung am 8. Dezember einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag gestellt. „Unter sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten ist eine breitere Verteilung der Feiernden über das Stadtgebiet zwingend erforderlich“, sagt Bernd Petelkau, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln, dazu.

„Deshalb wollen wir mehr dezentrale Veranstaltungen. Ebenso wichtig ist, dass es an den Tagen nach den Feiern nicht erneut völlig zugemüllte Areale gibt“. Die Verwaltung soll „kreative Ideen entwickeln, die die Situation in den Feierhotspots wie dem Kwartier Latäng an den Karnevalstagen 2023 durch ein breiteres dezentrales Angebot entschärfen“. Dabei soll auch geprüft werden, ob die Ringe nicht doch als Lösung funktionieren könnten. Die genauen Forderungen:

Nach dem Chaos am 11.11. will Köln eine Lösung für den Karneval finden – aber wie?

Somit sind die Ringe als Alternativveranstaltung für den Kölner Karneval 2023 nicht nur weiterhin im Gespräch, dadurch, dass nun alle großen Parteien im Kölner Rat den Bereich erneut prüfen lassen möchten, ist der Vorschlag auch grundsätzlich im Bereich des Möglichen. Beschlossene Sache ist die Idee allerdings nicht.

Klar ist nur, dass eine Lösung hermuss, um die hohe Belastung des „Kwartier Latäng“ durch Feiernde und die erheblichen verkehrlichen Einschränkungen und das sehr hohe Müllaufkommen, insbesondere durch zerbrochenes Glas, künftig zu verhindern, so die CDU. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht mehr: Denn Weiberfastnacht findet bereits am 16. Februar, statt. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant