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So starten die Kölner Karnevalsgesellschaften in die heiße Phase

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Von: Johanna Werning

„Dreimol vun Hätze Kölle Alaaf“ hieß es am Mittwoch bei den Treuen Husaren, den Altstädtern und der Nippeser Bürgerwehr. Alle drei hatten ihren Korpsappell.

Köln – In wenigen Tagen ist es so weit, nicht nur die Prinzenproklamation 2023 startet, es finden auch unzählige Sitzungen und Karnevalsveranstaltungen statt. Damit auch nichts schiefgeht, werden die Karnevalsgesellschaften vorab auf ihre Sessionstauglichkeit geprüft – beim traditionellen Korpsappell.

Kölner Karneval 2023: Korpsappell der Karnevalsgesellschaften

Links: Die Treuen Husaren bei der Präsidenten-Ehrung. Mitte: Das Altstädter-Tanzpaar auf der Bühne. Rechts: Die Nippeser Bürgerwehr beim Auszug.
Gleich drei Korpsappelle fanden am Mittwoch im Kölner Karneval statt (IDZRW-Montage) © Treuer Husar & Altstädter & 24RHEIN

Gleich drei Veranstaltungen fanden am Mittwochabend statt. Sowohl die Altstädter Köln als auch der Treuer Husar Blau-Gelb und die Nippeser Bürgerwehr bereiteten sich so auf die bevorstehende Jubiläumssession im Kölner Karneval vor. Und nach Corona in den vergangenen Jahren gab es für die Traditionskorps gleich doppelten Grund zur Freude. Die Jecken konnten nicht nur endlich wieder den Appell in bekannter Große durchführen, es gab auch wieder ganz besondere Beförderungen und Ehrungen in den jeweiligen Gesellschaften.

Das ist ein Korpsappell

► Der Korpsappell ist eine traditionelle Sessionsveranstaltung im Kölner Karneval und ist eine karnevalistische Persiflage auf die soldatische Tradition der Fahnenappelle.

► Vor allem die Traditionskorps führen die Veranstaltung durch. Dabei wird die Gesellschaft auf ihre Sessionstauglichkeit geprüft.

► Beim Korpsappell werden die neuen Mitglieder bei einem Fahneneid aufgenommen, die Uniform überprüft, Karnevalisten befördert und Ehrenmitglieder ernannt.

► Während der Veranstaltung gibt es auch ein jeckes Programm – samt Reden, Vorführungen und Tanz- und Musikauftritten.

Korpsappell der Nippeser Bürgerwehr: Ehrung für neue alte Tanzmarie

Die Nippeser Bürgerwehr führte ihren Appell im Maritim Hotel am Heumarkt durch. Neben der Helmübergabe und dem Fahneneid gab es gleich mehrere Beförderungen und Ernennungen in der Gesellschaft. Unter anderem erhielt Christina „Stina“ Pohl die Bürgerwehr-Medaille.

Eigentlich hat die Kölnerin in der letzten Session die Tanzmarie-Perücke an Sarah Mollen weitergegeben. Doch aufgrund von gesundheitlichen Problemen musste Mollen das Amt kurz vor der Session schon wieder aufgeben. „Es war nur ein Anruf nötig. Und Stinas Antwort war sofort ja. Ich hab doch gesagt, ich lass euch nicht hängen‘“, erinnert sich Kommandant Mario Moersch. Gerade einmal zwei Monate hatten Stina und Niklas Wilske dann Zeit, wieder zusammenzufinden und die Tänze zu lernen. Erschwert wurde das durch Corona-Erkrankungen und Schulterverletzungen, so Moersch weiter. Als Dank für ihren Einsatz erhielt die neue alte Tanzmarie die Beförderung.

Treuer Husar: „Korps ist bereit zur Abnahme!“ – Ehrung für Präsidenten

Und auch bei den Treuen Husaren ging es emotional zu als es hieß „Herr Präsident, Herr Kommandant, das Korps ist bereit zur Abnahme!“ Immerhin kamen die blau-gelben Jecken nach zwei Jahren endlich wieder für den Korpsappell zusammen. Das freute vor allem Präsident Markus Simonian. „Die zwei Jahre Pause haben dem Korps nicht geschadet. Die Jungs sind bereit, in den kommenden Wochen den Menschen im Rheinland Spaß und Freud‘ zu bereiten.“

Neben mehreren Jecken wurde auch Simonian selbst bei der Veranstaltung im Pullman Cologne geehrt – um erfolgreich „gegen Griesgram und Muckertum“ zu kämpfen. Als Dank für sein Engagement als Präsident und langjähriges Mitglied in weiteren Positionen des Vorstands verlieh ihm die Gesellschaft den Verdienstorden des Treuen Husars.

Korpsappell der Altstädter Köln: 70 Jahre altes Tanzmarie-Porträt erhalten

Getreu dem Motto „dreimol vun Hätze Kölle Alaaf“ gab es am Mittwoch auch drei Korpsappelle in Köln. Neben der Nippeser Bürgerwehr und den Treuen Husaren stimmten sich auch die Altstädter Köln auf die Jubiläumssession ein. Und auch bei den Grün-roten wurde fleißig auf die Fahne geschworen, geehrt und befördert.

Ein besonderer Moment dabei: Die Ehrung von Nicole Esser. Esser ist die Ehefrau von Markus Esser (Mitglied im Corps à la suite der Prinzen-Garde). Sie spendete ein Bild der Altstädter-Tanzmarie aus den 1950er-Jahren. Dabei handelt es sich um Thea Lambertz, Tanzmarie von 1950 bis 1952. Thea ist die Schwester von Nicole Essers Großvater. Das gerahmte Porträt hängt nun im Casino der Altstädter und hat somit „einen würdigen Platz gefunden“, so Altstädter-Präsident Hans-Kölschbach. (jw) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in Köln, NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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