1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Karneval

Karnevalsgesellschaft trauert um Mitglied: „Er war jemand, der immer da war“

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Eine einzelne Kerze brennt in der Dunkelheit
Die Karnevalsgesellschaft Kölsche Kippa Köpp trauert um Mitglied Rafi (Symbolbild). © imagebroker/Imago

Die Karnevalsgesellschaft Kölsche Kippa Köpp trauert um Mitglied Rafi. Der 78-jährige „war ein Kölner durch und durch“ und wird nicht nur im Verein fehlen.

Köln – Noch vor zwei Wochen hat Raphael Weill fröhlich und ausgelassen bei der Veranstaltung „Falafel & Kölsch“ der Kölsche Kippa Köpp mitgefeiert. Nun ist der Kölner gestorben. Das bestätigt Karnevalspräsident Aaron Knappstein auf Nachfrage von 24RHEIN am Sonntag.

Kölner Karneval trauert um Raphael Weill: „Er war jemand, der immer da war“

„Unser Rafi ist vorgestern plötzlich und völlig unerwartet im Alter von 78 Jahren verstorben“, so die Gesellschaft im Kölner Karneval. „Wir sind fassungslos.“ Immerhin feierte man noch vor rund zwei Wochen gemeinsam die Karnevalssession 2023. „Er ist immer zu allen Veranstaltungen gekommen und bei jeder Sache, die wir gemacht haben, war er immer dabei“, erinnert sich Präsident Knappstein.

Rapahel Weill galt als einer der aktivsten Kippa Köpp und hatte auch im Alter von 78 einen besonderen Ruf. „Es war jemand, der immer da war. Gerade beim Stammtisch kam er früher und ging immer als einer der Letzten“, sagt Knappstein weiter. „Ein friedlicher, bescheidener und ruhiger Mensch mit viel Humor, guter Laune und einer kölsch-jüdischen Seele. Gemeinsam mit seiner Familie trauen wir um einen Freund. Leeven Rafi – maach et joot.“

Karnevalsgesellschaft Kölsche Kippa Köpp e.V

► Die Kölsche Kippa Köpp ist eine jüdische Karnevalsgesellschaft, die an den früheren jüdischen Karnevalsverein „Kleiner Kölner Klub“ anknüpft.

► Die Karnevalsgesellschaft wurde 2017 im Beisein des Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, gegründet.

► Die Gesellschaft will deutlich machen, „dass jüdische Kölner immer Teil des vielfältigen karnevalistischen Lebens in unserer Stadt waren und dazu beitragen, den Karneval wieder stärker in die jüdische Gemeinschaft zu tragen.“

Kölner Karneval trauert um Raphael Weill – Großneffe von Kurt Weill

Weill ist 1944 in Belgien geboren, wo sich seine Eltern vor den Nationalsozialisten versteckten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Familie dann zurück nach Köln. Sein Großonkel war Komponist Kurt Weill, der gemeinsam mit Bertolt Brecht Die Dreigroschenoper komponierte.

Seit 2019 war Raphael „Rafi“ Weill Mitglied der Kölschen Kippa Köpp. „Er war sofort Feuer und Flamme“ Davor war er in seinem Heimatveedel in Niehl (Stadtbezirk Köln-Nippes) aktiv, so der Präsident der Karnevalsgesellschaft weiter. Der 78-jährige „war ein Kölner durch und durch“ und wird bei den künftigen Veranstaltungen der Jecken fehlen, ist sich Knappstein sicher. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant