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Bahn-Chaos an Karneval soll künftig vermieden werden: „Beim Oktoberfest klappt es ja auch“

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Von: Mick Oberbusch

Am 11.11. ist der KVB-Verkehr in der Kölner Innenstadt bereits gegen Mittag zusammengebrochen. Wie das künftig verhindert werden soll, war nun Thema im Verkehrsausschuss.

Köln – Nicht nur Polizei, die massig zu tun hatte, eine eigens für diesen Tag engagierte Sicherheitsfirma und Reinigungskräfte waren am 11.11.2022 in Köln im Dauereinsatz – auch die KVB stand an diesem Tag vor großen Herausforderungen. Vor zu großen, wie sich bereits gegen Mittag herausstelle, als aufgrund von Jecken im Gleisbereich auf vielen Strecken oder Überlastung der Verkehrsmittel der Bahn-Betrieb der KVB in weiten Teilen der Innenstadt eingestellt wurde. Es kam somit zu massiven Störungen bei der KVB. Warum dies so kam und wie sich Stadt Köln und Verkehrsbetriebe künftig besser auf solche Anstürme vorbereiten können, war am 22. November Thema einer Aktuellen Stunde im Verkehrsausschuss.

Nach KVB-Chaos am 11.11.: War es richtig, Bahn-Verkehr einzustellen?

KVB-Bahn am Heumarkt, Feiernde laufen über die Schienen
Auch 2022, hier ein Bild aus 2020, stand die KVB an Karneval wieder vor großen Herausforderungen. © Christoph Hardt/Imago

24RHEIN hat mit Lars Wahlen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion und am Dienstagabend bei der Aktuellen Stunde anwesend, gesprochen. Und erfahren, dass zumindest in einem Punkt bei allen anwesenden Parteien Einigkeit herrschte. „Innerhalb des Ausschusses hat es großes Verständnis für die Entscheidung gegeben, den Betrieb ab einem gewissen Zeitpunkt einzustellen. Es hat nichts mit Glück zu tun, dass an diesem Tag keine schwerwiegenden Unfälle passiert sind, sondern ist Verdienst von Stadt, KVB und Polizei“, sagt er über den Sessionsauftakt des Kölner Karneval.

Wie kann KVB-Chaos an Karneval künftig verhindert werden?

So überrascht es nicht, dass im Verkehrsausschuss im Anschluss vor allem darüber diskutiert wurde, wie ein solcher Zusammenbruch des ÖPNV künftig verhindert werden kann. Denn dass an Weiberfastnacht 2023 oder am 11.11. des kommenden Jahres, der auf einen Samstag fällt, in Köln weniger los ist als zuletzt, sollte niemand erwarten. „Das Problem bei der Einstellung des KVB-Betriebes war ja vor allem, dass es so spontan geschehen ist. Deshalb haben wir diskutiert, ob es nicht möglich wäre, bestimmte Haltestellen künftig während eines solchen Tages gar nicht mehr anzufahren, und dies bereits im Vorfeld zu kommunizieren“, so Wahlen. Auch Stadtdirektorin Andrea Blome hatte angekündigt, „wenn notwendig Anpassungen“ vornehmen zu wollen.

Künftig weniger Chaos bei der KVB – Wird das Oktoberfest zum Vorbild für den Kölner Karneval?

Denn: „Bei der KVB-Linie 9 klappt das ja bereits, die fährt an diesen Tagen nicht über die Zülpicher Straße.“ Und auch ein großes Volksfest in Bayern könnte ein Vorbild für den Kölner Karneval darstellen; in München gilt während der Wiesn ein anderer Fahrplan, bestimmte Haltestellen entfallen ganz. „Beim Oktoberfest klappt es ja auch“, sagt Wahlen. Zum Vergleich: In diesem Jahr feierten während des 16-tägigen Festes rund 5,7 Millionen Menschen auf der Theresienwiese. Weitere Verbesserungsvorschläge: Man müsse sich ein Konzept überlegen, Jecke aus den Gleis- und Tunnelbereichen fernzuhalten. Und auch die Idee, den Eingang zur Feiermeile an einer Stelle zu bündeln und so einen „Rückstau“ zu riskieren, müsse erneut besprochen werden.

Nach Aktueller Stunde im Verkehrsausschuss – SPD übt Kritik

Laut der Kölner SPD bleiben nach der Aktuellen Stunde im viele Fragen offen. „Wo Aufklärung Licht ins Dunkle bringen sollte, versuchten Stadtverwaltung und Ratsbündis die Verantwortung für das Chaos am 11.11. von sich wegzuschieben und die bestandenen Gefahren zu relativieren“, heißt es in einem Statement der Fraktion.
 
Dazu sagt Mike Homann, Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion: „Leider haben Stadtverwaltung und Ratsbündis die Katastrophe, an der wir am 11.11. nur knapp vorbeigeschrammt sind, beschönigt und die Gefahr relativiert. Wir wollen weiter wissen: Warum war der Verkehrsdezernent Egerer nicht in die Planungen zum Sicherheitskonzept eingebunden? Welche Lehren will Stadtdirektorin Blome aus dem Chaos-Karnevalsstart ziehen, damit es ab Weiberfastnacht 2023 besser funktioniert?“

KVB und Stadt evaluieren Sicherheitskonzept – viel Zeit bleibt dafür nicht

Dies soll in den kommenden Tagen geschehen, wenn Stadt und KVB das im Vorfeld aufgestellte Sicherheitskonzept für den 11.11.2022 noch einmal evaluieren wollen. Dann soll auf den Tisch, was gut geklappt hat und was nicht – und Verbesserungen herbeigeführt werden. Diese scheinen gerade bei der KVB nötig – und das nicht erst in allzu ferner Zukunft. Denn die Jecken Tage 2023 sind schon gar nicht mehr so lange hin. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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