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Kölner Karneval zeigt sich solidarisch mit der Ukraine: Die Wagen an Rosenmontag

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Von: Johanna Werning

Verkleidete Jecken nehmen an der Friedensdemo an Rosenmontag in Köln teil.
Der Kölner Karneval zeigt sich solidarisch mit der Ukraine © Jochen Tack/Imago

Der Kölner Karneval zeigt sich solidarisch mit der Ukraine. 250.000 Menschen nahmen an der Friedensdemo in Köln teil. Auch bei den Persiflagen spielt der Ukraine-Konflikt eine Rolle.

Köln – An Weiberfastnacht, in diesem Jahr am 24. Februar 2022, beginnt in Köln traditionell der Straßenkarneval. Überall wird dann bis Aschermittwoch der Kölner Karneval gefeiert – ob auf der Straße oder in der Kneipe. Doch aufgrund der Lage in der Ukraine sah es in diesem Jahr anders aus. Während am Donnerstag (24. Februar) in der Domstadt die 5. Jahreszeit gefeiert wurde, marschierten nur Tausend Kilometer entfernt russische Soldaten in die Ukraine ein: Der Ukraine-Konflikt eskalierte und das wirkte sich auch auf den Kölner Karneval aus. Statt schunkeln und singen, zeigten sich die Jecken auf verschieden Arten mit der Ukraine solidarisch.

Köln: Friedensdemo an Rosenmontag ist „Sternstunde für Kölner Karneval“

Statt Karnevalsumzug gab es an Rosenmontag eine Friedensdemonstration in Köln. „Alles hät sing Zick“, erklärte Holger Kirsch, Zugleiter vom Festkomitee Kölner Karneval. „Und heute ist genau die richtige Zick, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.“ Rund 250.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fasste die Demonstration. Für Kirsch ist klar, die Friedensdemo ist somit eine „Sternstunde des Kölner Karneval“.

Hunderttausende Menschen haben sich zu einer Friedensdemonstration am Rosenmontag in der Kölner Innenstadt rund um den Chlodwigplatz versammelt.
250.000 Menschen demonstrieren an Rosenmontag in Köln für Frieden in Ukraine. © Eduard Bopp/dpa

Köln: Friedensdemo Kölner Karneval mit Sonderwagen – „drastisches Motiv“

Angeführt wurde der Demozug am Montag dabei lediglich von einem einzelnen Wagen. Den baute das Festkomitee erst kurz vorher. Aber wie sah der Sonderwagen aus? „Es ist ein drastisches Motiv“, erklärte Zugleiter Kirsch. „Wir sehen die russische Fahne, die die Friedenstaube aufspießt. Sehr viel Blut auf diesem Wagen. Russland schert sich einen Dreck um den Frieden, schert sich einen Dreck um Europa, verfolgt eigene Ziele, und das bringt dieser Wagen vortrefflich zum Ausdruck.“ Was nach der Demo mit dem Wagen passiert, steht noch nicht fest.

Rosenmontag - Friedensdemonstration in Köln
Der vorderste Wagen des Demonstrationszugs in Köln zeigt eine aufgespießte Friedenstaube © Oliver Berg/dpa

Doch auch die 22 Persiflagen, die eigentlich für den Kölner Zug 2022 gebaut worden sind, bekamen trotz Zoch-Absage noch einen besonderen Auftritt. Für 24 Stunden wurden die Wagen in der Kölner Innenstadt ausgestellt. Und auch hier zeigte sich der Kölner Karneval mit der Ukraine solidarisch. Gleich zweimal verspotteten die Karnevalisten Putin und Lukaschenko.

Rosenmontag: Kölner Karneval 2022 zeigt Wladimir Putin und Lukaschenko mit Rosenmontagswagen

Motto-Wagen mit Figur von Wladimir Putin am Rosenmontag in Köln.
Einer der Persiflagewagen an Rosenmontag in Kölnzeigte Wladimir Putin. © Christoph Hardt/Future Image/Imago

„Putins Spielchen“ zeigt Russlands Präsident als trotziges Kleinkind, das versucht, die Ukraine und andere Länder in Form von Bauklötzchen in seine Sowjetunion zu pressen. Doch Putin sollte beim Kölner Rosenmontag nicht nur einmal zu sehen sein: Der russische Präsident war auch auf einer zweiten Persiflage zu sehen.

Rosenmontag: Kölner Karneval 2022 zeigt Alexander Lukaschenko

Motto-Wagen mit Figur von Alexander Lukaschenko am Rosenmontag in Köln.
Einer der Persiflagewagen an Rosenmontag in Köln zeigte Alexander Lukaschenko. © Christoph Hardt/Future Image/Imago

Der Wagen „Regieren – eher diktieren“ zeigt ihn und Belarus-Präsidenten Alexander Lukaschenko. Während Lukaschenko als Vampir die EU, Protest-, Flüchtlings- und LGBTQ-Bewegungen blutig niederschlägt, zieht der kleine Putin im Hintergrund die Fäden.

Kölner Karneval zeigt sich solidarisch mit der Ukraine: Wüst „ist stolz auf NRW“

Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker waren unter den Demonstrantinnen und Demonstranten. „Ich empfinde es als ein sehr beeindruckendes Zeichen. Ich bin ein bisschen stolz auf Nordrhein-Westfalen“, erklärte der CDU-Politiker mit Hinblick auf die hohe Teilnehmeranzahl. 

Ähnlich sah es auch Oberbürgermeisterin Reker: „Ich finde das ganz großartig, dass hier nicht nur die ganz traditionellen Karnevalisten, die sonst zum Rosenmontagszug gehen, sondern auch die Zivilbevölkerung ein starkes Zeichen setzt und hier demonstriert wird für den Frieden.“

Dass sich die Kölner so solidarisch zeigten, überraschte die Oberbürgermeisterin jedoch nicht. „Ich erwarte das von unserem Köln, weil die Kölner das immer tun, wenn es wirklich schwierig wird – siehe Arsch Huh vor 30 Jahren – dann sind die einfach bereit, sich einzusetzen für andere weit über die Stadtgrenzen hinaus.“

Köln: Solidarität auch abseits der Friedensdemo – Persiflage zeigt Ukraine-Konflikt

Köln: Erste Ukraine-Geflüchtete kommen an – so will die Stadt helfen

Auch abseits des Kölner Karnevals will man sich mit der Ukraine und den Menschen solidarisch zeigen. Die Stadt bereitet Hilfsangebote für Geflüchteten aus der Ukraine vor. Dabei können auch die Kölnerinnen und Kölner helfen. Um diese besser sichten und koordinieren zu können, wurde eine zentrale Mailadresse der Stadt eingerichtet. Diese lautet „ukraine@koelnhilft.koeln“.

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