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Köln: Friedensdemo an Rosenmontag – „Gewalt und Krieg keinen Platz geben“

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Von: Nina Büchs

Friedensdemonstration in Köln.
„Alles hät sing Zick, Krieg nicht!“, steht auf einem Schild bei der Friedensdemo am Chlodwigplatz in Köln. 30.000 Teilnehmer werden dort erwartet. © 24RHEIN

Am Chlodwigplatz in Köln startet am Rosenmontag eine Friedensdemo. Etwa 30.000 Teilnehmer werden ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine setzen.

Köln – Am Rosenmontag wird es in Köln keinen „Zoch“ mit Kamelle, Reitergruppen, und bunten Kostümen geben. Denn stattdessen wird an diesem Tag demonstriert – für den Frieden in der Ukraine. Dort herrscht sein Donnerstag Krieg, hunderttausende Menschen sind bereits auf der Flucht. Um ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen, hat das Festikomitee Kölner Karneval deshalb eine Friedensdemonstration geplant und den Rosenmontagszug im RheinEnergie-Stadion abgesagt. Etwa 30.000 Menschen werden erwartet bei der Kundgebung. Bereits am frühen Morgen haben sich schon zahlreiche Demonstranten am Chlodwigplatz eingefunden.

Rosenmontag Köln: OB Reker bei Friedensdemo – Solidarität auch für Russen, die demonstrieren

Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker richtet sich an die Kölner Demonstranten. „Liebe Kölnerinnen und Kölner und alle die heute gekommen sind. Die Tatsache, dass in Europa Krieg herrscht, bedrückt mich und uns sehr“, so Reker. „Wir hier tun heute alles, um Gewalt und Krieg keinen Platz zu geben.“ Solidarität gelte aber auch den Russen, die seit Freitag auf die Straße gehen, so die Oberbürgermeisterin. Die Menge jubelt. „Ich danke allen Ukrainerinnen und Ukrainern, die die Demokratie aufrecht erhalten.“

Friedensdemo am Rosenmontag: Wüst ist „stolz auf die Leute in Nordrhein-Westfalen“

Hendrik Wüst spricht ebenfalls am Chlodwigplatz in Köln. „Ich möchte meine Solidarität und Dankbarkeit all denen zeigen, die heute demonstrieren gehen, die sich solidarisch zeigen mit der Ukraine, mit Frieden und Freiheit in Europa“, so der NRW-Ministerpräsident gegenüber 24RHEIN. Und weiter: „Die Kölnerinnen und Kölner hätten heute natürlich viel lieber Karneval gefeiert , das ging schon wegen der Pandemie nicht. Aber dass so viele Menschen hier auf die Beine kommen, dass so viele Menschen sich anschließen dem Aufruf des organisierten Karnevals, das ist ein sehr, sehr beeindruckendes Zeichen. Und ich bin ein bisschen stolz auf die Leute in Nordrhein-Westfalen.“

Zugleiter Kirsch zur Demo am Rosemontag – „Karneval steht für Solidarität, Gemeinschaft, Zusammenhalt“

„Wir werden zu keinem Zeitpunkt Eindruck eines Karnevalszugs erwecken. Es wird keine Kamelle, keine Festwagen geben. Wir werden heute zeigen, dass Karneval viel mehr ist als saufen in bunten Klamotten. Der organisierte Karneval steht für Solidarität, Gemeinschaft, Zusammenhaft“, sagt Holger Kirsch, Zugleiter vom Festkomitee Kölner Karneval. Der Karneval in Köln sei noch nie an den Sorgen und Nöten der Menschen „vorbeigeschunkelt, vorbeigetanzt, vorbeigeschaukelt“, so Kirsch weiter. Auch das Sessionsmotto „Alles hät sing Zick“ passe gut für den heutigen Tag. Denn heute sei die „richtige Zick, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.“

Die Demonstration beginnt am Rosenmontag um 10 Uhr am Chlodwigplatz. Alle Infos zur Friedensdemo in Köln zeigt 24RHEIN im News-Ticker. Zudem wird es einige Umleitungen bei der KVB geben. Denn die Polizei hat Straßensperrungen eingerichtet.

Rosenmontag Köln: Demonstranten am Chlodwigplatz – „Mir geht das Thema sehr, sehr nahe“

Schon am Morgen haben sich einige Demonstranten am Chlodwigplatz versammelt. „Mir geht das Thema sehr,sehr nahe. Ich finde es sehr wichtig, Flagge zu zeigen. Ich hab von Anfang an gesagt, dass ich hier heute mitlaufe. Die Entscheidung, dass das Festkomitee den Zoch abgesagt hat, ist die einzig Richtige“, so der Demonstrant Alexander Knuth.

Ein Demonstrant steht am Chlodwigplatz.
Ein Demonstrant steht am frühen Morgen schon am Chlodwigplatz. © 24RHEIN

Blaue Funken bei Friedensdemo: „Das stärkste Zeichen, was wir jetzt setzen können, ist heute hier zu sein“

Auch die Blauen Funken sind am Chlodwigplatz eingetroffen und verteilen „Friedensblumen“. Präsident Björn Griesemann will mit seiner Gesellschaft ein starkes Zeichen setzen – und erwartet sehr viele Kölnerinnen und Kölner bei der Friedensdemo am Rosenmontag. „Ich weiß nicht wieviele heute kommen, ich habe die Hoffnung, dass es viele Zehntausend werden. Wie man die Kölner kennt, kommen sicher viele. Unsere Region steht schon immer für Frieden, Freiheit und Einigkeit. Da stehen wir Karnevalisten auch seit vielen hundert Jahren für.“

Weiter sagte Griesemann: „Toleranz, Freiheit und Frieden sind die Werte, vor denen der russische Präsident Angst hat. Deswegen führt er Krieg. Und ich glaube, das stärkste Zeichen, was wir jetzt setzen können, heute hier zu sein.“ An der Friedensdemo in Köln werden am Rosenmontag insgesamt 150 Mitglieder der Blauen Funken teilnehmen. Um 10 Uhr wird die Demonstration beginnen.

Rosenmontag Köln: Friedensdemo am Chlodwigplatz – auch Bläck Fööss läuft mit

Auch die Kölner Band „Bläck Föös“ läuft heute bei der Demonstration durch die Innenstadt mit. „Die Situation erinnert uns an 1991, während des Golfkriegs. Da sind wir mit „Arsch Huh“ zum Alter Markt gezogen und haben ein akustisches Statement abgegeben. Das Gleiche machen wir hier und heute, weil es einfach ganz wichtig ist, ein Zeichen zu setzen“, so das „Fööss“-Mitglied Günther Lückerath. „Als klar war, dass der Zug im Stadion nicht stattfindet, war uns klar, dass wir dabei sein wollen.“

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