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Karneval 2022 teilweise abgesagt – was passiert mit Straßenkarneval?

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Von: Melissa Ludstock, Johanna Werning

Einmarsch der Ehrengarde mit dem Funkenmariechen, Karnevalssitzung des 1.FC Koeln (K) am 18.02.2020 in Köln, darüber befindet sich ein großes rotes Kreuz.
Das Tanzmariechen der Ehrengarde bei der Karnevalssitzung des 1. FC Köln 2020. © Malte Ossowski/SVEN SIMON/Imago

Karneval 2022: Karnevalssitzungen in engen Sälen fallen aus. Ob der Straßenkarneval und der Rosenmontagszug möglich sind, ist noch nicht klar.

Köln – Jetzt gibt es eine erste Klarheit für den Kölner Karneval: Ein Großteil der Karnevalsveranstaltungen in Sälen und Veranstaltungszelten wird 2022 nicht stattfinden können. Das hat ein Spitzengespräch am Dienstag, 14. Dezember, zwischen Vertretern der nordrhein-westfälischen Landesregierung und den Vertretern der großen Karnevalsverbände aus Nordrhein-Westfalen ergeben. Grund dafür ist die aktuelle Corona-Lage. „Die Gefahr ist groß, dass sich während der Karnevalsession noch mehr Menschen anstecken“, erklärt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Die Gesellschaften haben darum Verantwortung übernommen

Karneval 2022: Sitzungen sollen abgesagt werden – erste Entscheidung getroffen

Karneval 2022: Karnevalssitzungen sollen abgesagt werden

Der Karneval in Nordrhein-Westfalen findet nur unter „großen Einschränkungen“ statt, erklärt Ministerpräsident Hendrik Wüst. „Wir sind so vorausschauend wie möglich“. Immerhin brauchen vor allem kleinere Vereine eine gewisse „Planungssicherheit“.

Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen in engen Innenräumen begegneten, seien in den nächsten Monaten nicht verantwortbar, sagte Wüst. Dies gelte etwa für Karnevalsbälle, Partyformate und gesellige Karnevalssitzungen, bei denen Abstandsgebote und Maskenpflicht nur schwerlich umsetzbar seien. Deshalb hätten die Karnevalsvertreter freiwillig zugesagt, auf solche Veranstaltungen zu verzichten.

Finanzielle Hilfen seien bereits vorbereitet, sagte Wüst. Existenzgefährdende Absagen müssten vermieden werden, sodass eine Absicherung durch Wirtschaftshilfen für Vereine und Veranstalter notwendig würden, berichtet wa.de*.

Karneval 2022: Omikron zu gefährlich – Partys und Bälle während Corona „nicht vertretbar“

„Angesichts der gegenwärtigen Infektionslage erscheinen Karnevalspartys und -bälle, aber auch klassische Karnevalssitzungen in Innenbereichen gegenwärtig nicht vertretbar. Es ist zweifelhaft, ob sich an der derzeitigen Bewertung der Lage bis Weiberfastnacht, dem Beginn der heißen Phase des Karnevals Ende Februar, Grundlegendes ändern wird“, teilt das Festkomitee Kölner Karneval mit.

Gerade im Hinblick auf die neue Situation mit der hochansteckenden Omikron-Variante sei ein Karneval wie gewohnt zu gefährlich. „Daher kommt es auf die Eigenverantwortung jedes einzelnen, aber auch von Vereinen und Veranstaltern an – auch wenn das für viele eine völlig neue Situation ist“, erklärt Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. „Der Karneval nimmt diese Herausforderung an, indem Saalveranstaltungen auf breiter Front von den jeweiligen Veranstaltern abgesagt werden.“

Karneval 2022 trotz Corona: Alternativen für abgesagte Veranstaltungen

Ganz ausfallen soll der Kölner Karneval jedoch nicht. Wie in der Session 2021 soll es Alternativen für den Jecken geben. „Unsere Aufgabe als Karnevalisten wird es nun sein, trotz der Absage von Saalveranstaltungen kleine, kreative Formate zu finden, die den Menschen in dieser nach wie vor schwierigen Zeit ein wenig Karnevalsjeföhl bringen“, so Kuckelkorn. „Im vergangenen Jahr ist uns das zum Beispiel mit dem Rosenmontagszoch im Format des Hänneschen-Theaters gut gelungen.“ Wie die Alternativen jedoch aussehen, steht noch nicht fest.

Kölner Karneval 2022: Keine Entscheidung für Kneipenfestival, Rosenmontagszüge

Was ebenfalls noch offen ist: Wie finden Rosenmontagszüge statt? Werden sie auch abgesagt? Dafür gibt es Stand jetzt noch keine Entscheidung. Erst im Januar soll über Straßen- und Kneipenkarneval entschieden werden. Aktuell sei es für konkrete Entscheidungen „noch zu früh“, sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn.

Und auch Frank Prömpeler, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval und Vizepräsident des Bundes Deutscher Karneval, ist noch hoffnungsvoll: „Wir hoffen, dass vielleicht Züge gehen können. Das ist noch unsere Hoffnung. Und das ist – denke ich mal – auch gut für die Menschen, das Signal nach draußen zu senden. Auch wenn vielleicht einige sagen werden: Ach, jetzt macht ihr das wieder, hört doch mal damit auf.“ (ml und jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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