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Betonplatten-Unfall: Ausbesserung dauert noch Monate – Spuren bleiben gesperrt

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Von: Nina Büchs

Einsatzkräfte sichern eine Unfallstelle. Im Hintergrund sieht man eine Betonwand, die ein Auto unter sich begraben hat.
Einsatzkräfte sichern die Unfallstelle auf der A3 bei Köln, bei der eine Autofahrerin von einer herabstürzenden Betonwand erschlagen wurde. © Daniel Evers/WupperVideo/dpa

Im Zuge des tödlichen Unfalls mit einer Betonplatte auf der A3 wird es voraussichtlich noch mehrere Monate Einschränkungen für Autofahrer geben.

Update vom 6. Januar 2021, 14:15: Nach dem tödlichen Betonplatten-Unfall auf der A3 bei Köln sind aktuell zwei Fahrspuren entlang der Lärmschutzwand zwischen dem Kreuz Köln-Ost und Köln-Dellbrück gesperrt – die Sperrung bleibt vorläufig bestehen, sagte eine Sprecherin der Autobahn-GmbH des Bundes am Mittwoch. Auf dem stark befahrenen Autobahn-Abschnitt sei deshalb immer wieder mit Staus zu rechnen. Im November hatte sich dort eine tonnenschwere Platte aus einer Schallschutzmauer gelöst und eine Autofahrerin erschlagen.

Die noch hängenden Lärmschutzelemente sollen nun mit zusätzlichen Sicherungen versehen werden. Die Arbeiten dafür müssten aber zunächst ausgeschrieben und vergeben werden, sagte die Sprecherin. Die Halterungen - mehrere Hundert Stück - müssten dann speziell angefertigt werden. Ehe sie dann eingebaut seien und die gesperrten Spuren wieder freigegeben werden könnten, dürfte es Mai oder Juni werden. (dpa/mo)

Straßen NRW trägt Mitschuld an Unfall: Mängel vor Einbau bekannt – weitere Untersuchungen geplant

Update vom 5. Januar 2021, 13.00 Uhr: Nach dem tödlichen Unfall mit einer Betonplatte aus einer Lärmschutzwand auf der A3 bei Köln sind weitere technische Untersuchungen geplant. Das Sachverständigen-Gutachten werde noch „geraume Zeit“ in Anspruch nehmen, teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag mit. Es müssten umfangreiche, erst kürzlich zu den Akten genommene Dokumente des Landesbetriebs Straßen.NRW ausgewertet werden. „Zudem sind weitere technische Untersuchungen an Lärmschutzwand und Halterungen vorgesehen“, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt. Die tonnenschwere Betonplatte war im November auf den stark genutzten Kölner Ring gestürzt, nachdem sie sich aus einer Schallschutzmauer gelöst hatte. Sie erschlug eine 66-jährige Frau in ihrem Wagen. Nach Erkenntnissen des NRW-Verkehrsministeriums sollen Versäumnisse bei Straßen.NRW mindestens „mitursächlich“ für den tödlichen Unfall gewesen sein. (os/dpa)

Straßen NRW trägt Mitschuld an Unfall: Mängel vor Einbau bekannt – vier Fahrspuren zur Sicherheit gesperrt

Update vom 9. Dezember 2020, 16.45 Uhr: Zu den Versäumnissen des Landesbetriebs Straßen NRW äußerte sich nun auch Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch im Verkehrsausschuss. Dass die Behörde bei der Baufirma nicht mehr weiter nachgefragt habe, obwohl der Baumangel an der Lärmschutzwand bekannt war, könne er sich nicht erklären. Warum nichts weiter passiert ist, sei „die Frage, die mich und alle anderen Beteiligten umtreibt“, so Wüst.

Unterdessen hat Straßen NRW 23 Lärmschutzwände mit ähnlicher Konstruktion überprüft. Jedoch liege bei keiner der gemeldeten Wandbereiche eine unmittelbare Verkehrsgefährdung vor. Trotzdem seien in vier Bereichen Fahrspuren gesperrt worden. Diese befinden sich auf der A3 bei Köln, der A59 bei Duisburg, der L141 bei Solingen und der L357 bei Solingen-Gräfrath. Eine kurzfristige Sanierung der betofffenen Bereiche wurde nun veranlasst.

Pfusch! Schwere Vorwürfe gegen Landesbetrieb „Straßen NRW“ nach Unfall auf A3

Update vom 9. Dezember, 12.15 Uhr: Laut einem aktuellen Bericht an den Landtag kam es zu Fehlern bei Prüf- und Abnahmeprozessen der Schallschutz-Konstruktion. Die Versäumnisse des Landesbetriebes Straßen NRW waren demnach zumindest ein Teil der Ursache für den Unfall auf der A3. Auch danach kam es noch zu Fehlern.

A3 bei Köln: Betonplatten wurden trotz bekanntem Mangel eingebaut

Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass die Mängel an den Lärmschutzelementen der örtlich zuständigen Bauüberwachung des Landesbetriebes bekannt waren. Die improvisierten Verankerungen der Betonplatte seien bereits im Juli 2008, vier Wochen vor dem Einbau der Platten aufgefallen, heißt es. Zwar kontaktierte die Behörde die Baufirma daraufhin per E-Mail und fragte diese, ob sie eine sichere Statik nachweisen könne. Die Anfrage blieb jedoch unbeantwortet – trotzdem wurden die Betonplatten am 28. August 2008 eingebaut.

Unfall auf A3 bei Köln: Schwere Vorwürfe gegenüber dem Landesbetrieb Straßen NRW

„Auch nach dem Einbau der Lärmschutzelemente wurde die Vorlage geprüfter statischer Nachweise für die veränderte Verankerungskonstruktion mehrfach schriftlich eingefordert“, heißt es weiter im Bericht des Ministeriums. Eine Abnahme erfolgte nur unter Vorbehalt. Das Fazit des Berichts: Nachdem die Firma auf die Anfrage nicht geantwortet hatte, habe man irgendwann auch nicht mehr nachgefragt. Eine Prüfung durch dritte Sachverständige habe es nicht gegeben. Die Baufirma meldete im Jahr 2013 Insolvenz an.

Autofahrerin stirbt auf A3 bei Köln: Fehlerhafte Prüfungen nach Einbau der Platte

Damit nicht genug: Auch nach dem Einbau der Betonplatte kam es zu Fehlern seitens des Landesbetriebes Straßen NRW. „Bei den betroffenen Stützwänden wurden die Hauptprüfungen nach DIN 1076 nicht regelkonform durchgeführt“, berichtet das Ministerium. So wurden die Baufehler weder im Herbst 2008 noch 2013 bemerkt, da man nicht, wie vorgeschrieben, hinter den Platten nachgesehen habe. Zunächst nahm das Ministerium an, man habe den Mangel nicht sehen können.

Bei der Hauptprüfung 2013 bekam die fehlerhafte Platte sogar die Note 1. Eine nächste Prüfung der Platte hätte 2019 stattfinden sollen, jedoch wurde die Untersuchung verschoben, da zu viel los war.

Wer oder welche Umstände letztendlich Schuld waren, könne jedoch bislang nicht festgestellt werden, heißt es in dem Bericht. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nun weiter gegen Unbekannt. „Wir warten zunächst unser Gutachten ab“, sagte Sprecher Ulrich Bremer am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Neue Erkenntnisse: Behörden-Versäumnisse führten zu Betonplatten-Unfall auf A3 bei Köln

Erstmeldung vom 9. Dezember: Düsseldorf – Dem Landtag NRW liegen neue Erkenntnisse in Bezug auf den Betonplatten-Unfall auf der A3 bei Köln vor. Dabei war am 13. November eine Autofahrerin ums Leben gekommen. Demnach sollen Versäumnisse des Landesbetriebes Straßen NRW „mitursächlich“ für den Unfall gewesen sein. Die Platte hätte dem Bericht zufolge nie eingebaut werden dürfen. Gleich mehr bei 24Rhein.de. (nb/dpa)

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