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Nach Krawallen am Aachener Weiher: So sollen weitere Eskalationen vermieden werden

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Von: Nina Büchs

Menschen sitzen am 14.04.2013 am Aachener Weiher in Köln (Nordrhein-Westfalen) in der Abendsonne.
Am vergangenen Wochenende kam es am Aachener Weiher zu Krawallen. Mehrere Einsatzkräfte wurden verletzt. © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Eskalation am Aachener Weiher am vergangenen Wochenende hat in Köln hohe Wellen geschlagen. Stadt und Polizei wollen weitere Krawalle nun unbedingt vermeiden.

Köln – In Köln sind dank der niedrigen Inzidenz einige Freiheiten wieder zurückgekehrt. So ist unter anderem die Gastronomie wieder ohne Test geöffnet und auch im Freibad kann man bei aktuellen Temperaturen über 30 Grad wieder ein paar Bahnen ziehen. Doch mit der wiedergewonnenen Freiheit gehen nicht alle Menschen sorgsam um. So haben am vergangenen Wochenende mehrere Menschen am Aachener Weiher Polizeikräfte und das Ordnungsamt mit Flaschen beworfen, als diese eine Party auflösen wollten. Und auch am Brüsseler Platz musste die Polizei und das Ordnungsamt eingreifen, da sich dort trotz Verweilverbot 150 Menschen versammelt haben.

Die aggressiven Vorfälle in Köln haben gezeigt: Es muss etwas getan werden – und zwar am besten bevor die Situation erneut eskaliert. Die Polizei und die Stadt Köln haben sich deshalb nun zusammengetan, um Krawalle, insbesondere an bekannten Hotspots, zu verhindern. Neben der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich nun übrigens auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eingeschaltet.

Nach Eskalation am Aachener Weiher: Polizei und Stadt wollen weitere Krawalle in Köln verhindern

„Am heutigen Mittwochmittag fand ein weiteres Abstimmungsgespräch zwischen Polizei Köln und Stadt Köln hinsichtlich der aktuellen Corona-Lage und der bevorstehenden Wochenenden statt. Sowohl die Polizei als auch die Stadt setzen mit Blick auf die Einsätze an den Sommerabenden und an den Wochenenden verstärkt auf Prävention, insbesondere an den bekannten Hotspots“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Polizei und der Stadt Köln.

Wie daraus weiter hervorgeht, sollen nicht mehr kontrollierbare Situationen und notwendige Räumungen verhindert werden, „in dem es durch Präventionsarbeit und Ansprachen vor Ort erst gar nicht zu illegalen Ansammlungen und Handlungen kommt“.

Nach Krawallen am Aachener Weiher: Polizei und Stadt appellieren an Kölnerinnen und Kölner

Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußerte sich dazu und appellierte: „Oberstes Ziel ist es nach wie vor die Infektionen zu senken und die Pandemie zu beenden. Auch wenn sich die allgemeine Lage sehr entspannt hat, wir müssen immer noch vorsichtig sein. Daher ist es notwendig, dass wir uns alle noch eine gewisse Zeit an die bestehenden Regeln halten.“

Die stellvertretende Polizeipräsidentin Miriam Brauns sagte: „Wir setzen uns ein, um ein Wieder-Aufflammen der Pandemie zu verhindern. Dabei unterstützen wir die Stadt. In der jetzigen Phase der abklingenden Pandemie müssen wir uns alle einer neuen Herausforderung stellen. Die Gesellschaft muss einen Spagat zwischen Gesundheitsschutz und Freiheit hinbekommen.“

Über die Vorfälle am Aachener Weiher sagte sie: „Die Erfahrungen der vergangenen Woche lehren uns, dass wir es mit Menschen zu tun haben, welche die vielfach angepassten Regelwerke im Detail nicht kennen und ihr Verhalten nur an den Inzidenzwerten ausrichten. Da, wo die Menschen mit Vernunft auf Ansprachen reagieren, wird die Polizei in der Regel wenig gefordert sein. Anders sieht es bei Übergriffen aus. Die werden wir nicht hinnehmen.“

Nach Eskalation am Aaachener Weiher in Köln: NRW-Ministerüpräsident Armin Laschet schaltet sich ein

Von den Vorfällen in Köln hat nun auch die Landesregierung NRW Wind bekommen. So kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ein konsequentes Vorgehen gegen Krawallmacher nach Flaschenwürfen und tätlichen Angriffe auf Polizisten durch Feiernde an.

Die Polizei habe auch auf dem Höhepunkt der Pandemie für Sicherheit gesorgt und dafür, dass Menschen ihr Demonstrationsrecht sicher in Anspruch nehmen konnten. Die Polizisten seien in all der Zeit einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt gewesen, so Laschet. „Aber dass sie nun – wenn die Pandemie dem Ende entgegengeht – durch Feiernde angepöbelt und tätlich angegriffen werden, dass Flaschen nach ihnen geworfen werden, sie mit Reizgas besprüht und zum Teil verletzt werden, ist hochgradig kriminell“, betonte Laschet und fügte hinzu: „Und wir werden diesen gewaltbereiten Krawallmachern in jeder Form klarmachen: In Nordrhein-Westfalen gilt Null-Toleranz für Kriminelle auch in diesen Fällen.“ (nb mit dpa)

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