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Köln: Männer täuschten Aktienhandel vor und ergaunerten 6 Millionen Euro

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Aktienkurse auf einem Monitor.
Die Beschuldigten sollen Aktienkurse manipuliert haben, was zum Totalverlust der Investoren führte (Symbolbild). © Imaginechina-Tuchong / Imago

Die Polizei durchsucht seit Dienstagmorgen Wohnungen in Köln und Düsseldorf. Die Beschuldigten sollen durch Anlagebetrug mehrere Millionen Euro ergaunert haben.

Köln – Fünf Jahre lang sollen mehrere Männer mehr als 100 Investoren durch Anlagebetrug und vorgetäuschten Aktienhandel um rund sechs Millionen Euro geprellt haben. Seit Dienstagmorgen werden vier Wohnungen der Verdächtigen, unter anderem in Köln und Düsseldorf, von der Polizei durchsucht.

Wie die Kölner Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam bekannt gaben, werde gegen die Verdächtigen wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Anlagebetruges ermittelt. Neben Köln und Düsseldorf durchsuchen Einsatzkräfte auch Wohnungen in Frankfurt am Main und Ostheim vor der Rhön. Zwei Männer im Alter von 30 Jahren wurden festgenommen. Zudem sei umfangreiches Material sichergestellt worden – darunter Mobiltelefone, Firmenserver und Computer.

Köln: Anlagebetrug – 107 Investoren um 6 Millionen betrogen

Die Beschuldigten sollen nach Angaben der Ermittler einer internationalen kriminellen Organisation angehören, die Investoren getäuscht haben soll. Über eine Online-Plattform hätten sie – so die Vorwürfe – immense Gewinne im hohen zweistelligen Prozentbereich beim Wertpapierhandel in Aussicht gestellt. Um das Vertrauen in die Plattform zu stärken, seien unter anderem „gefälschte Webseiten einer in Deutschland ausgestrahlten Fernsehsendung“ genutzt worden, „in welcher Start-Up-Unternehmen für Investitionskapital werben“.

Anlagebetrug in Köln: 60 Menschen arbeiteten in Call-Center

Tatsächlich soll es den Beschuldigten aber nur darum gegangen sein, das Geld der Anleger zu ergattern. Zu diesem Zweck habe es auch eine persönliche Betreuung von Kunden gegeben. „Hierzu sollen alleine 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich als Handelsexperten im Finanzmarkt ausgaben, in einem Kölner Call-Center gearbeitet haben“, so die Staatsanwaltschaft. 2020 sei es nach Zypern verlegt und von der dortigen Bankenaufsicht wegen Betrugsverdachts geschlossen worden. Querverbindungen in dem Verfahren gebe es zudem nach Israel. (bs/dpa/ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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