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Doku zeigt das Köln der 90er – so hat sich die Stadt verändert

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Von: Mick Oberbusch

Der Kölner Dokumentarfilmer Hermann Rheindorf hat im Rahmen seiner Filmreise-Reihe auf die Stadt Köln in den 90er Jahren zurückgeblickt.

Köln – Wer die Stadt Köln heute, im Jahr 2022, mit dem Köln der 90er Jahre vergleicht, wird schnell feststellen, dass sich im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts einiges getan hat. An die Kranhäuser auf der rechten Rheinseite, wo aktuell sogar Penthouse-Wohnungen zu kaufen sind, ist damals noch nicht zu denken; dafür entsteht mit dem Mediapark gerade eine der wichtigsten Adressen in der Kölner Medienlandschaft. Jugend- und Subkulturen wie Hip Hop und Techno halten in der Domstadt Einzug, zum G8-Gipfel 1999 kommen große Politiker wie Bill Clinton oder Tony Blair in die Stadt. Das alles und vieles mehr hat Regisseur Hermann Rheindorf zum Anlass genommen, einen neuen Teil seiner „Filmreise“-Reihe zu veröffentlichen – und auf die 90er zurückzublicken.

Köln Filmreise in die 90er Jahre – Kölle on Camcorder (1990-2000)
Erscheinungsdatum28. November 2022
RegieHermann Rheindorf
Laufzeitca. 150 Minuten
Kapitel25
Preis17,80 Euro
FormateDVD, Blu-ray, Video on Demand

Köln in den 90er Jahren – Abschluss der Filmreise-Reihe macht laut Regisseur „das Jahrhundert voll“

In seiner „Filmreise“-Reihe beschäftigt sich der erfahrene Dokumentarfilmer nach und nach mit einzelnen Jahrzehnten Kölner Stadtgeschichte. Rheindorf nimmt Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die Vergangenheit und zeichnet anhand von Archivaufnahmen und Zeitzeugenberichten das Stadtgefühl des jeweiligen Jahrzehnts nach. Zum Themenkomplex „Altes Köln“ vor dem Krieg hat Rheindorf bereits Dokumentarfilme veröffentlicht, ebenso wie zum Dritten Reich und dem Kriegsende in Köln. Danach widmete er sich nach und nach der Wiederaufbauzeit, den 60er, 70er, 80er – und nun eben den 90er Jahren in Köln. „Die 90er Jahre bilden den Abschluss meiner Filmreise-Reihe, damit mache ich sozusagen das Jahrhundert voll“, erklärt Rheindorf im Gespräch mit 24RHEIN.

Hermann Rheindorf blickt in das Köln der 90er Jahre – und wagt den Schritt in die Aktualität

Das Köln der 90er Jahre – diese Themenfelder werden im Film behandelt (Auswahl)

► Subkulturen wie Hip Hop und Techno finden in den 90er Jahren den Weg nach Köln.

► Die erste TV-Stunksitzung wird 1990 auf dem unabhängigen „Kanal 4“ ausgestrahlt – somit lief die Stunksitzung damals noch nicht wie heute beim WDR.

► In den 90er Jahren beginnen in Köln die Bauarbeiten für den Mediapark; die Entwicklung Kölns zur Medienstadt bekommt in diesem Jahrzehnt einen großen Schub.

► An Gebäude wie die Kranhäuser, das Schokoladenmuseum oder den Musical Dome ist in den 90er Jahren in Köln noch nicht zu denken.

► Die im November 1992 stattfindende Kundgebung „Arsch huh“ gleicht einem Volksaufstand gegen Rassismus und Neonazis.

► 1998 eröffnet die heutige Lanxess Arena in Deutz noch unter dem Namen Kölnarena.

► 1999 findet der G8-Gipfel in Köln statt – mit US-Präsident Bill Clinton, Großbritanniens Premierminister Tony Blair und Bundeskanzler Gerhard Schröder.

► Auch in den 90er Jahren wird in Köln heiß über den Umweltschutz diskutiert – eine Begebenheit, die sich bis heute nicht wirklich verändert hat.

Doch die baulichen und subkulturellen Veränderungen waren nicht die einzigen, die Köln in den 90er Jahren geprägt haben. „Bei den 90ern haben wir das Phänomen, dass die Zeit ja noch gar nicht so lange zurück liegt und viele sich noch gut daran erinnern können“, so Rheindorf. Und beispielsweise noch wissen, dass es das Schokoladenmuseum in den frühen 90ern noch nicht gab, die heutige Lanxess Arena erschaffen wurde, die erste Stunksitzung im TV ausgestrahlt wurde oder natürlich auch in Köln große Umwelt-Debatten geführt wurden. „Dadurch schafft die Dokumentation sozusagen auch den Schritt in die Aktualität, denn das Thema ist ja heute relevanter als je zuvor“, sagt der Regisseur.

Filmreise Köln in den 90er Jahren: Für Regisseur Rheindorf „ein Blick zurück in meine eigene Geschichte“

Rund zweieinhalb Stunden dauert die bildgewaltige Doku, die auf exklusive Luft- und aufwendig colorierte Filmaufnahmen zurückgreift. Dafür durchstöbert Rheindorf diverse Archive, spricht mit Menschen, die das Jahrzehnt intensiv miterlebt haben und ruft auch öffentlich dazu auf, ihm Aufnahmen aus dieser Zeit zu schicken. „Zudem war ich selber in den 90er Jahren in der Kreativszene in der Stadt unterwegs, sodass ich meine alten Kumpels noch einmal abgeklappert habe, ob es da nicht vielleicht noch gutes Material zu holen gibt“, so Rheindorf, für den die Filmreise durch das Köln der 1990er Jahre auch ein Stück weit „ein Blick zurück in meine eigene Geschichte“ darstellt.

„Kölle on Camcorder“: Abschluss von Hermann Rheindorfs Filmreise-Reihe durch Köln jetzt erhältlich

Hermann Rheindorfs Filmreise in die 90er Jahre ist unter dem TItel „Kölle on Camcorder“ erschienen und im Web-Shop des Regisseurs (www.rheindvd.de) erhältlich. Damit Zuschauerinnen und Zuschauer, möglicherweise ja unter dem Weihnachtsbaum, noch einmal in Erinnerungen an das Köln der 90er Jahre schwelgen können. (mo) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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