Er trug ein Sträflingskostüm

Wegen Volksverhetzung: Kölner Anti-Corona-Demonstrant muss Strafe zahlen

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Der Mann ließ sich bei der Demo sogar mit seinen Kindern fotografieren.
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Ein Mann im Sträflingskostüm fiel bei einer Anti-Corona-Demo in Köln durch das Zeigen eines provokanten Schilds auf. Dafür wurde er nun wegen Volksverhetzung verurteilt.

  • Ein 43-Jähriger hielt auf einer Anti-Corona-Demo in Köln ein Plakat mit der Aufschrift „Maske macht frei“ hoch
  • Für dieses Schild wurde der Mann nun für Volksverhetzung verurteilt – die Strafe beträgt 200€
  • Laut Amtsgericht Köln wurde mit der Aufschrift der Holocaust verharmlost

Köln – Während einer Demonstration gegen die Coronavirus-Regeln* in Köln sorgte ein 43-jähriger Mann im Mai für negative Schlagzeilen. Der Familienvater lief nicht nur in einem schwarz-weiß gestreiften Sträflingskostüm rum, sondern hielt dabei auch noch ein Schild mit der Aufschrift „Maske macht frei“ in der Hand. Die Meinungsfreiheit in Deutschland deckt bereits vieles ab, aber das ging auch dem Kölner Amtsgericht zu weit. Laut WDR muss der Demonstrant für dieses Schild nun eine Strafe wegen Volksverhetzung zahlen.

Geldstrafe wegen Volksverhetzung: Demonstrant verharmloste den Holocaust

Das Urteil Volksverhetzung begründete das Amtsgericht Köln damit, dass der 43-Jährige mit seinem Auftreten und vor allem mit den Worten seines Schilds den Holocaust verharmlost habe. Mit diesem setzte er nämlich die Corona-Krise mit den schrecklichen Ereignissen im „Dritten Reich“ gleich.

Nachdem die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl beantragt hatte, wurde der 43-Jährige vom Amtsgericht Köln ursprünglich zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. Dagegen legte er Einspruch ein, weshalb am Donnerstag eigentlich die Gerichtsverhandlung starten sollte – wozu es aber nun nicht kommen wird. Denn das Amtsgericht senkte aufgrund des niedrigen Gehaltes des Demonstranten die Strafe auf nur 200€, infolgedessen dieser seinen Einspruch schließlich zurückzog.

Anti-Corona-Demonstrant: Zynische Anspielung auf KZ – eigene Kinder instrumentalisiert

Der Spruch auf dem Schild des Verurteilten spielte äußerst zynisch auf die Aufschriften diverser Konzentrationslager der „Nationalsozialisten“ an. Über den Eingangstoren dieser KZ stand nämlich häufig die Phrase „Arbeit macht frei“.

Der Mann war am 23. Mai auf der Demonstration in der Deutzer Werft in Köln nicht allein unterwegs. So waren auch seine Kinder bei ihm und hielten ebenfalls Plakate hoch, die aber durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind. Der Familienvater ließ sich sogar gemeinsam mit seinen Sprösslingen und den genannten Plakaten fotografieren. (os) *bw24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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