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Überblick zu Astrazeneca-Impfungen in Köln: 6.300 Zusatztermine

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Von: Nina Büchs

Eine Person hält den Impfstoff Astrazeneca in der Hand.
Die Impfungen mit Astrazeneca sind nun auch in Köln wieder möglich. © Ulrich Stamm/ IMAGO

Gute Nachrichten für Köln: Die Impfungen mit Astrazeneca können nun fortgesetzt werden. Die EMA erklärte den Impfstoff zuvor für „sicher und wirksam“.

Update vom 19. März, 13:57 Uhr: Nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstag bekannt gegeben hatte, dass sie Astrazeneca weiterhin für „sicher und wirksam“ hält, wurden die Impfungen nun auch in Köln wieder fortgesetzt. Wie Stadt-Sprecher Benedikt Mensing gegenüber 24RHEIN mitteilte, wurden für heute und morgen 1.500 Impftermine im Impfzentrum angeboten. Zudem wurden bereits 6.300 Zusatztermine in der kommenden Woche zur Buchung freigegeben. Das Thema Astrazeneca-Impfungen wurde heute auch in der Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Köln besprochen. (nb)

Astrazeneca-Impfstopp: Das bedeutet die Absage der Impftermine für Köln – ein Überblick

Erstmeldung vom 16. März 2021

Köln – Stehen wir kurz vor einer dritten Welle? Diese Sorge macht sich nach der steigenden Inzidenz in Köln, die den kritischen Wert von 100 überschritten hat, breit. Umso wichtiger ist es, in Corona-Zeiten möglichst viel zu impfen, um in naher Zukunft eine Herdenimmunität zu erreichen. Doch ausgerechnet das Impfen wird nun erheblich verzögert. Denn wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag verkündete, hat nun auch Deutschland die Impfungen mit Astrazeneca vorerst ausgesetzt. Was aber bedeutet das nun für Köln? Was müssen Kölner beachten, die bereits mit Astrazeneca geimpft wurden? Und wie geht es mit den Impfungen weiter? Diese Fragen klären wir in unserer Übersicht.

Köln: 8.706 Astrazeneca-Impftermine abgesagt – Reker fordert schnelle Klärung

Auch in der Domstadt am Rhein wurden die Impfungen mit Astrazeneca unverzüglich eingestellt. Insgesamt 8.706 Impftermine hat die Stadt deshalb bis Ende dieser Woche abgesagt. Ein herber Rückschlag für Köln, das sieht auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker so. Sie appellierte: „Den vom Bund verfügten Stopp der Impfungen mit Astrazeneca halte ich für äußerst bedauerlich, da er unsere Impfbemühungen vorerst ausbremst. Ich erwarte eine schnellstmögliche Klärung, ob und wann es mit dem Impfstoff weitergehen kann. Sobald wieder Klarheit besteht, wird die Stadt Köln versuchen, die Kapazitäten des Impfzentrums hochfahren, damit wir die Impfungen aufholen können. Verzögerungen der Impfkampagne in Köln wollen wir vermeiden.“

Bislang kann noch nicht abgeschätzt werden, ob, wann oder unter welchen Umständen Astrazeneca wieder zugelassen wird. Fraglich ist auch, ob die Herdenimmunität nun später erreicht werden könnte. Bislang hieß es, die Herdenimmunität könne voraussichtlich im Herbst erreicht werden.

Köln: Stadt stellt Astrazeneca-Impfungen ein – das müssen Kölner wissen, die auf eine Zweitimpfung warten

Erst im Februar hatte die Impfung mit dem schwedisch-britischen Impfstoff im Kölner Impfzentrum auf dem Messegelände in Deutz begonnen. Aber schon kurze Zeit danach hat sich das Image von Astrazeneca bereits immer weiter verschlechtert. Der Grund war, dass Astrazeneca im Gegensatz zu Biontech/Pfizer eine geringere Wirksamkeit zugesprochen wurde. Nachdem jedoch auch priorisierte Berufsgruppen mit dem Impfstoff geimpft werden konnten, gab es immer weniger Absagen, so die Stadt. Rund 1.000 Menschen wurden in Köln täglich mit Astrazeneca geimpft. Vielen von ihnen stand eine zweite Impfdosis noch bevor – was aber nun?

Wie der leitende Impfarzt in Köln, Jürgen Zastrow, gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger mitteilte, könne man mit der zweiten Impfung bis zu drei Monate warten. Damit bliebe den Kölnerinnen und Kölnern, die noch auf eine zweite Impfdosis warten, bis zum 10. Mai Zeit. Bislang gilt nur ein vorläufiger Impfstopp – eine Entscheidung, wie und ob es mit Astrazeneca weitergehen soll, steht aktuell noch aus. Sollte der Impfstoff überhaupt nicht mehr zugelassen werden, könne die Zweitimpfung laut Zastrow eventuell auch mit Moderna, Biontech oder Johnson&Johnson erfolgen. Eine Mischung von Erst- und Zweitimpfung wurde jedoch noch nicht in einer Studie untersucht, ein solches Vorgehen ist bislang auch noch nicht zugelassen.

Köln: Vorerst keine Astrazeneca-Impfungen mehr – mit diesen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen

Die Entscheidung der Bundesregierung, die Impfungen mit Astrazeneca auszusetzen, geht auf eine Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zurück. Expertinnen und Experten des Instituts bemängelten eine auffällige Häufung einer speziellen Form von seltenen Hirnvenenthrombosen in zeitlicher Nähe zur Verabreichung mit dem Impfstoff Astrazeneca. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte, es hätte bei mittlerweile über 1,6 Millionen Impfungen in Deutschland sieben Fälle in Zusammenhang mit einer solchen Hirnvenenthrombose gegeben.

Menschen, die bereits mit Astrazeneca geimpft wurden, sollten sich nun bei bestimmten Symptomen an einen Arzt wenden. Sollten diese also noch vier Tage nach der Impfung mit Astrazeneca über starke, anhaltende Kopfschmerzen klagen oder sollten bei ihnen punktförmige Hauptblutungen auftreten, muss schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Laut dem Paul-Ehrlich-Institut ist eine Hirnvenenthrombose in diesem Fall nicht auszuschließen. (nb)

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