1. 24RHEIN
  2. Köln

Köln: Weniger Autos in der Stadt? Verkehrsnetz wird auf den Prüfstand gestellt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johanna Werning

Radfahrende, Fußgängerinnen und Fußgänger vor dem Hahnentor in Köln.
Der Kölner Stadtrat hat einen Antrag auf eine Verkehrswende beschlossen (Symbolbild) © APress/Imago

Das Verkehrsnetz in Köln könnte schon bald anders aussehen. Die Stadt hat beschlossen, dass das Grundnetz der Domstadt neu definiert wird.

Köln – Die Sitzung des Rates am 24. Juni könnte für die Zukunft von Köln wegweisend sein. Nicht nur die 500 E-Roller im Kölner Rhein oder das neue KVB-Netz der Linien 3 und 4 waren ein Thema. Auch das Verkehrsnetz in der gesamten Domstadt stand zur Diskussion. Ein gemeinsamer Antrag von den Faktionen Bündnis 90/Die Grünen, die CDU und die VOLT-Partei forderte „ein neu definiertes Grundnetz für den Motorisierten Individualverkehr“. Dieser Antrag wurde laut Ratsinformationssystem jetzt „ungeändert beschlossen“. Doch was bedeutet das?

Köln: Stadtrat beschließt Verkehrswende – Autos nur noch in festgelegten Korridoren

Der Kölner Stadtrat hat damit beschlossen, dass das gesamte Verkehrsnetz in Köln überprüft und neu strukturiert wird. Dabei soll es dann sowohl links- als auch rechtsrheinisch nur noch bestimmte Korridore geben, die Autos, Motorräder und Co. weiterhin nutzen können, um durch die Stadt zu kommen, erklärte Lars Wahlen, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen in Köln, vor der Sitzung. Abseits dieser Korridore könnte der freigewordene Straßenraum dann effizienter genutzt werden.

Mit dem Beschluss des Stadtrates beginnt die nächste Phase des geplanten Grundnetzes. „Der Rat beauftragt die Verwaltung für den Motorisierten Individualverkehr (MIV) ein neues Grundnetz zu definieren, mit dem Ziel, den vorhanden Straßenraum für den MIV deutlich zu reduzieren, um dem so gewonnen Straßenraum neuen Funktionen zuzuordnen“, heißt es in dem Antrag.  

Köln: Stadt soll neues Verkehrsnetz bekommen – neue Funktion für Straßenraum

Damit wird die Innenstadt in Köln also nicht komplett autofrei. Der Verkehr soll lediglich eingeschränkt werden, um den Straßenraum auch anderweitig nutzen zu können. „In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist jeder Quadratmeter freie Fläche Gold wert. Für den Ausbau von barrierefreien Gehwegen und breiten Radwegen brauchen wir Platz, aber auch für Sitzgelegenheiten und mehr Grünflächen“, so Wahlen am Tag vor der Sitzung weiter. Wie das neu definierte Verkehrsgrundnetz also später aussehen wird, ist noch nicht klar. Erste Ergebnisse könnte es jedoch bereits Ende des Jahres geben, so Wahlen.

Schon jetzt baut die Stadt Köln den Verkehrsraum zugunsten Radfahrerinnen und Radfahrer aus. Bestes Beispiel dafür ist der Rad-Highway von Ehrenfeld nach Mülheim, das Radverkehrskonzept oder der Plan, die Venloer Straße zur Einbahnstraße umzustrukturieren. Mit dem neu definierten Grundnetz, der nun vom Kölner Stadtrat beschlossen worden ist, sei eine weitere Stufe geschafft.

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. (jw)

Auch interessant