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Autonomes Zentrum darf Heimat an der Luxemburger Straße vorerst behalten – doch die Zukunft ist ungewiss

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Von: Mick Oberbusch

Demonstration für das Autonome Zentrum Köln, Plakat mit Aufschrift „Keine Räumung, AZ bleibt“
Das Autonome Zentrum Köln bleibt an der Luxemburger Straße. Das Foto stammt von 2011. © Oliver Berg/picture alliance

Das Autonome Zentrum Köln wird mindestens bis Jahresende 2021 an der Luxemburger Straße bleiben. Wie es im Anschluss für das „AZ“ weitergeht, ist jedoch unklar.

Köln – „Für unkommerzielle, selbstorganisierte Kunst, Kultur und Politik“ – dafür steht, so prangt es an den Wänden der Einrichtung, das Autonome Zentrum Köln (AZ). Es bildet Treff- und Anlaufpunkt für organisierte und nicht-organisierte Menschen aus den verschiedensten sozialen, politischen und kulturellen Zusammenhängen – und hat mittlerweile seit vielen Jahren an der Luxemburger Straße 93 eine Heimat gefunden.

Autonomes Zentrum Köln darf weiter an der Luxemburger Straße 93 bleiben

Und dort, so teilte das AZ selbst mit, wird man auch im kommenden Jahr bleiben. Denn der im kommenden März endende Nutzungsvertrag der Stadt mit den Betreibern des Zentrums soll bis zum Jahresende verlängert werden. „Bei der heutigen Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Köln wurden die Ratsmitglieder*innen über diesen Verwaltungsvorgang informiert. Das Autonome Zentrum Köln bleibt somit bis mindestens Ende 2021 an der Luxemburger Straße 93“, heißt es in einer Mitteilung des AZ.

Die Nachricht kommt durchaus überraschend, sollte das Gelände doch eigentlich im Zuge des Bauprojekts „Parkstadt Süd“ schon 2021 Teil eines Grünzuges werden – und würde dementsprechend nicht mehr für das AZ zur Verfügung stehen. Doch nun erklärte Oberbürgermeisterin Henriette Reker, dass in diesem Jahr „noch keine sichtbaren Arbeiten zur Realisierung des Grünzugs“ stattfinden würden. Deshalb könne das Zentrum vorerst weiter bestehen.

Wo liegt die Zukunft des Autonomen Zentrums in Köln? AZ selbst macht witzigen Vorschlag

Alternativ würden wir Menschen vom AZ auch in den Kölner Dom umziehen

Sabrina Purple, Pressesprecherin Autonomes Zentrum

Eine Nachricht, die bei den Verantwortlichen an der Luxemburger Straße für Freude, aber auch einige Verbesserungsvorschläge sorgte. „Wir schlagen vor, das Projekt Parkstadt Süd einzustampfen, bevor mit dem grünen Betongold noch mehr Schaden angerichtet und Geld verschwendet wird, das bspw. besser in sozialen Wohnungsbau oder einen zukunftsfähigen ÖPNV angelegt wäre. Wenn unbedingt an dem Projekt festgehalten werden soll, wär die einfachste aller Lösungen: Das AZ bleibt, wo es ist, und der Park umschließt das Gebäude“, äußert sich AZ-Pressesprecherin Sabrina Purple.

Von ihrem Riesen-Projekt abweichen wird die Stadt definitiv nicht – sodass die Zukunft des Autonomen Zentrums über 2021 hinaus ungewiss ist. Von der Forderung des AZ, den aktuellen Standort zu behalten, dürften die Verantwortlichen allerdings ebenso wenig abrücken – bis auf eine Ausnahme. „Alternativ würden wir Menschen vom AZ natürlich auch in den Kölner Dom umziehen“, erklärt Purple. Da scheint der Verbleib an der Luxemburger Straße 93 doch deutlich leichter zu realisieren. (mo)

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