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Köln: Totes Baby in Flüchtlingsunterkunft – „Identität von Mutter und Vater ist noch unklar“

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Von: Johanna Werning

Links: Zelte stehen vor der Messehalle 3 in Köln. Rechts: Auf einer ukrainischen Flagge steht „#StandWithUkraine“ über notdürftigen Schlafzellen in einer Messehalle in Köln.  (IDZRW-Montage).
In dem Fall des toten Säuglings in der Flüchtlingsunterkunft in der Messe in Köln sind noch viele Fragen offen (IDZRW-Montage). © Federico Gambarini/dpa & Federico Gambarini/dpa

Mehrere Wochen sind seit dem Fund einer Babyleiche in der Messe in Köln vergangen. Doch Klarheit im Fall des toten Säuglings gibt es noch immer nicht.

Update von Donnerstag, 23. Juni, 16:15 Uhr: Etwas mehr als sechs Wochen sind vergangen, seitdem in der damaligen Flüchtlingsunterkunft in der Kölnmesse im Stadtteil Deutz ein totes Baby gefunden worden ist. Mittlerweile ist die Notunterkunft Köln aufgrund des Messebetriebs wieder abgebaut worden. Doch Erkenntnisse im Fall des toten Säuglings gibt es noch immer nicht.

„Es gibt noch keinen neuen Sachstand“, sagt Ulrich Bremer, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Köln, am Donnerstag gegenüber 24RHEIN. „Die Untersuchungen laufen noch. Da es sich um chemische Abläufe handelt, können die nicht so einfach beschleunigt werden.“ Bis die Ergebnisse vorliegen, könnten nochmals Wochen oder sogar Monate vergehen. Darum ist auch immer noch unklar, ob das Baby bei der Geburt gelebt hat. Man weiß bisher nur, dass der Säugling mehrere Tage hinter einer Deckenplatte in den Waschräumen versteckt worden ist.

Köln: Totes Baby in Flüchtlingsunterkunft – Rätsel um Eltern

Auch, wer die Eltern des toten Babys sind, ist noch immer ein Rätsel. „Die Identität von Mutter und Vater ist noch unklar“, so Bremer. Auch hier laufen die Ermittlungen weiter. Das Problem: In der Notunterkunft herrschte eine hohe Fluktuation: Geflüchtete blieben teilweise nur wenige Stunden und nur vereinzelt mehrere Tage. Und auch die Frage, ob es sich bei der Mutter um eine Ukraine-Geflüchtete handelt, kann noch immer nicht beantwortet werden. Denn auch andere Personen hatten Zutritt zur Unterkunft.

Köln: Totes Baby in Flüchtlingsunterkunft gefunden – der aktuelle Stand

► Das ist passiert: Am Montag, 9. Mai 2022, wurde in der Geflüchteten-Unterkunft auf dem Messegelände in Köln ein toter Säugling gefunden. Die Babyleiche wurde von Reinigungspersonal hinter einer Deckenplatte in einer Toilettenkabine gefunden.

► Das ist noch unklar: Viele Fragen sind allerdings noch offen. Unklar ist nicht nur, wer die Mutter ist, sondern auch das Alter des Kindes und die Todesursache. Auch die Tatsache, ob der Säugling bei der Geburt gelebt hat, ist noch nicht aufgeklärt.

► Der aktuelle Stand: Die Ermittlungen laufen. Bereits am Tag des traurigen Fundes wurde eine Mordkommission eingerichtet. Aktuell wird auch die Babyleiche noch genauer untersucht. Dabei soll herausgefunden werden, ob der Säugling bei der Geburt gelebt hat. Bis die Ergebnisse vorliegen, können allerdings noch Wochen oder sogar Monate vergehen.

Köln: Totes Baby in Flüchtlingsunterkunft war bereits „mehrere Tage versteckt“

Überarbeitete Erstmeldung vom 10. Mai: Köln – Es war die Schocknachricht am Montagabend (9. Mai): In der Geflüchteten-Unterkunft auf dem Messegelände in Köln wurde ein toter Säugling gefunden. Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, finden auf dem Gelände eine Unterkunft. „Reinigungspersonal hat am Montagmorgen in einer Toilettenkabine der Unterkunft für ukrainische Geflüchtete auf dem Gelände der Kölnmesse im Stadtteil Deutz einen versteckt abgelegten, toten Neugeborenen gefunden“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Köln am Montag mit.

Totes Baby in Flüchtlingsunterkunft: Mordkommission ermittelt

Doch viele Fragen sind offen. Die Polizei Köln hat bereits eine Mordkommission eingerichtet. Die Ermittlungen laufen. „Insbesondere dauern die rechtsmedizinischen Untersuchungen auch zu der Frage, ob der Säugling nach der Geburt gelebt hat, weiter an“, erklärt Ulrich Bremer, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Köln, am Dienstag auf Nachfrage von 24RHEIN.

„Aus diesem Grunde ließ sich nach der Obduktion kein eindeutiger Befund dazu erheben, ob das Kind nach der Geburt gelebt hat oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat daher beim Institut für Rechtsmedizin in Köln aufwändige ergänzende Untersuchungen in Auftrag gegeben, die jedoch einige Wochen in Anspruch nehmen werden“, sagt Bremer am Mittwochnachmittag. Aktuell bestehe der Verdacht eines vollendeten Tötungsdelikts.

Flüchtlingsunterkunft in der Kölnmesse

► Rund 1.100 Personen können in der Geflüchtetenunterkunft in der Messehalle 3 in Köln unterkommen. Bei Bedarf können weitere 400 Menschen in einer zusätzlichen Messehalle untergebracht werden.

► Ein Wohnbereich bietet Platz für vier Personen. Der Bereich ist rund 25 Quadratmeter groß und mit Feldbetten, einem Tisch, Stühlen und einem abschließbaren Schrank ausgestattet.

►Der Betrieb der Notunterkunft wird von der Stadt gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Caritasverband der Stadt Köln und der Diakonie Köln sichergestellt.

► Die Geflüchtetenunterkunft ist seit März 2021 geöffnet und ist aktuell bis zum 15. Juni. Danach soll es stattdessen in der Zeltstadt am Südstadion eine Unterkunft für Ukraine-Geflüchtete geben.

Köln: Totes Baby in Toilettenkabine gefunden – wie lange lag der Säugling dort?

„Der verstorbene Säugling lag bereits seit mehreren Tagen versteckt hinter einer Deckenplatte des Toilettenraums“, sagt Bremer am Mittwoch weiter. Wie lange genau, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass somit die Suche nach der Mutter nicht gerade leichter wird. Denn in der Notunterkunft herrsche eine hohe Fluktuation: Geflüchtete bleiben teilweise nur wenige Stunden und nur vereinzelt mehrere Tage.

Köln: Totes Baby in Toilettenkabine gefunden – viele Fragen noch offen

Außerdem sei noch immer nicht abschließend geklärt. Ob es sich bei der Mutter um eine Ukraine-Geflüchtete handelt. Immerhin hätten auch andere Personen Zutritt zur Unterkunft. Unklar ist jedoch nicht nur, wer die Mutter ist, sondern auch das Alter des Kindes und seine Todesursache. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Der Text wurde zuletzt am 11. Mai, um 17:49 Uhr aktualisiert. Neuerung: Fundort der Babyleiche aktualisiert. Ermittlungen dauern an.

 

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