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Köln: Millionenbetrug mit Corona-Tests in Shisha-Bar – und schmutzig war es auch

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Von: Nina Büchs

Ein Schild mit der Aufschrift „Kostenloser Corona-Schnelltest“ steht vor einem Testzentrum.
Betreiber von Corona-Teststellen in Köln-Ehrenfeld und der Innenstadt stehen im Verdacht, Tests gefälscht und zur Abrechnung eingereicht zu haben. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Die Betreiber zweier Corona-Teststellen in Köln stehen im Verdacht, Tests im großen Stil gefälscht zu haben. Sie hätten fast eine Millionensumme erbeutet.

Köln – Die Polizei hat am Donnerstagvormittag, 1. Juli, Wohnungen und Geschäftsräume in Köln und Bergheim durchsucht. Sie sollen den Betreibern zweier im Corona-Teststellen gehören, die im Juni vom Kölner Gesundheitsamt geschlossen wurden. Den Betreibern wird ein dreister Abrechnungsbetrug zur Last gelegt.

Köln: Betrug in Corona-Teststellen – so kam die Polizei den Betreibern auf die Spur

„Die 25, 26 und 31 Jahre alten Betreiber der Teststationen sollen laut Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei im Mai und Juni im Zusammenhang mit dem Betrieb der Teststationen in der Innenstadt sowie im Stadtteil Ehrenfeld Schnelltestunterlagen gefälscht und nicht durchgeführte Tests bei der Kassenärztlichen Vereinigung zur Bezahlung eingereicht haben“, teilt die Polizei mit.

Die Ermittlungen seien nach anonymen Anzeigen zu betrügerischen Abrechnungen sowie zu den unzureichenden hygienischen Zuständen in der ehemaligen Shisha-Bar, die zur Teststation umfunktioniert wurde, ins Rollen gekommen, so die Polizei und die Staatsanwaltschaft Köln. Nach ersten Recherchen fiel auf, dass die Gesamtzahl der zur Abrechnung eingereichten Tests auffällig war. Ebenso erregte auch der im Verhältnis zur Gesamtzahl zu hohe Anteil negativer Ergebnisse Misstrauen, heißt es. Laut den Abrechnungen der Betreiber wäre in den beiden Teststellen zeitweise bis zu 36 Prozent aller Tests von insgesamt rund 800 Teststationen in Köln durchgeführt worden, berichtet die Polizei.

Betrug in Köln: Betreiber von Corona-Teststellen hätten fast zwei Millionen Euro abkassiert

Insgesamt wäre dadurch ein Schaden von beinahe zwei Millionen Euro entstanden. Durch frühzeitige Ermittlungen konnte die Polizei die Auszahlung jedoch verhindern, heißt es. „Die Ermittler werden nun anhand der sichergestellten Unterlagen prüfen, wieviele Tests tatsächlich durchgeführt wurden“, so die Polizei Köln.

Anfang des Monats wurde übrigens auch in Bochum ein zweiter Haftbefehl wegen Betrugsvorwürfen gegen einen Anbieter von Corona-Schnelltests erlassen. Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte dazu, es sei unverzeihlich, wenn Menschen den Staat betrügen. Mit Blick auf die Betrugsvorwürfe bei Schnelltestzentren sagte er: „Da gab es ein paar, die die Chance wahrscheinlich gesehen haben, das schnelle Geld zu machen.“ Ermittler und Gerichte würden dafür sorgen, dass Betrüger auch entsprechend bestraft werden. Mit einer sehr hohen Zahl von Schnelltest-Betrügern rechnet der Minister aber nicht: „Eine ganze Menge Leute werden auch sehr ordentlich und vernünftig gearbeitet haben.“ (nb mit dpa)

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