Teurer Trip in die Türkei

Über gefälschte 150 Kleidungsstücke im Koffer: Zoll schnappt Mann am Flughafen Köln

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Bei einer Zollkontrolle am Flughafen Köln/Bonn ist ein 22-Jähriger mit über 150 gefälschten Kleidungsstücken erwischt worden.
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Ohne Gepäck war ein 22-Jähriger am Dienstag (7. April) in die Türkei geflogen – und kam einen Tag später mit über 150 gefälschten Kleidungsstücken zurück.

Köln – Dass „Geschenke für Freunde und Familie“ für den Kölner Zoll keine Ausrede sind, musste ein 22-Jähriger am Donnerstagmorgen (8. April) am Flughafen Köln/Bonn schmerzlich erfahren. In den frühen Morgenstunden war der 22-Jährige, der gerade aus Istanbul zurück zum Konrad-Adenauer-Flughafen geflogen war, am grünen Zollausgang für anmeldefreie Waren kontrolliert worden – mit insgesamt fünf Taschen voller Kleidungsstücke. Unter anderem handelte es sich dabei um Imitate teurer Luxus-Marken wie Louis Vuitton oder Chanel.

Flughafen Köln/Bonn: Unter anderem 77 Hemden und 38 Jeanshosen beschlagnahmt

„Der 22-jährige Rumäne mit Wohnsitz in Hagen, hatte in seinen fünf Taschen 77 Hemden und T-Shirts, 38 Jeanshosen, sieben Jacken, sechs Herrenanzüge, vier Damenkleider, 17 Paar Schuhe und 12 Handtaschen in verschiedenen Größen und Farben dabei. Allesamt Fälschungen bekannter Markenhersteller wie Tommy Hilfiger, Burberry, Louboutin, Armani, Diesel, Dsquared, Hugo Boss, Gucci, Palm Angels, Calvin Klein, Louis Vuitton, Balenciaga, Prada, Dior und Chanel“, erklärt Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts in Köln.

Das Kuriose: Erst einen Tag zuvor war der 22-jährige Reisende komplett ohne Gepäck in die Türkei geflogen, wie er den Zollbeamten mitteilte. Zudem gab er an, die neuwertigen Taschen sowie den gesamten Inhalt für 1.000 Euro in Istanbul gekauft zu haben. Das Problem jedoch: Als die Beamten Rechnungen und Kaufbelege sehen wollten, konnte er diese nicht vorweisen – und erklärte, dass es sich bei den überwiegend originalverpackten und etikettierten Waren um Produktfälschungen handele. Im Anschluss nutzte er eine beliebte Schmuggler-Ausrede – biss sich allerdings an den Beamten des Hauptzollamts die Zähne aus.

Schmuggel-Versuch am Flughafen Köln/Bonn: Beliebte Ausrede zieht bei Beamten nicht

„Dass die Sachen als Geschenke für die Familie gedacht sind, ist der Klassiker der Ausreden“, so Ahland weiter. Noch vor Ort wurde gegen den Mann ein Steuerstrafverfahren eingeleitet, die zahlreichen Plagiate wurden als Beweismittel sichergestellt. Außerdem erwarte ihn gegebenenfalls zivilrechtliche Verfahren mit den Originalherstellern“, so der Pressesprecher weiter. Da wird sich der 22-Jährige den nächsten Trip zum Shopping für Familie und Freunde sicher zweimal überlegen – obwohl der Fluganbieter Turkish Airlines jetzt erklärte, ab Sommer noch mehr Flüge in die Türkei anzubieten. (mo)

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