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Bekanntes Kölner Brauhaus schmeißt Pommes von der Karte – Speiseöl-Mangel ist schuld

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Von: Johanna Werning

Neben Kölschgläsern von Gaffel ist eine Currywurst mit Pommes zu sehen (Montage)
Currywurst ja, aber mit Bratkartoffeln statt Pommes: Das ist in den ersten Kölner Brauhäusern die Folge des Speiseöl-Mangels (Montage). © Winfried Rothermel/Imago & Gottfried Czepluch/Imago

Im „Gaffel am Dom“ gibt es künftig keine Pommes mehr. Der Grund: Das Kölner Brauhaus bekommt zu wenig Speiseöl geliefert. Anderen Restaurants geht es ähnlich.

Köln – Nicht nur Kölnerinnen und Kölner leiden unter der Öl-Knappheit in den Supermärkten. Gerade für die Restaurants in Köln wird es immer schwieriger, Speiseöl-Nachschub zu kaufen. Dabei benötigen die Gasto-Betriebe gerade für Klassiker wie Pommes das „flüssige Gold“. Auch eines der bekanntesten Brauhäuser in Köln muss darum ernste Konsequenzen ziehen. Das „Gaffel am Dom“ streicht aufgrund von Speiseöl-Knappheit Pommes gleich komplett von der Speisekarte.

Köln: „Gaffel am Dom“ ändert Speisekarte wegen Ölmangel – Bratkartoffeln statt Pommes

Statt Pommes gibt es im Brauhaus in der Kölner Innenstadt ab dem 1. April Bratkartoffeln als Beilage. Der Grund: Die Lieferanten könnten nur einen Bruchteil der bestellten Menge an Speiseöl liefern, schildert Gastwirt Erwin Ott der dpa.

Erste Reaktionen der Gäste gebe es zwar noch nicht, allerdings sei er schon gefragt worden, ob es sich bei der Änderung um einen April-Scherz handele. Immerhin ist das „Gaffel am Dom“ in der Stadt für die gute Currywurst samt leckeren Pommes bekannt. „Es wäre mir lieber, es wäre ein April-Scherz“, erklärte er.

Wie lange die Knappheit andauern werde, könne noch nicht gesagt werden. Sowohl bei Sonnenblumenöl als auch bei Rapsöl gebe es Lieferprobleme. „Da mussten wir reagieren“, verdeutlichte der Geschäftsführer weiter. Zudem seien Speiseölpreise in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Darum ist das Speiseöl in den Supermarkt-Regalen knapp

In vielen Supermärkten wie Rewe oder Edeka ist das Speiseöl aktuell häufig ausverkauft. Der Grund: Zum einen der Ukraine-Krieg: Die Ukraine mit 51 und Russland mit 27 Prozent sind weltweit die wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl.

Aber auch die Konsumenten selbst sorgen dafür, dass das Öl häufig ausverkauft ist: Viele Supermarkt-Kunden haben Angst, kein Öl mehr zu bekommen und kaufen dadurch mehr als sonst, darauf ist der Supermarkt nicht vorbereitet und es entsteht eine künstliche Knappheit.

Kölner Brauhaus „Gaffel am Dom“ ändert Speisekarte – laut Dehoga kein Einzelfall

Der drastische Schritt des Kölner Brauhauses sei nach Ansicht des Branchenverbandes Dehoga NRW kein Einzelfall. „Wir haben eine angespannte Situation, in der bestimmte Speiseölsorten wie Sonnenblumenöl schwerer als sonst zu bekommen sind“, sagte Sprecher Thorsten Hellwig der dpa. Das könne Betriebe, die viel Öl benötigen, besonders treffen. Auch die Bagatelle reagierte bereits auf die steigenden Lebensmittel-Preise.

Wie viele Gastronomen tatsächlich davon betroffen seien und wie lange die Lieferengpässe anhielten, sei derzeit nicht absehbar. Hinzu kämen Inflationseffekte in vielen Bereichen, heißt es weiter. Auch ein Wirt aus Darmstadt streicht Pommes von der Speisekarte: Er müsste zwei Euro mehr pro Gericht verlangen, wenn er weiterhin Pommes anbieten würde, berichtet merkur.de*.

Ganz so ernst sei die Lage jedoch dennoch nicht, erklärt der Gastwirt vom „Gaffel am Dom“ weiter. Zwar werden die Pommes erst einmal von der Speisekarte gestrichen, Reibekuchen und Schnitzel würden hingegen aber in dem Brauhaus weiter angeboten, erklärt Ott weiter. (jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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