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Corona in Köln: Impfungen in sozialen Brennpunkten gestoppt

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Von: Nina Büchs

Menschen stehen in Chorweiler Schlange, um sich impfen zu lassen.
Die Stadt Köln beginnt, Menschen in Stadtteilen mit besonders hoher Inzidenz - sogenannte Hochinzidenzgebiete - zu impfen. © Christoph Hardt/Imago

Köln hat angekündigt, Menschen in Sozialräumen bei den Impfungen zu bevorzugen. Köln-Chorweiler startete damit bereits. Doch das Projekt droht nun zu scheitern.

Update vom 10. Mai, 17:43 Uhr: Trotz langer Warteschlangen und Impferfolge in Chorweiler und Meschenich liegen die Kölner Impfaktion in sozialen Brennpunkten ab sofort auf Eis – zum Leidwesen der Stadt. Das teilt am Montag eine Pressesprecherin der Stadt Köln mit. Das Projekt könne erst wieder an den Start gehen, wenn das Land ein weiteres Zusatzkontingent an Impfstoff bereitgestellt habe.

Das NRW-Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage von dpa, dass derzeit ein Erlass in Arbeit sei, der auf den ersten Erfahrungen aus Köln basiert. In diesem Zusammenhang werde dann auch die Verteilung der zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen mitgeteilt.

Nach Impfung in Chorweiler: Unklar, wie Impfungen fortgesetzt werden

Erstmeldung vom 7. Mai:

Köln – In der Domstadt ist die Inzidenz in den Stadtteilen unterschiedlich hoch. Besonders in Stadtteilen wie Chorweiler, wo Menschen auf engem Raum zusammen leben, sind die Corona-Zahlen teilweise alarmierend hoch. Um weitere Corona-Ausbrüche zu vermeiden, wurden nun seit Montag, 3. Mai, Menschen in Chorweiler geimpft – unabhängig davon, wie alt sie sind.

„Es ist uns gelungen, für diese Menschen in den Sozialräumen eine Priorisierung auf die Gruppe drei vorzuziehen und die Gruppe drei ist jetzt dran“, so Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte die Impfungen in den Sozialräumen der Großstädte befürwortet. Wie die Stadt Köln mitteilte, sind neben Chorweiler aber auch Impfungen an anderen Stadtteilen in Planung.

Köln: Stadt treibt Impfungen in Sozialräumen voran – welcher Stadtteil folgt nach Chorweiler?

1.000 überschüssige Restimpfdosen hat die Stadt vom Landes NRW erhalten, um Menschen in Stadtteilen mit besonders hoher Inzidenz zu impfen. Bis Mitte der Woche konnten damit Menschen in Chorweiler geimpft werden, ganz ohne Termin. Die Impfung selbst erfolgte unter anderem in einem Impfbus am Liverpooler Platz. Wer die Ärmel hochkrempeln wollte, musste sich nur in die Schlange anstellen und ein bisschen Wartezeit einkalkulieren.

Noch ist die Frage offen, in welchem Stadtteil als nächstes gezielt gegen das Coronavirus geimpft wird. „Wir erwarten vom Land NRW, dass es uns weitere Impfstoffdosen für dieses Projekt zur Verfügung stellt, damit wir das Angebot aufrechterhalten können. Hiervon hängen auch die Planungen bezüglich weiterer Standorte in anderen Stadtteilen ab“, so ein Stadtsprecher gegenüber 24RHEIN.

Impfungen gegen Corona in sozialen Brennpunkten: Unklar, wie es weiter geht

In der Pressekonferenz des Kölner Krisenstabs am Freitag sagte Krisenstabsleiterin Andrea Blome, dass die Impfungen in Köln-Chorweiler sehr gut angenommen worden sind. „Wir haben dort bis einschließlich gestern 2.600 Menschen geimpft. Das ist ein guter Erfolg“, so Blome. Zudem sollen die Impfungen in den Sozialräumen weiter laufen. „Wir sind heute nun zum Kölnberg nach Meschenich gewandert mit dem Impfbus. Wo es nun weitergeht ab Montag, kann ich leider nicht sagen, weil bis heute noch keine Zusage vorliegt, wie viele Impfdosen wir bekommen und wann wir sie bekommen“, sagte Blome weiter.

Auch Dr. Christian Miller, Leiter der Kölner Berufsfeuerwehr, äußerte sich nach der Sitzung des Krisenstabs zur Impfaktion in den vulnerablen Sozialräumen. „Wegen mangelnden Impfstoffs mussten wir die Maßnahmen nun zurückfahren, die Kollegen bauen jetzt gerade die Impfstation zurück.“ Sobald der Impfstoff da sei, werde das Impfangebot wieder aufgenommen. „Parallel dazu wird heute und morgen aber noch am Kölnberg geimpft. Dort gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Lebensumstände einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.“

Köln: Impfungen in Chorweiler sind gestartet – diese Stadtteile könnten schon bald folgen

Es muss zunächst also abgewartet werden, wie viel Impfstoff die Stadt überhaupt erhält, um zu entscheiden, in welchem Stadtteil das Impfangebot ausreicht. Wenn man aber nach der virtuellen Karte der Stadt Köln geht, könnten für die nächsten Impfungen unter anderem die Stadtteile Roggendorf/Thenhoven, Neubrück, Finkenberg oder Gremberghoven an der Reihe sein – sie gelten derzeit als Corona-Hotspotgebiete in Köln.

Das sind die Stadtteile mit den höchsten Wocheninzidenzen in Köln (Stand: 28. April):

StadtteilWocheninzidenz
Roggendorf/Thenhoven683,0
Gremberghoven619,3
finkenberg586,2
Neubrück575,0
Chorweiler543,4

Besonders hoch ist die Inzidenz demnach aktuell in Roggendort/Thenhoven. Der Wert lag dort am 28. April bei 683,0, gefolgt von Gremberghoven (619,3). Die geringsten Ausbrüche gibt es dagegen derzeit in Immendorf (Inzidenz: 0), Langel (28,6), Klettenberg (28,4) und Fühlingen (47,8).

Köln: Impfungen in Chorweiler und Meschenich (Kölnberg) – nur wer dort wohnt, wird auch geimpft

Eine Impfung erhalten aber nur diejenigen, die dort auch tatsächlich wohnen. Überprüft wird dies mit dem Personalausweis, den man bei der Impfung vorzeigen muss. Wie lange es noch dauern wird, bis auch die Kölnerinnen und Kölner aus anderen Stadtteilen allesamt geimpft sind, bleibt abzuwarten. Zumindest hatten Bund und Länder am 26. April besprochen, dass die Impfpriorisierung spätestens ab Juni aufgehoben werden soll. (nb)

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