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„Cold Cases“ in Köln: Polizei will alte Kriminalfälle aufklären – teils 50 Jahre her

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Von: Oliver Schmitz

Prozessakten (Symbolbild)
Die Polizei Köln nimmt wieder alte Akten aus dem Schrank. (Symbolbild) © Armin Weigel/dpa

Die Polizei Köln will mit einer neuen Ermittlungsgruppe ungelöste Kriminalfälle aufklären. Die „Cold Cases“ gehen über 50 Jahre zurück. Es gibt einen speziellen Grund.

Köln – Trotz jahrelange Ermittlung wird bei vielen Mord-Fällen nie der Täter gefunden. Damit soll in Köln nun Schluss sein. Die Polizei hat eine neue Ermittlungsgruppe eingerichtet, die ungeklärte Kriminalfälle aus fünf Jahrzehnten neu aufrollen soll. Die sogenannte EG „Cold Cases“ hat bereits am 1. Februar ihre Arbeit aufgenommen, erklärte die Polizei am Dienstag (8. Februar).

Was sind „Cold Cases“?

Bei „Cold Cases“ handelt es sich um ungelöste Kriminalfälle. Dieser Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit neuen polizeilichen Ermittlungen benutzt, d.h. wenn die Fälle wieder aufgegriffen werden. Dies passiert vor allem bei Mord-Fällen, da diese in manchen Ländern nicht verjähren.

Mit ständig weiterentwickelnder Kriminaltechnik oder teils neuen wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bezug auf Tatort- oder Täterverhaltensanalyse können alte Mordfälle teilweise noch Jahrzehnte später aufgeklärt und die Täter verurteilt werden. Der Begriff „Cold Cases“ stammt aus den USA. Dort wurde erstmals 1996 beim FBI eine sogenannte „cold case unit“ gegründet.

Köln: „Cold Cases“-Ermittler mit Fokus auf Mordfälle –

Die neue Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei wird sich vor allem mit ungeklärten Tötungsdelikte aus den Jahren 1970 bis 2015 beschäftigen. Hinzu kommen ungeklärte Vermisstenfälle und Fälle mit noch nicht identifizierten Toten. Grund für die Schaffung der neuen Einheit sei, Täter zur Rechenschaft zu ziehen und den Hinterbliebenen der Opfer Klarheit zu verschaffen, erklärte der Leiter der Kölner Direktion Kriminalität, Klaus-Stephan Becker, am Dienstag. „Die Täter können und dürfen nie glauben, dass sie am Ende ungeschoren davon kommen.“

 Ermittlungsgruppe „Cold Cases“
Die für die Ermittlungsgruppe „Cold Cases“ zuständigen Bastian Blaut (l-r), Markus Weber, und Klaus-Stephan Becker. © Oliver Berg/dpa

Die Ermittler werden für diese Arbeit aus dem normalen Alltagsgeschäft der Polizei genommen und allein für die Alt-Fälle abgestellt. Vermutlich werde die Arbeit der Ermittlungsgruppe dennoch mehrere Jahre dauern, sagte Becker. Es gehe voraussichtlich um Dutzende Ermittlungskomplexe, die neu aufzubereiten seien. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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