1. 24RHEIN
  2. Köln

Corona-Behandlung soll schweren Verlauf aufhalten: Antikörper-Therapie in Köln

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johanna Werning

Der Eingang zur Covid-19-Intensivstation in einem Krankenhaus.
In Köln werden Corona-Patienten nun mit einer Therapie behandelt (Symbolbild) © Jan Woitas/dpa

In Köln soll eine neue Corona-Behandlung schwere Krankheitsverläufe bei Risikopatienten minimieren. Doch nicht alle Corona-Positiven kommen für die Therapie infrage.

Köln – „Die Lage ist hochdramatisch“, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst nach der Ministerpräsidentenkonferenz am 18. November. Und auch in Köln infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus. Auch die Lage in den Kölner Krankenhäusern spitzt sich zu. Am Freitag, 19. November, meldet die Stadt Köln eine Hospitalisierungsrate von 2,2.

Doch für Corona-Infizierte in Köln gibt es nun eine neue Behandlungsmöglichkeit. Das Ziel: Schwere Krankheitsverläufe vermindern und somit Krankenhausbehandlungen verhindern – gerade bei Risikopatienten. Bei der neuen Corona-Therapie handelt es sich um eine Kurzinfusion mit sogenannten „monoklonalen Antikörpern“. Die Therapie geht auf eine gemeinsame Initiative des Gesundheitsamtes der Stadt Köln und den Kliniken der Stadt Köln zurück.

Köln: Monoklonale Antikörper – so funktioniert die Corona-Therapie

Aber was sind „monoklonale Antikörper“ überhaupt? Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte Proteine. Diese sorgen dafür, dass Antikörper bei infizierten Menschen gebildet werden und so das Coronavirus nicht in die menschlichen Zellen eintreten kann. Dadurch wird ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf minimiert.

Prof. Dr. Horst Kierdorf, Klinischer Direktor der Kliniken der Stadt Köln, sieht in der Therapie eine echte Chance: „Am 11. November haben wir die ersten Patientinnen und Patienten behandelt und bereits in den wenigen Tagen gute Ergebnisse erzielt. Damit können wir Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen eine echte Perspektive anbieten und vor schwerer Erkrankung bewahren.“

Die neue Corona-Therapie in Köln läuft erst seit wenigen Wochen. Dabei bekommen die Teilnehmer die monoklonalen Antikörper per Kurzinfusion im Krankenhaus Merheim (Köln-Kalk). Somit findet die Behandlung der Corona-Patienten nicht stationär, sondern ambulant statt.

Köln: Neue Corona-Behandlung – wer kommt für Therapie in Frage?

Köln: Neue Corona-Behandlung – diese Personen können teilnehmen

Doch nicht alle Corona-Patienten können mit der neuen Antikörper-Therapie behandelt werden. Sie wird nur Personen ab 12 Jahren angeboten, die nachgewiesenermaßen mit Corona infiziert sind oder einen vom Gesundheitsamt bestätigten engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf aufweisen.

Außerdem darf die Infektion nicht zu lange her sein. „Wichtig ist, dass die Behandlung bereits in den ersten sieben Tagen nach Symptom-Beginn erfolgt.“

Da die Behandlung ambulant erfolgt, können außerdem nur Personen teilnehmen, „die zu dem Zeitpunkt noch nicht schwer erkrankt sind und die Ambulanz gegebenenfalls mithilfe erreichen können.“ Die Quarantäne wird dabei für die Dauer der Behandlung aufgehoben und die Corona-Infizierten können „die Klinik unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen (AHA) mit eigenem PKW aufsuchen. Sofern das nicht möglich ist, kann die Anfahrt auch über einen Krankentransportwagen erfolgen“, erklärt die Stadt weiter.

Corona-Erkrankung: Diese Risikogruppen gibt es

Neue Corona-Behandlung in Köln – Gesundheitsamt wählt Teilnehmer aus

Aber wie bekommt man einen Platz bei der neuen Corona-Behandlung mit der Antikörper-Kurzinfusion? „Die aufgrund von Risikofaktoren für die Therapie infrage kommenden Patientinnen und Patienten werden durch das Gesundheitsamt Köln über diese Möglichkeit informiert“, erklärt die Stadt, die gemeinsam mit den Klinken Köln die Therapie ins Leben gerufen hat.

Neue Corona-Behandlung in Köln – so sind die Erfolgschancen

Obwohl die Behandlung erst seit dem 11.11. läuft, sind die ersten Ergebnisse vielversprechend. Die Antikörper „zeigen bei sehr guter Verträglichkeit eine sehr gute Wirkung bei der Verhinderung schwerer Verläufe“, so die Stadt. „In einer Studie konnte das Risiko für eine Krankenhauseinweisung um etwa 70 Prozent reduziert werden.“

„Die Gabe von monoklonalen Antikörpern an Risikopatientinnen und Risikopatienten ist eine neue und sehr wirksame Waffe zur Vermeidung von schlimmen Verläufen bis hin zum Tod. Ich bin sicher, dass wir damit vielen Menschen helfen können“, fasst Prof. Dr. Christian Karagiannidis, Leiter der Lungenintensivstation im Krankenhaus Merheim, zusammen. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant