1. 24RHEIN
  2. Köln

Deutschlandweite Aktion mit Kerzen für Corona-Opfer auch in Köln – „Zahl ist unvorstellbar groß und kaum fassbar“

Erstellt:

Von: Mick Oberbusch

Kerzen und ein Karton mit der Aufschrift „Corona-Tote sichtbar machen“
Die Aktion „Corona-Tote sichtbar machen“ findet nun schon in 25 Städten in Deutschland statt. © Annette Riedl/picture alliance

Mit der Aktion „Corona-Tote sichtbar machen“ wollen Journalist Christian Schmidt und sein Team an durch das Virus verstorbene Bürgerinnen und Bürger erinnern.

Köln – Mehr als 40.000 Menschen sind in Deutschland bislang am Coronavirus gestorben – eine Initiative aus Berlin will dies nun in ganz Deutschland, natürlich auch in Köln, mit Kerzen sichtbar machen. Seit Anfang Dezember zünden Menschen in nunmehr etwa 25 Städten und Gemeinden jeweils sonntags zum Sonnenuntergang an öffentlichen Plätzen Kerzen für die Toten an. In Köln geschieht dies jeden Sonntag um 16 Uhr an der Hahnentorburg auf dem Rudolfplatz.

Köln: Aktion „Corona-Tote sichtbar machen“ immer sonntags am Rudolfplatz

„Wir haben das angestoßen. Jetzt nimmt es hoffentlich breitere Formen an“, sagte der Journalist Christian Y. Schmidt am Montag der Deutschen Presse-Agentur über die Initiative „Corona-Tote sichtbar machen“. Er hat sie gemeinsam mit der Künstlerin Veronika Radulovic ins Leben gerufen. „Wir wollen keine Massenaufläufe, sondern, dass die Leute das möglichst dezentral in ihrer Nachbarschaft machen“, betonte Schmidt. Zwei Kerzen und ein DIN A4-Blatt, das die Aktion erkläre, genügten schon. 

Kerzen brannten oder brennen bislang unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. „Bei der ersten Welle war in Deutschland die Medienaufmerksamkeit sehr groß, auch, was die Corona-Toten in anderen Ländern anging. Da stand ja Deutschland noch recht gut da“, so Schmidt. „Seit Deutschland in der zweiten Welle selber so stark betroffen war, kam kaum noch etwas. Uns schien es, dass man das jetzt tatsächlich mehr oder weniger mit einem Achselzucken wahrnehmen würde. Die Menschen haben sich auch an Corona gewöhnt“, sagte Schmidt. 

Corona in Köln: Initiator von „Corona-Tote sichtbar machen“ will an Verstorbene erinnern

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg laut Robert Koch-Institut auf 40.686 (Stand: 11.01., 00:00 Uhr). „Diese Zahl ist so unvorstellbar groß und kaum fassbar“, so Schmidt. Mit den Kerzen sei es möglich, dies greifbarer zu machen. Die Aktion solle so lange dauern, bis die Zahl der Covid-19-Toten in Deutschland „endlich das öffentliche Bewusstsein erreicht“ habe. Schmidt, der normalerweise auch in China lebt, hat den Ausbruch der Pandemie dort selbst miterlebt und seine ganz persönliche Corona-Geschichte: Seine in China lebende Frau hat der Journalist seit fast einem Jahr nicht mehr sehen können. (mo mit dpa)

Auch interessant