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Köln: Polizeipräsident appelliert an Bürger – „Corona kennt keine Schönwetter-Pause“

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Von: Nina Büchs

Menschen genießen die Sonne am Decksteiner Weiher.
Viele Kölner zog es bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen in den Kölner Grüngürtel am Decksteiner Weiher. © IMAGO / Future Image

Das Frühlingswetter hat die Menschen in Köln nach draußen gelockt. Der Ordnungsdienst meldete am Wochenende zahlreiche Corona-Verstöße. 

Update vom 23. Februar, 17:40 Uhr: Auch Polizeipräsident Uwe Jacob appelliert angesichts der Corona-Verstöße am vergangenen Wochenende an die Vernunft der Kölnerinnen und Kölner: „Ich habe großes Verständnis dafür, dass es die Kölner nach Monaten von Einschränkungen ins Grüne und an den Rhein zieht. Es wird aber problematisch, wenn alle an zentralen Orten zusammenkommen. Nutzen Sie die Naherholungsflächen in ihren Veedeln. Auch dort kann man an der frischen Luft entspannen,“ so Jacob.

Polizeipräsident Jacob: „Corona kennt keine Schönwetter-Pause“ – Regeln müssen weiter beachtet werden

„Wenn wir die Sehnsucht nach sozialem Leben und Gemeinschaft über die Vernunft stellen, wird uns das den nächsten Rückschlag einbringen. Corona kennt keine Schönwetter-Pause“, fährt Uwe Jacob fort. Für Ausflüge im Frühling sei es wichtiger denn je, die geltenden Regeln zu beachten. Erst wenn die Impfungen soweit fortgeschritten sind, könne wieder freier gelebt werden, betonte der Kölner Polizeipräsident. „Davon profitieren alle, ganz besonders aber diejenigen, die gesundheitlich besonders gefährdet, durch Corona in wirtschaftliche Schieflage geraten oder sogar existenziell bedroht sind.“ 

Köln: Wetter lockte Menschen nach draußen – Stadt musste in mehr als 200 Fällen durchgreifen

Update vom 22. Februar, 17:30 Uhr: In Bezug auf die Corona-Verstöße am Wochenende hat sich nun Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu Wort gemeldet. Sie appellierte an die Kölnerinnen und Kölner und die Besucher aus dem Umland, sich weiter an die Regeln der Corona-Schutzverordnung und der Allgemeinverfügung der Stadt Köln zu halten. „Jeder und Jede ist aufgerufen, Verantwortung für sich selbst und die Mitmenschen zu übernehmen, wenn das Ziel erreicht werden soll, die Infektionszahlen dauerhaft zu senken. Ich habe großen Respekt davor, dass die Kölnerinnen und Kölner bisher so gut durchgehalten haben, und bitte sie, auch weiterhin durch ihr Verhalten dazu beizutragen, dass es weniger Neuinfektionen gibt. Wir dürfen das bislang Erreichte nicht gefährden,“ so Reker.

Wie die Stadt nun in einer abschließenden Bilanz bekannt gab, hat der Ordnungsdienst in Köln von Freitagnachmittag, dem 19. Februar, bis Montagmorgen, dem 22. Februar, sogar 126 Verstöße gegen das Ansammlungs- und Kontaktverbot im öffentlichen Raum und 26 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen im privaten Raum gemeldet. In 75 Fällen wurde gegen die Maskenpflicht verstoßen.

Trotz der Verstöße wurden seit Montag, dem 22. Februar, übrigens in NRW die ersten Lockerungen durchgesetzt. Diese betreffen Schulen, Gartencenter, Hundeschulen und auch Sportanlagen. Ab dem 1- März dürfen dann auch Friseure wieder öffnen.

Frühling in Köln: Wetter lockt Menschen nach draußen – Ordnungsamt muss hart durchgreifen

Erstmeldung vom 22. Februar:

Köln – Die warmen Temperaturen und das sonnige Wetter lockten am Wochenende viele Menschen in NRW trotz Corona nach draußen. Auch viele Kölnerinnen und Kölner zog es raus aus ihren Wohnungen – doch mit den Corona-Regeln nahmen es viele von ihnen nicht so genau. In einigen Fällen musste der Ordnungsdienst sogar von der Polizei unterstützt werden.

Köln: Menschen strömen bei Frühlingstemperaturen nach draußen und verstoßen gegen Corona-Regeln

Erst vor wenigen Wochen herrschten in Köln noch Minusgrade – die Stadt erweiterte ihr Winterangebot, um Obdachlose vor dem Kältetod zu schützen. Nun sieht es in der Domstadt am Rhein schon wieder ganz anders aus. So kletterten die Temperaten am Wochenende vom 20. und 21. Februar fast auf frühlingshafte 20 Grad. Nach den kalten und düsteren Wintermonaten verließen deshalb viele Kölnerinnen und Kölner ihr Zuhause, um Sonne zu tanken – doch dabei sorgten sie beim Ordnungsdienst auch für jede Menge Arbeit.

Wie die Stadt nun berichtet, wurden in vielen Fällen das Abstands- und das Kontaktverbot sowie die Maskenpflicht missachtet. Im ganzen Stadtgebiet waren Mitarbeiter des Ordnungsdienstes im Einsatz, um Ansammlungen aufzulösen und Menschen aufzufordern, Masken anzulegen. Bei zahlreichen Einsätzen mussten sie sogar die Polizei um Unterstützung bitten. Vor allem in den Parks und am Rheinufer gab es dem Ordnungsdienst zufolge massive Menschenansammlungen.

Köln: Ordnungsdienst mit trauriger Bilanz – 145 Verstöße gegen Kontakt-und Ansammlungsverbot

Ein Blick auf die Einsätze des Ordnungsdienstes zu den Corona-Verstößen am Wochenende zeigt: Viele scheinen es mit den Corona-Regeln in Köln nicht mehr so genau zu nehmen. So stellte der Ordnungsdienst von Freitagnachmittag, dem 19. Februar, bis Sonntagmorgen, dem 21. Februar, insgesamt 85 Verstöße gegen das Ansammlungs- und Kontaktverbot im öffentlichen Raum und 12 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen im privaten Raum fest. Die Stadt ahndet Corona-Verstöße mit einem saftigen Bußgeld. Dieses müssen auch 54 weitere Personen zahlen, die in Köln in diesem Zeitraum gegen die Maskenpflicht verstießen.

Am Sonntagnachmittag, dem 21. Februar, ging es mit den Corona-Sündern fleißig weiter. So mussten die Einsatzkräfte des Ordnungsdienstes rund 1.000 Menschen ansprechen, die sich nicht an die Maskenpflicht hielten. Ebenso meldete der Ordnungsdienst am Sonntag 60 Verstöße gegen das Kontakt- und Ansammlungsverbot im öffentlichen Raum und drei Verstöße gegen die „50-Meter-Verzehrregel“.

Ordnungsdienst meldet drei Verstöße gegen die „50-Meter-Verzehrregel“: Aber was bedeutet das?

Derzeit sind Restaurants, Bars, Eisdielen und Cafés geschlossen – doch „Essen to go“ können die Kölnerinnen und Kölner trotzdem mitnehmen. Zu beachten ist jedoch, dass dabei die „50-Meter-Verzehrregel“ eingehalten muss. Das heißt, dass im Umkreis von 50 Metern um die Verkaufsstelle der Konsum der gekauften Speisen und Getränke verboten ist.

Corona-Müdigkeit in Köln? OB Reker strebt „No-Covid-Strategie“ an

Obwohl die Sehnsucht nach einem „normalen Leben“ während des langen Lockdowns vermutlich immer größer wird, könnte das Verhalten der Corona-Sünder schon bald zu noch härteren Maßnahmen führen. Denn sollten die Neuinfektionen in Köln erneut ansteigen, werden die Corona-Regeln wieder verschärft, kündigte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor kurzem an. Reker gab zudem bekannt, dass sie eine „No-Covid-Strategie“ befürworte. Ihr zufolge soll es die ersten Lockerungen erst ab einer Inzidenz von 10 geben. Wie die aktuellen Corona-Zahlen zeigen, ist Köln aber vermutlich noch länger von diesem Ziel entfernt. (nb)

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