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Köln: Grundschüler müssen in Quarantäne bleiben – weil ein Kind mit Delta infiziert ist

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Von: Nina Büchs

Ein Kind mit Mundschutz schaut aus dem Fenster seines Hauses.
Kinder einer Grundschulklasse aus Köln müssen zwei Wochen zu Hause bleiben, weil ein Mitschüler mit Delta infiziert ist. © Óscar J.Barroso/dpa/Europa Press

Trotz negativer Corona-Tests muss eine Kölner Grundschulklasse in Quarantäne bleiben. Das entschied ein Gericht. Ein Kind infizierte sich mit der Delta-Variante.

Köln – Seit dem 2. Juli sind in Köln Sommerferien. Doch statt draußen mit Freunden zu spielen, im Freibad zu planschen oder mit den Eltern in den Sommerurlaub zu fliegen, muss eine Grundschulklasse in Quarantäne bleiben. Denn wie das Verwaltungsgericht in Köln mitteilt, wurde eines der Kinder aus der Klasse kürzlich positiv auf die Delta-Variante des Coronavirus getestet. Für die Mitschüler und ihre Eltern ist die Quarantänepflicht jedoch unverhältnismäßig – zumal sämtliche Testergebnisse negative Befunde anzeigten. Doch ihr Versuch, dagegen vorzugehen, scheiterte.

Köln: Grundschüler in Quarantäne – Kind mit Corona infiziert

„Die Anordnung einer 14-tägigen Quarantäne für alle Schüler einer Kölner Grundschulklasse ist rechtmäßig. Das hat das Kölner Verwaltungsgericht in mehreren Eilbeschlüssen vom 8. Juli 2021 entschieden und damit die Anträge von Mitschülern abgelehnt“, gab das Gericht bekannt. Noch bis Mittwoch, 14. Juli, müssen die Kinder also in Quarantäne bleiben, so das Verwaltungsgericht.

„Grund für die Maßnahme war, dass ein Mitschüler positiv auf die Delta-Variante des Corona-Virus getestet worden war. Die Antragsteller hielten die Maßnahme für unverhältnismäßig. Auch verwiesen sie auf Nachtestungen, die sämtlich negative Ergebnisse gezeigt hätten“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Quarantänepflicht für Grundschüler aus Köln: Klage abgewiesen

In der Begründung hieß es seitens des Gerichts, dass die besondere Belastung für die betroffenen Familien durch die Quarantänepflicht nachvollziehbar sei. „In diesem Fall bestehe aber ein hohes Interesse daran, Infektionsketten aufzudecken und zu unterbrechen. Die Kontaktsituation der Kinder sei weitgehend unaufklärbar geblieben. Daher sei es zulässig gewesen, alle Schüler der Klasse als gefährdete „enge Kontaktpersonen“ einzustufen. Dies stehe auch im Einklang mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.“ Zudem sei die Quarantänepflicht auch angesichts der besonderen Gefährdung für ungeimpfte Schulkinder als präventiver Infektionsschutz rechtmäßig. „Eine ‚Freitestung‘ biete demgegenüber keinen gleichwertigen Schutz“, so das Verwaltungsgericht.

Delta-Variante in Köln: Bislang 93 Fälle nachgewiesen – fast die Hälfte der Infizierten sind Reiserückkehrer

Die Delta-Variante stellt derzeit das ganze Land vor große Herausforderungen. Und auch in Köln ist die Anzahl der bislang gemeldeten Delta-Fälle erneut angestiegen. Wie die Stadt am vergangenen Freitag, 9. Juli, mitteilte, sind bislang nun 93 Delta-Fälle in Köln nachgewiesen worden. Anfang Juli waren es hingegen noch 49 Delta-Fälle.

„In den letzten drei Tagen hat sich die Zahl der Delta-Fälle mit 41 neuen Fällen fast verdoppelt. 45 der bislang 93 Kölner Delta-Fälle sind Reiserückkehrer“, hieß es dazu in einer Pressemitteilung. (nb)

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