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Kölner Brauerei beweist, dass man auch mit Humor auf ein ernstes Thema aufmerksam machen kann

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Von: Nina Büchs

„Das Artensterben weitet sich aus, ich habe schon ewig keinen Zapfhahn mehr gesehen!“ steht auf dem Facebook-Post der Brauerei Gaffel in Köln.
Die Kölner Brauerei Gaffel hat einen humorvollen Post auf Facebook verbreitet – doch dahinter verbirgt sich eine emotionale Nachricht. © Brauerei Gaffel

Obwohl der Coronavirus auch der Kölner Brauerei Gaffel schwer zusetzt, hat sie ihren Humor in diesen Zeiten nicht verloren. Das zeigt nun ein Post auf Facebook.

Köln – Seit Ausbruch der Corona-Pandemie befindet sich auch die Stadt Köln in einem Ausnahmezustand. Seit dem zweiten Lockdown dringt auch aus den Bars, Gastronomien und Kneipen kein Laut mehr auf die Straße der Domstadt – die Stadt „schläft“ und mit ihr das kulturelle Leben. Trotz der düsteren Zeiten hat die Brauerei Gaffel aber ihren Humor nicht verloren. Dies beweist die Kölner Brauerei mit einem Facebook-Post, der aber auch die aktuelle Lage der Gastronomie und des eigenen Betriebs auf den Punkt bringt.

Coronavirus in Köln: Brauerei „Gaffel“ sorgt sich um das Überleben der Zapfhähne

„Das Artensterben weitet sich aus, ich habe schon ewig keinen Zapfhahn mehr gesehen!“, postet Gaffel auf Facebook. Ihr Anliegen macht die Brauerei auch in den Zeilen über dem Posting klar: „Deshalb müssen wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass der Zapfhahn überlebt.“ Gaffel reagiert damit auf die aktuelle Corona-Situation, durch die auch Wirte und Gastronomen in Köln schließen und auf ihre Einnahmen verzichten mussten.

Gaffel macht mit Post auf aktuelle Situation aufmerksam – so reagiert das Netz

Bei den Kölnern kam der humorvolle Post gut an, obwohl dahinter eine dramatische Botschaft steckt. Über 760-mal wurde das Bild inzwischen geteilt, über 120 Menschen haben einen Kommentar hinterlassen. „Wie furchtbar. Dabei ist das mein Lieblingstier“, scherzt zum Beispiel John Royer. Dass auch die einstigen Brauerei-Besucher hoffen, bald wieder in den Genuss eines Kneipenbesuchs zu kommen, zeigt auch der Kommentar von Michael Schuster: „Manchmal frage ich mich, ob mich mein Wirt auch so vermisst, wie ich ihn vermisse“, steht dort in seinem Meme mit einem Frosch hinter einer Scheibe, der in den Regen hinaus schaut.

Mit diesem Post haben wir den Leuten aus der Seele gesprochen.

Thomas Deloy, Gaffel

Thomas Deloy, Marketing-Chef bei Gaffel: „Mit diesem Post haben wir den Leuten aus der Seele gesprochen. Nicht nur wir als größte Kölsch-Marke in der Gastronomie leiden unter den Restriktionen. Die allermeisten sehnen sich nach ihrer Gastro zurück. Brauhäuser, Kneipen oder Restaurants haben jetzt zusammengerechnet seit fünf, Clubs sogar seit 11 Monaten geschlossen.“

Coronavirus: So sehr leiden Kneipen und Gastronomen in Köln und NRW

Wie sehr die Kölner Gastronomen und Wirte unter Corona leiden, zeigt auch der emotionale Brief, den der Kölner Brauerei-Verband bereits im November des vergangenen Jahres an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet richtete. Darin hieß es, dass durch die Schließung der Gastronomien in diesem Jahr in Köln schätzungsweise 20 Prozent weniger Kölsch gebraut und verkauft werde als sonst. Michael Busemann, der für die Pressearbeit von Gaffel zuständig ist, gab gegenüber von 24RHEIN an, dass zwar ein leichtes Plus von 2,8 Prozent von Flaschenbieren im Handel verzeichnet wurde, „doch dies könne die ausgefallenen Einnahmen natürlich nicht kompensieren.“ So die beispielhafte Lage einer Brauerei. Noch schlimmer trifft es Kneipenwirte und Clubbetreiber, die keinerlei alternative Einnahmen haben.

Coronavirus: Diese Kneipe hat sich nun ein besonders kreatives Konzept überlegt

Weil viele Kölnerinnen und Kölner die Kneipenbesuche vermissen, haben sich die „Hängenden Gärten von Ehrenfeld“ nun eine besondere Aktion überlegt. Mit einem virtuellen Kneipenbesuch will die Ehrenfelder Bar ihren Gästen nun auch in Corona-Zeiten ein Kneipen-Feeling ermöglichen. Durch die nachgebauten Räume der Kneipe können sich die Besucher mit einem Avatar bewegen und damit an die Theke oder sogar auf die Toilette gehen. (nb mit dpa)

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