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Steigende Corona-Zahlen: Statt ins Büro ins Hotel – doch es gibt klare Regeln

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Von: Nina Büchs

Eine junge Frau arbeitet im Homeoffice in einem Wintergarten.
Bund und Länder diskutieren am Dienstag, dem 19. Januar, unter anderem über eine mögliche Homeoffice-Pflicht. © Britta Pedersen/dpa

Immer mehr Arbeitnehmern wird wegen Corona die Möglichkeit eingeräumt, im Homeoffice zu arbeiten. Nun bieten auch einige Hotels vermehrt ihre Zimmer als „Büro“ an.

Köln – Die Beratungen zu neuen Corona-Maßnahmen zwischen Bund und Ländern stehen kurz bevor. Schon am Dienstag, dem 19. Januar, stehen dann auch mögliche Verschärfungen zu Homeoffice-Regelungen zur Diskussion. Zwar könnte damit das Infektionsgeschehen weiter eingedämmt werden, doch nicht immer ist es Arbeitnehmern möglich, in den eigenen vier Wänden auch in Ruhe zu arbeiten. Baustellenlärm, fehlender Platz, keine ausreichende Internetverbindung – dies sind nur einige Faktoren, die das Arbeiten in der eigenen Wohnung beeinträchtigen.

Köln: Diese Hotels bieten während Corona ihre Zimmer zum Arbeiten an

Allein in der Stadt Köln gibt es laut der Seite „Homeoffice im Hotel“ bereits neun Hotels, die während Corona Arbeitnehmern die Möglichkeit bieten, vom Hotelzimmer aus zu arbeiten. Diese Hotels machen mit:

HotelStandort
25 hours HotelInnenstadt
Dorint Hotel am HeumarktInnenstadt
Premier Inn Hotel Köln City SüdInnenstadt
a&o hostel am NeumarktInnenstadt
Dorint Hotel an der MesseDeutz
Flat de CologneBocklemünd
Essential by DorintJunkersdorf
Leonardo Royal Hotel KölnBraunsfeld
Adolph'sLongerich

Die Kosten für die Zimmer weichen je nach Hotel ab. Im Hotel „25hours“ müssen Gäste dafür zum Beispiel 50 Euro pro Tag zahlen, im Dorint Hotel an der Messe in Deutz kostet das Arbeitszimmer fast 70 Euro. Um das derzeit geltende Übernachtungsverbot einzuhalten, ist die Nutzung der Zimmer zudem befristet. So steht den Arbeitnehmern das Zimmer im Dorint Hotel beispielsweise nur von 7 bis 19 Uhr zur Verfügung. Im Lockdown gilt weiterhin, dass Übernachtungsangebote zu privaten und touristischen Zwecken derzeit verboten sind. Wer aus beruflichen Gründen in einem Hotel übernachten muss, muss daher eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen. Wer gegen diese Corona-Schutzverordnung verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Homeoffice in Corona-Zeiten: Wer darf überhaupt von zu Hause aus arbeiten?

Je nach Branche oder Unternehmen ist die Arbeit von zu Hause jedoch nicht immer möglich. Und gerade jetzt, kurz vor den Gesprächen zwischen Bund und Ländern, mag sich so mancher Arbeitnehmer fragen: „Wer hat eigentlich einen Anspruch auf Homeoffice?“ Die Bundesregierung schreibt dazu auf ihrer Homepage: „Ein gesetzlicher Anspruch, von zu Hause aus zu arbeiten, besteht nicht. Arbeitnehmer können dies jedoch mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Die Option kann sich zudem aus einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben.“

Wegen Corona: Mehrheit der Deutschen ist für Homeoffice-Pflicht

Und wie denken die Arbeitnehmer über eine mögliche, gesetzlich vorgeschrieben Homeoffice-Pflicht? Tatsächlich würde die Mehrheit ein gesetzliches Recht auf Homeoffice angesichts steigender Corona-Infektionen befürworten. Dies geht aus der Umfrage des Meinungsforschungsinsituts Civey für den „Spiegel“ hervor. 56 Prozent der mehr als 5000 Teilnehmer sprachen sich für ein grundsätzliches Verbot der Arbeit im Büro aus, falls das Arbeiten von zu Hause aus möglich ist. 32 Prozent der Befragten waren dagegen.

Arbeiten in den eigenen vier Wänden: Auch Bundespräsident Steinmeier ruft zu mehr Homeoffice auf

Auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts des Infektionsgeschehens in Deutschland zu mehr Homeoffice aufgerufen. Auf Facebook richtete er nun einen Appell an Unternehmen und Beschäftigte, wo immer dies möglich sei, Homeoffice stärker zu nutzen: „Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, tragen dazu bei, ihre Kolleginnen und Kollegen zu schützen“, schreibt er. Bei den Facebook-Usern stößt Steinmeiers Appell jedoch auf gemischte Reaktionen. Immer wieder kommentieren Menschen beispielsweise, dass es in ihrem Job als Paketbote oder Gastronom nicht möglich sei, im Homeoffice zu arbeiten. Andererseits gibt es auch Zustimmung. So schreibt ein Nutzer: „Wo es möglich ist“ wird leider immer zu „ich will nicht, daher ist es leider nicht möglich“. Wo ein Wille ist, gibt es meist auch eine Möglichkeit. Es muss daher deutlich mehr Druck vom Gesetzgeber erfolgen.“(nb)

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