Genehmigung steht noch aus

Inzidenz in Kölner Stadtteilen teilweise über 500 – jetzt könnte gezielt geimpft werden

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In Wocheninzidenz in Köln unterscheidet sich in den Stadtteilen teilweise immens.
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Köln will Impfungen gegen das Coronavirus in Stadtteilen mit hoher Inzidenz vorantreiben. Armin Laschet begrüßt die Maßnahme, tritt aber auch auf die Bremse.

Köln – Je nach Stadtteil ist die Inzidenz in Köln unterschiedlich hoch. So liegt die Wocheninzidenz in Gremberghoven derzeit bei 717,1, während es in Hahnwald keine Corona-Infizierten gibt (Stand: 22. April 2021). Die Stadt will deshalb vor allem dort die Impfungen vorantreiben, wo die Inzidenz besonders hoch ist. Auch NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet äußerte sich nun dazu.

Impfungen gegen Coronavirus in Köln: Laschet über Impfpriorisierung

Armin Laschet unterrichtete den Landtag am Mittwoch über die aktuelle Corona-Lage. In seiner Rede kam er auch auf die Impfpriorisierung zu sprechen. Hinsichtlich der Aufhebung der Impfpriorisierung trat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident jedoch auf die Bremse. „Im Monat Mai wird die Prio-Gruppe 3 geimpft. Das sind unter anderem Polizisten, Lehrer an weiterführenden Schulen, Busfahrer, Verkäufer – Menschen, die monatelang gewartet haben, bis sie an der Reihe sind und tagtäglich ihren Dienst geleistet haben“, so Laschet. Erst danach, wenn diese Gruppe geimpft sei und mehr Impfstoff zur Verfügung steht, könne die Priorisierung aufgehoben werden. Dies sei spätestens im Juni der Fall, so Laschet.

In seiner Rede nahm Laschet auch konkret Bezug auf die unterschiedlichen Inzidenzwerte in den einzelnen Stadtteilen von Köln. Ihn habe das Beispiel aus Köln beeindruckt: „Köln-Chorweiler, Inzidenz 500, Köln-Hahnwald, Inzidenz null“. Daran könne man erkennen, wo aktuell die Schwierigkeiten liegen. „Da wo Menschen in beengten Wohnungen leben, ist die Gefahr, sich anzustecken größer als bei jemandem, der in einem großzügig angelegten Einfamilienhaus lebt“. Und: „Daraus entsteht eine soziale Frage“. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker zeigte nach der Sitzung des Krisenstabs einen möglichen Weg zur Impfung für besonders betroffene Stadtteile auf.

Laschet über Corona: „Hohe Inzidenzen dürften nicht von der Postleitzahl abhängen“

Das hat auch Einfluss auf den Verlauf weiterer Impfungen gegen das Coronavirus. „Deshalb müssen wir einen besonderen Schwerpunkt darauf setzen, dass dort geimpft werden muss, wo Menschen enger zusammenleben als anders wo.“ Daraus würden sich weitere Aufgaben und Herausforderungen ergeben. „Hohe Inzidenzen dürften nicht von der Postleitzahl abhängen“, sagte Laschet eindringlich in seiner Rede. Er kündigte an, in sozialen Brennpunkten von Großstädten mit einer Impfkampagne und mobilen Teams das Impftempo zu erhöhen. Laschet wolle in dieser Impf-Thematik einen „ganz besonderen Schwerpunkt setzen“*, berichtet wa.de*.

Coronavirus in Köln: Auch eine verstärkte Aufklärung bei den Impfungen ist wichtig

Das deckt sich mit dem Vorgehen der Stadt Köln. In Stadtteilen mit hoher Inzidenz möchte die Stadt bevorzugt impfen. Dafür bedürfe es jedoch einer besonderen Genehmigung durch die Landesregierung, sagte eine Sprecherin der Stadt gegenüber der dpa am Mittwoch. Nach Auskunft des NRW-Gesundheitsministeriums liefen bereits Gespräche mit der Stadt Köln zu dem Anliegen.

Ergebnisse lägen aber bisher noch nicht vor. In einer Stellungnahme wird auf zunehmende Impfstoffmengen in den kommenden Wochen und Monaten verwiesen. „Im Moment sehen wir uns jedoch bei der Impfung der Bevölkerung aufgrund des begrenzten Impfstoffs noch Einschränkungen gegenüber“, heißt es mit Verweis auf die Priorisierungen bei den Impfungen, die besonders zu schützende Gruppen und Berufsgruppen mit hohen Risiken umfassen.

Bis also auch Menschen außerhalb der priorisierten Impfgruppe in besonders gefährdeten Stadtteilen geimpft werden können, dürfte es noch etwas dauern. Sozialarbeitern zufolge ist zudem in den Stadtteilen mit hohen Inzidenzwerten auch eine verstärkte Aufklärung besonders wichtig. Denn viele Bewohner seien, mangels fehlender Sprachkenntnisse, unzureichend über die Notwendigkeit der Impfung und die bestehenden Angebote informiert. (nb mit dpa) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Artikel wurde am 28. April um 14:15 Uhr aktualisiert.

  • Neuheit: Ergänzung des NRW-Gesundheitsministeriums zur Priorisierung bei den Impfungen (5. Absatz)

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