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Impfungen in sozialen Brennpunkten: Köln könnte weiteren Impfstoff erhalten

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Von: Nina Büchs

Menschen in Chorweiler warten auf dem Liverpooler Platz auf ihre Corona-Impfung.
Die Impfungen in sozialen Brennpunkten könnten auch in Köln bald weitergehen. © Christoph Hardt/Imago

In Köln wurde die Impfung gegen das Coronavirus in sozialen Brennpunkten ausgesetzt. Doch scheitert das Projekt nun endgültig? Karl-Josef Laumann findet klare Worte.

Köln – Erst vergangene Woche hatte die Stadt Köln mit Impfungen gegen das Coronavirus in den sozialen Brennpunkten Chorweiler und Meschenich begonnen. In beiden Stadtteilen war die Inzidenz zuletzt sehr hoch, da dort viele Menschen in beengten Wohnverhältnissen wohnen und damit auch einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Doch dann gab es einen herben Rückschlag: Die Impfungen in den Stadtteilen mit hohen Inzidenzwerten wurden ausgesetzt – weil Impfstoff fehlte. Ist es mit der Impfkampagne nun endgültig aus? Oder gibt es doch noch Hoffnung, dass das Vorhaben fortgesetzt wird?

NRW-Gesundheitsminister Laumann in PK: „Impfungen in sozialen Brennpunkten können stattfinden“

Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Mittwoch in einer Pressekonferenz ankündigte, können die Impfungen in sozial benachteiligten Stadtvierteln weiter stattfinden. „Es ist so, dass die Städte für ihre Einwohnerzahlen Impfkontingente bekommen. Da zählen auch die Einwohner in den benachteiligten Stadtgebieten mit dazu. Das heißt, dass die Städte – Köln hat das auch gemacht – Impfstoff auch aus dem eigenen Impfzentrum mit zur Verfügung stellen“, so Laumann.

Darüber hinaus sagte der NRW-Gesundheitsminister: „Wir als Landesregierung haben beschlossen, dass wir für diesen Bereich 100.000 Impfdosen zur Verfügung stellen.“ Weiter teilte er mit, dass das Fachreferat derzeit damit beschäftigt sei, Kriterien zu erarbeiten, wonach diese Impfdosen verteilt werden. Dabei sollen Inzidenzen und auch Sozialquoten eine Rolle spielen. „Das wird heute oder morgen passieren. Und dann stehen die Gemeinden fest, die davon profitieren werden.“

Übrigens sollen für die überwiegende Mehrheit der zur Verfügung gestellten Impfdosen (70.000) in den sozialen Brennpunkten der Impfstoff Johnson & Johnson verwendet werden. Ein anderer Impfstoff stehe aktuell nicht zur Verfügung, sagte Laumann.

Vorteile und Nachteile: Der Impfstoff „Johnson & Johnson“

Wer sich mit Johnson & Johnson impfen lässt, gilt schon nach einer Impfung als „immun“ gegen das Coronavirus. Zweitimpfungen sind also dabei im Gegensatz zu Astrazeneca, Moderna und Biontech/Pfizer nicht erforderlich.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Impfstoff allerdings erst bei Personen im Alter von über 60 Jahren. Denn auch wie bei Astrazeneca kam es hierbei bei jüngeren Menschen in einigen Fällen schon zu schweren Nebenwirkungen von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung.

Coronavirus in Köln: Impfungen in sozial benachteiligen Stadtteilen können fortgesetzt werden

Damit steht also fest, dass auch Köln die Impfung in den sozialen Brennpunkten weiter fortsetzen kann. Zumindest dann, wenn die Domstadt weitere Impfstoffe vom Land zugeteilt bekommt. Wie die SPD-Fraktion im Kölner Stadtrat mitteilte, hätte die Impfaktion nach Chorweiler und Meschenich diese Woche eigentlich in Finkenberg stattfinden sollen. Sie musste jedoch ausgesetzt werden, weil kein Impfstoff mehr übrig war. Nun, nachdem Karl-Josef Laumann angekündigt hatte, dass die Impfungen in vulnerablen Sozialräumen weiter stattfinden sollen, könnten die Impfungen in den betroffenen Kölner Stadtteilen also schon bald wieder aufgenommen werden.

Welche Stadtteile dann anschließend mit Impfstoff gegen das Coronavirus versorgt werden, ist bislang unklar. Nach Angaben von Karl-Josef Laumann richtet sich die Verteilung des Impfstoffes unter anderem nach den Inzidenzwerten. Besonders hoch sind die Inzidenzen derzeit unter anderem die Stadtteile Gremberghoven (521,5), Finkenberg (322,4) und Heimersdorf (322,1).

Am wenigsten von Corona betroffen sind dagegen die Stadtteile Riehl, Braunsfeld, Junkersdorf, Lövenich, Weiß, Libur, Hahnwald und Immendorf (Stand: 10. Mai).

Köln: Impfungen in vulnerablen Sozialräumen – Freiheiten für vollständig Geimpfte und Genesene

Diejenigen, die als vollständig geimpft gelten, erhalten übrigens auch ihre Freiheiten zurück. Sie sind dann unter anderem von einer Testpflicht befreit. Außerdem müssen sie sich laut dem Beschluss des Bundes nicht mehr an Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und strenge Quarantäneregeln halten. Gleiche Freiheiten gelten ebenfalls für Genesene. (nb)

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