Ärzte üben Kritik

Köln: Bis Mitte Juni keine Erstimpfungen im Impfzentrum – weil Impfstoff fehlt

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Im Impfzentrum in Köln-Deutz werden nun bis Mitte Juni keine neuen Erstimpfungen mehr durchgeführt. (Symbolbild)
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Im Impfzentrum in Köln könnten bis Mitte Juni keine Erstimpfungen gegen das Coronavirus durchgeführt werden. Es fehlt Impfstoff – und das in ganz NRW.

Köln – Die Coronavirus-Pandemie scheint immer weiter eingedämmt zu werden. Impfungen leisten dabei einen wichtigen Beitrag. So sinkt auch die Wocheninzidenz in Köln weiter und liegt am Donnerstag, 27. Mai, nun bei 52,4. Auch die Schwerpunktimpfungen gegen das Coronavirus in den benachteiligten Stadtteilen laufen weiter. Ende Mai werden die Bewohner im Stadtteil Kalk geimpft. In anderen Stadtteilen warten derzeit jedoch noch viele Kölnerinnen und Kölner auf einen Impftermin.

Doch nun gibt es einen Rückschlag: Der Impfstoff ist knapp. Im Impfzentrum sollen in Deutz bis Mitte Juni nur Termine für Zweitimpfungen vergeben werden. Wer darauf gehofft hatte, im Juni eine erste Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten, könnte enttäuscht werden.

Coronavirus in Köln: Bis Mitte Juni nur Termine für Zweitimpfungen im Impfzentrum

„Derzeit muss die Stadt Köln angesichts der aktuellen Impfstofflieferungen davon ausgehen, dass bis Mitte Juni lediglich Zweitimpfungen im Impfzentrum durchgeführt werden können. Die Stadt appelliert dringend an Land und Bund die Lieferungen wieder deutlich zu erhöhen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Köln. Für viele Kölnerinnen und Kölner, die bislang noch überhaupt nicht geimpft sind, heißt das: Sie könnten leer ausgehen und können nur auf einen Impftermin beim Hausartzt oder Facharzt hoffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen Impftermin zu erhalten.

Wann wieder mehr Impfstoff zur Verfügung steht, muss abgewartet werden. Das NRW-Gesundheitsministerium sagte jedoch, dass möglicherweise Ende Juni wieder mehr Menschen eine Erstimpfung bekommen, zumindest in den Impfzentren. Schon jetzt ist der Andrang für die Impftermine jedoch groß und er wird sich sicherlich weiter erhöhen. Schließlich soll zum 7. Juni die Impfpriorisierung aufgehoben werden, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Coronavirus: Impfstoffmangel betrifft nicht nur Köln – Kölner Impfärztin kritisiert Politik

Tatsächlich gibt es das Problem aktuell nicht nur in Köln. Denn wie die es in dem WDR-Beitrag „Die aktuelle Stunde“ vom vergangenen Freitag heißt, werden auch in anderen Impfzentren in ganz NRW bis Mitte Juni nur Zweitimpfungen durchgeführt. Impfärztin Nora Bertenburg aus Köln sagte dazu im WDR: „Wir Mediziner machen alles, um dem Impfansturm Herr zu werden, aber uns fehlt einfach der Impfstoff. Die Politik muss nachsteuern und darf nicht Erwartungen wecken, die sie nicht erfüllen können.“ Das NRW-Gesundheitsministerium sagte, dass möglicherweise Ende Juni wieder mehr Menschen eine Erstimpfung bekommen, zumindest in den Impfzentren.

Auch Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, kritisiert das Verhalten der Politik in Bezug auf die Impfungen. „Wir müssen gerade leider immer wieder erleben, dass bei unseren Ärztinnen und Ärzten deutlich weniger Impfstoff ankommt als angekündigt wurde. Das ist nicht nur ärgerlich für die Praxen, es ist für sie wie auch für das gesamte Impfgeschehen ein verheerendes Signal.“ Weiter sagte er, dass bereits vereinbarte Termine wieder abgesagt werden müssten. Stellenweise könnten nur bedingt Zweitimpftermine eingehalten werden. „So wird es leider nichts mit dem Impfturbo, den die Politik Ende Mai/Anfang Juni starten wollte“, so Bergmann. (nb)

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