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Änderung der Impf-Empfehlung – das müssen Kölner zu ihrer Zweitimpfung wissen

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Von: Nina Büchs

Der Eingang zum Kölner Impfzentrum.
Die STIKO hat ihre Impf-Empfehlung geändert. Das betrifft auch das Impfzentrum und die Arztpraxen in Köln. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago

Wer mit Astrazeneca geimpft wurde, soll bei seiner Zweitimpfung gegen Corona am besten mit einem mRNA-Impfstoff geimpft werden. Was Kölner wissen müssen.

Köln – Obwohl die Inzidenz in Köln noch immer stabil unter 35 liegt, ist die Corona-Pandemie noch längst nicht vorbei. Denn inzwischen bereitet sich in ganz Deutschland die Delta-Variante weiter aus. Auch in Köln wurden bislang schon 49 Delta-Fälle gemeldet (Stand: 5. Juli). Aufgrund der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Impfempfehlung angepasst.

So sollen Menschen, die eine zuerst den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig von ihrem Alter bei ihrer Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (also mit Biontech oder Moderna) geimpft werden. Ein Überblick, was sich für Kölner Impfwillige ändert und wer davon betroffen ist.

Zweitimpfung in Köln: Das muss man wissen, wenn man zuvor mit Astrazeneca geimpft wurde

In Köln haben inzwischen über 650.000 Menschen eine Erstimpfung erhalten (Stand: 6. Juli). Viele haben also ihre Zweitimpfung noch vor sich. Für die, die zuvor mit dem Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca geimpft wurden und noch auf ihre Zweitimpfung warten, ändert sich künftig jedoch einiges. Denn eigentlich hieß es zuvor, dass diese Personengruppen neun bis zwölf Wochen nach ihrer Impfung mit Astrazeneca nochmals mit demselben Impfstoff geimpft werden würden.

Das hat sich inzwischen jedoch geändert. Stattdessen empfiehlt die STIKO, dass sie etwa vier Wochen nach ihrem Impftermin mit einem mRNA-Impfstoff der Hersteller Biontech oder Moderna geimpft werden – so die Theorie. Aber was bedeutet das für Impfungen in Köln? Was ändert sich konkret?

Köln: STIKO ändert Impf-Empfehlung – das gilt nun im Impfzentrum Köln

Dazu erklärt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, dass Bürger bei ihrer Zweitimpfung im Impfzentrum selbst vor Ort auswählen können, welchen Impfstoff sie nehmen möchten. Allerdings nur, wenn dort auch die Erstimpfung mit Astrazeneca erfolgt ist. Eine vorherige Angabe über die Wahl des Impfstoffes per Telefon oder das Buchungsportal sei nicht erforderlich. Laut einer Sprecherin der Stadt Köln gilt dies auch für das Kölner Impfzentrum.

Welcher Impfstoff für Zweitimpfung?

Wer im Impfzentrum mit Astrazeneca geimpft wurde und dort auch die Zweitimpfung erhält, kann sich den Impfstoff aussuchen. Dies gilt allerdings nur bei Impfungen im Impfzentrum. Wer zuvor mit Astrazeneca beim Hausarzt geimpft wurde, kann sich den Impfstoff nicht aussuchen.

„Ebenso sollen AstraZeneca-Impflinge möglichst darauf verzichten, ihre Zweitimpftermine nun zu verschieben bzw. den Zeitabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung verkürzen zu wollen. Änderungen am stringenten und Wochen vorher festgelegten Terminablauf in den insgesamt 28 Impfzentren im Rheinland während des laufenden Betriebes sind extrem komplex“, so die KVNO in einer Mitteilung. Darüber hinaus sei es nach wie vor möglich, weiterhin auch bei der Zweitimpfung den Impfstoff von Astrazeneca auszuwählen.

Coronavirus in Köln: Neu-Koordinierung für Praxen sehr aufwändig –KVNO übt Kritik

Impfen lassen kann man sich aber nicht nur im Kölner Impfzentrum, sondern auch in bestimmten Arztpraxen oder bei manchen Betriebsärzten. Zudem wurden auch die Impfaktionen in den Stadtteilen weiter fortgesetzt.

Auch in den Praxen muss die Organisation jetzt also neu koordiniert werden. Denn grundsätzlich sollen Erstgeimpfte mit Astrazeneca auch in den Praxen den Impfstoff mit Absprache ihres Haus- oder Facharztes selbst auswählen können, so die KVNO. Das bedeutet, dass die Terminreihenfolge in vielen Fällen neu organisiert werden muss, obwohl die Koordination der Impftermine jeder Praxis individuell obliegt. „Das ist bei allem medizinischem Verständnis für die Stiko-Entscheidung sehr unangenehm. Hier hätte man sich im Vorfeld deutlich besser abstimmen können und ich kann den Ärger vieler Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein absolut nachvollziehen. Ich hoffe, dass dies nicht die Impfbereitschaft der Arztpraxen negativ beeinflusst“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein. 

Doch was heißt das konkret für den Ablauf der Impfungen in den Praxen? „Die KV empfiehlt den Praxen im Rheinland, in den kommenden Tagen jene Patienten zu kontaktieren, die eine Zweitimpfung mit AstraZeneca erhalten sollen und individuell abzufragen, ob sie mit Verweis auf die angepasste Stiko-Empfehlung die zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten möchten,“ heißt es in einer Pressemitteilung.

Erst dann sollte laut KVNO die Impfstoffbestellung erfolgen. Ebenso müsse das bei Kreuzimpfungen/heterologen Impfungen geänderte Zeitschema von mindestens vier Wochen Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beachtet werden.

Köln: STIKO ändert Impfempfehlung – das ist der Hintergund

Hintergrund für die Änderung ist übrigens, dass laut Experten die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Impfstoffen (erst Vektor- und dann mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach zwei Dosen Astrazeneca „deutlich überlegen“ sei. „Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren empfiehlt die STIKO daher für Personen, die Vaxzevria als erste Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als zweite Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur ersten Impstoffdosis“, teilte das Gremium mit.

Impfstoff (Hersteller)Impfabstand
Comirnaty (BioNTech/Pfizer)3-6 Wochen
Spikevax (Moderna)4-6 Wochen
Vaxzevria (AstraZeneca)9-12 Wochen
Heterologes Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff)ab 4 Wochen

(nb)

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