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Köln: Patient musste mehrere Stunden auf Platz auf Intensivstation warten

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Von: Mick Oberbusch

Der Schriftzug „Universitätskliniken“ an der Uni-Klinik in Köln.
In der Uniklinik und in anderen Kölner Kliniken ist die Lage auf den Intensivstationen ernst. © Eduard Bopp/Imago

In den Kölner Kliniken ist die Situation auf den Intensivstationen ernst – weshalb nun ein Patient fast vier Stunden auf eine Versorgung warten musste.

Köln – Bundeseinheitliche und verbindliche Regelungen zur Notbremse stehen kurz bevor. Damit könnten auch in Köln bald schärfere Regeln, wie unter anderem eine Ausgangssperre, gelten. Aus Sicht der Kölner Kliniken und Krankenhäuser wären weitere Maßnahmen angebracht, um steigende Coronainfektionen zu verhindern. Denn mit der intensivmedizinischen Versorgung stoßen sie bereits an ihre Grenzen.

„In den Kliniken der Stadt Köln sind die Intensivstationen zu 100 Prozent belegt“, sagt Prof. Horst Kierdorf, Direktor der Städtischen Kliniken, gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Demnach spitze sich an der Uniklinik die Lage zu. „Die regulären intensivmedizinischen Kapazitäten sind annähernd ausgelastet“, wird Timo Mügge, Sprecher der größten Klinik in Köln, zitiert.

Patient wartet vier Stunden auf Intensivbett – „Die Situation in Köln ist drastisch“

So berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger, dass der Rettungsdienst in der Nacht zum Dienstag zwischen drei und vier Stunden gebraucht habe, um einen intensivpflichtigen Patienten in einer Klinik in Köln unterzubekommen. Demnach seien die Betten schlicht bereits belegt gewesen. „Die Situation in Köln ist drastisch“, sagt Kierdorf. Obwohl die Lage laut Prof. Alex Lechleuthner, leitender Notarzt der Kölner Feuerwehr, „sehr, sehr ernst“ sei, könne jeder Notfall aktuell jedoch noch „intensivmedizinisch betreut werden“.

Kliniken-Direktor Kierdorf zufolge würde es darauf hinauslaufen, dass in der Uniklinik sowie den Städtischen Kliniken aktuell ausschließlich schwerstkranke Patienten aufgenommen würden, für Patienten mit etwas leichteren, aber auch schweren Erkrankungen bedeute dies verschlossene Türen – die Kapazität sei schlicht nicht mehr vorhanden. In Köln ist die Inzidenz weiter angestiegen, am Mittwoch lag sie sogar über 150. Zuletzt hatte die Stadt außerdem beschlossen, weitere Lockerungen, wie etwa die Öffnung des Kölner Zoos und der Museen, zurückzunehmen.

Corona-Notbremse zu spät? Das sagt der Direktor der Uniklinik in Köln

Die Entscheidung für eine bundesweite Notbremse begrüße Kierdorf. Es wäre „sicherlich sinnvoll gewesen, das Ganze zwei oder drei Wochen früher auf den Weg zu bringen. Dann würde der Lockdown jetzt wirken“, sagt Kierdorf dem Kölner Stadt-Anzeiger in Bezug auf die angestrebte Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Den Kliniken stünden nun „sehr spannende Wochen“ bevor. Mit einer Spannung, auf die die Kölner Intensivstationen sicher liebend gerne verzichten würden. (mo)

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