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Corona in Köln: Wocheninzidenz steigt auf fast 200

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Von: Nina Büchs

In einem Flur der Intensivstation in Berlin, in der Coronapatienten mit schweren Krankheitsverläufen behandelt werde, hängt eine medizinische Maske.
Krankenhäuser und Kliniken in Köln arbeiten am Limit. (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa

Die Wocheninzidenz in Köln liegt fast bei 200. Damit steigt auch die Belastung auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern und Kliniken.

Köln – Nun fehlt nicht mehr viel, bis die Stadt Köln eine Inzidenz von 200 erreicht hat. Laut des Gesundheitsministeriums Nordrhein-Westfalen stieg die 7-Tage-Inzidenz am Montag, 19. April, auf 188,1. Am Freitagmorgen lag der Wert noch bei 162,7. Schon jetzt ist die Lage im Stadtgebiet jedoch dramatisch – vor allem in den Krankenhäusern und Kliniken könnte es schon bald zu einem Engpass kommen.

Coronavirus in Köln: Nur noch sieben Prozent der Intensivbetten frei – Kliniken und Krankenhäuser am Limit

Erst in der vergangenen Woche teilte die Stadt mit, dass die Kapazitäten auf den Intensivstationen in den Kliniken und Krankenhäusern so weit ausgeschöpft seien, dass eine Unterversorgung drohe. Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußerte sich am Freitag zur bedrohlichen Situation: „Die Intensivstationen sind am Limit. Dort haben wir die bisherige Höchstzahl der Belegungen übertroffen.“ Nun dürfte sich die Lage nochmal verschärft haben, denn laut dem DIVI Intensivregister des Robert-Koch-Instituts sind am Montag, 19. April, nur noch sieben Prozent der Intensivbetten in Köln frei.

Der Direktor Klinik I für Innere Medizin der Kölner Uniklinik, Michael Hallek, warnte angesichts des bevorstehenden Kollaps auf den Intensivstationen in der ARD-Sendung Tagesthemen vor weiteren Infektionen. Um einen Zusammenbruch des Systems zu verhindern, forderte er von der Politik die schnelle Umsetzung der bundesweiten Corona-Notbremse.

Köln: Patienten mit schweren Corona-Verläufen werden immer jünger

Besorgniserregend ist außerdem, dass die Corona-Patienten mit schweren Verläufen aktuell immer jünger werden. Im Durchschnitt seien die Patienten auf der Intensivstation etwa 50 Jahre alt. Erst am Sonntag meldete die Stadt, dass in Köln eine 51-Jährige und eine 61-Jährige im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben seien. In der Woche davor starb unter anderem ein 35-Jähriger und ein 43-jähriger Patient mit Corona-Infektion. Alle der vier Verstorbenen waren vorerkrankt.

Coronavirus: Inzidenzwert muss dringend sinken – in Köln gilt deshalb nun eine Ausgangssperre

Am Freitag verkündete der Kölner Krisenstab in einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage die Umsetzung einer Ausgangssperre, die seit Samstag, von 21 bis 5 Uhr gilt. „So ein Ausgangsverbot gab es wahrscheinlich seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das Virus mit der Ausgangssperre und allen anderen Maßnahmen in den Griff bekommen können“, so Henriette Reker.

Kölnerinnen und Kölner dürfen ihre Häuser nun aktuell in der Sperrzeit nur aus triftigen Gründen verlassen. Diese sind zum Beispiel:

Übrigens wirkt sich die Ausgangssperre auch auf die KVB und den Einzelhandel aus. Alles, was Sie dazu wissen müssen, lesen Sie in unserer Übersicht. (nb)

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