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Warum die Inzidenz in Köln steigt – ein Detail fällt auf

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Von: Nina Büchs

in Schild weist in der Fußgängerzone Schildergassein Köln auf die Maskenpflicht hin
Zahlen des Gesundheitsamts zeigen, wo sich die Kölner mit Corona infizieren. © Oliver Berg/dpa

Die Inzidenz in Köln liegt bei 454,1. Worauf sind die vielen Corona-Ausbrüche zurückzuführen? Dr. Nießen, Leiter des Gesundheitsamts, nennt mehrere Gründe.

Köln – In Köln hat die Inzidenz einen gewaltigen Sprung gemacht. Denn während am Montag, 29. November, noch 313,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden, hat der Wert bereits am Donnerstag die 400 erreicht. Aktuell liegt der Inzidenzwert bei 454,1 (Stand: 3. Dezember). Die Stadt Köln steht damit an der Spitze in NRW – bisher haben neben der Domstadt nur der Oberbergische Kreis (417,7) und der Kreis Minden-Lübbecke (411,3) die 400er-Marke geknackt.

Mit neuen Corona-Verschärfungen wie einer 2G-Regel beim Einkaufen oder der Schließung von Clubs und Diskotheken soll die dramatische Entwicklung der vierten Welle nun gestoppt werden. Doch warum ist die Lage in Köln aktuell so angespannt? Und worauf sind die hohen Inzidenzwerte zurückzuführen?

Coronavirus: Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in Köln im Überblick

Freitag, 3. Dezember454,1
Donnerstag, 2. Dezember433,0
Mittwoch, 1. Dezember397,7
Dienstag, 30. November355,2
Montag, 29. November313,3

Coronavirus Köln: Inzidenz hoch wie nie – woran liegt es?

Dr. Nießen, Leiter des Kölner Gesundheitsamts, nannte in einer Pressekonferenz zur Corona-Lage gleich mehrere Gründe, warum die Inzidenz in Köln aktuell so hoch ist. Zum einen seien laut der Datenlage mehrere Ausbrüche in Innenräumen als Cluster erkennbar. Vermehrte Corona-Ausbrüche gab es demnach bei privaten Feiern oder Veranstaltungen (vor allem mit Tanz und Gesang), beim Hallensport oder in Pflegeeinrichtungen. Das Infektionsgeschehen ist allerdings diffus: Rund 70 Prozent der Fälle „wissen nicht, wo sie sich angesteckt haben“.

Dass die Infektionen zunehmen, sei aber auch saisonal bedingt, da sich mehr Menschen aufgrund der kalten Jahreszeit in Innenräumen aufhalten würden, wo das Risiko, sich mit Coronavirus zu infizieren, größer ist, als im Freien.

Zudem sei die Inzidenz bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren derzeit besonders hoch, da es für sie noch keinen Impfstoff gibt. Ein weiterer Grund wäre laut Nießen aber auch, dass durch Personalaufstockung und Prozessoptimierung die Corona-Fälle in den Laboren schneller bearbeitet werden als noch vor einer Woche. Somit kommt es auch zu Nachmeldungen von Corona-Fällen.

Coronavirus Köln: Karneval kein Pandemietreiber

Dass Großveranstaltungen wie der Kölner Karneval oder das Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach die Zahlen in die Höhe getrieben haben, wurde in der Pressekonferenz jedoch bestritten. Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen, zeigte dazu eine Statistik. „Wenn man die Kurve nach dem 11.11. sieht, gehen die Zahlen etwas höher, aber wenn man das mit anderen Städten vergleicht, geht die Kurve auch in München hoch, jedoch haben die dort keinen 11.11.“, so Rau in der Pressekonferenz. Laut ihm und Nießen könne der Kölner Karneval also nicht als Pandemietreiber bezeichnet werden.

Nießen teilte jedoch mit, dass insgesamt 567 Infektionen auf den Kölner Karneval zurückzuführen seien. Die Corona-Ausbrüche würden sich jedoch zum Großteil auf private Karnevalspartys in Innenräumen beziehen. Und auch in den Kölner Kneipen kam es zu Infektionen. Das Feiern auf den Straßen war demnach kein Problem. (nb)Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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